Thema: Hauptsache Frieden
Die elfte Auflage des Tom-Sawyer-Schülerschreibwettbewerbs ist gestartet
NIEDERRHEIN. Manchmal helfen Schlagerweisheiten: „Er ist wieder da“, sang 1971 Marion Maerz. So geht es auch dem Tom Sawyer Schülerschreibwettbewerb, dessen elfte Auflage jetzt ansteht.
„Eigentlich“, sagt Sigrid Mölleken, „war er gar nicht weg. Wir haben ja nur den Rhythmus geändert.“ Mölleken muss es wissen, denn sie ist bei der Stadt Rees verantwortlich für alles, was mit dem Preis zu tun hat. „Ursprünglich gab es den Wettbewerb im Zwei-Jahres-Rhythmus. Das haben wir jetzt umgestellt.“ Künftig werden Schüler alle drei Jahre zum Mitmachen aufgefordert. Und noch etwas hat sich geändert. Sigrid Mölleken: „Bisher wurde der bundesweite Wettbewerb in vier Altersstufen durchgeführt. Künftig wird es nur noch drei Kategorien geben.“ In die Gruppe A gehören die fünften und sechsten Klassen, in der Gruppe B schreiben die Klassen sieben bis zehn und in Gruppe C werden es die Klassen elf bis 13 sein. Mölleken: „Das hat auch zur Folge, dass aus den ursprünglichen acht Juroren jetzt sechs geworden sind, denn jede Altersgruppe wird zunächst von einem Jurorenduo ausgewertet. Das Wichtigste aber ist – daran hat sich nichts geändert – das Thema. Diesmal lautet es: „Hauptsache Frieden“. Mölleken: „Wie immer sind der Fantasie der Teilnehmer keine Grenzen gesetzt und es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich das jeweilige Thema interpretiert wird.“ Die Grenzenlosigkeit allerdings bezieht sich auf die Gedanken. Die eingereichten Geschichten dürfen nicht länger als zwei DIN A4 Seiten sein. In der Ausschreibung heißt es in Bezug auf die Geschichten: „Sie können von euch und einem Konflikt in eurer Klasse handeln, eine Erzählung zu aktuellen Weltlage sein oder von einem Neuanfang handeln. Dystopie oder Vergangenheit, hoffnungsvoll oder ernst, real oder fiktiv – das liegt an euch. Egal, ob Kurzgeschichte, oder Gedicht.“ Natürlich winken den Gewinnern auch diesmal wieder Preise. Mölleken: „Pro Gruppe werden drei Preise vergeben. Die Gruppenersten erhalten je 300 Euro, die Gruppenzweiten je 200 und die Dritten je 100 Euro.“ Dazu kommt, dass die Preisträger zur offiziellen Preisverleihung am 7. Dezember nach Rees eingeladen werden.
Das Plakat zum Wettbewerb wurde – wie schon in den vergangenen Jahren – vom in Haldern lebenden Fotografen und Gestalter Christoph Buckstegen entworfen. „Es ist schon eine Herausforderung, ein solches Thema umzusetzen“, beschreibt Buckstegen die Ausgangssituation. Einer der beiden „Erfinder“ des Wettbewerbs, Heiner Frost: „Ich habe Christoph angerufen und ihm gesagt: Du kannst alles machen – nur mach bitte nichts mit einer Taube.“ Frost, der 2001 zusammen mit Andreas Daams der Stadt Rees den Wettbewerb vorschlug, war bis zur letzten Ausgabe – wie auch Sigrid Mölleken – Mitglied des Jury-Teams. „Als klar war, dass jetzt nur noch sechs Juroren gebraucht werden, haben sich Heiner Frost und ich entschieden, nicht mehr Teil des Juryteams zu sein“, erzählt Sigrid Mölleken.
Was ist zum Thema KI zu sagen? Gibt es die „Angst“ dass sich am Ende eine der Geschichten als „Fake“ entpuppt? Mölleken: „Wir haben das natürlich erörtert und sind uns der Tatsache bewusst, dass so etwas passieren kann.“ Heiner Frost: „Trotzdem denken wird, dass es den Teilnehmern darum gehen wird, gerade mit einer eigenen Geschichte ihr Können zu zeigen.“ Und Ole Engfeld, Pressesprecher der Stadt, fügt hinzu: „So wie es Programme gibt, die mittels KI Texte verfassen, gibt es KI-Programme, die in der Lage sind, so etwas zu erkennen.“
Es wäre wirklich schade, wenn eine Idee wie der Schülerschreibwettbewerb der Angst vor „Betrügern“ geopfert werden würde. Übrigens sollte, erzählt Heiner Frost, der Wettbewerb ursprünglich ‚Jugend schreibt‘ heißen. Das war natürlich mit Blick auf den deutschlandweiten Wettbewerb ‚Jugend musiziert‘ gedacht. Leider war der Begriff aber bereits geschützt. Wir mussten etwas anderes finden.“
Längst hat sich der Wettbewerb mit seinem jetzigen Namen etabliert. Wer teilnehmen möchte, sollte seine Geschichte bis zum 31. Mai einreichen. Das Teilnahmeformular ist unter www.tom-sawyer-preis.de zu finden.
Freuen sich auf viele Teilnehmer (v.l.): Johannes Falkhofen, Carla Gottwein, Silja Böhling-Buhl, Sigrid Mölleken, Dirk Krämer und Christoph Buckstegen. Foto: Stadt Rees