Teamgeist bewiesen und Zeichen gesetzt
Realschule Sonsbeck holt den 3. Platz beim E-Waste Race im Kreis Wesel
SONSBECK. Ein fast kompletter Lkw voller Elektroschrott, rauchende Köpfe beim Sortieren und ein stolzer dritter Platz auf Kreisebene: Die Projektgruppe der Klassen 6a und 6b der Privaten Realschule Sonsbeck hat beim ersten „E-Waste Race“ im Kreis Wesel ein beeindruckendes Ergebnis erzielt. Innerhalb von nur knapp vier Wochen sammelten und registrierten die 35 Schüler insgesamt 3.091 elektronische Altgeräte.
Der Wettbewerb war kein reines „Sammeln um die Wette“, sondern verlangte den Sechstklässlern echte logistische Kontrollarbeit ab. Jedes einzelne Gerät musste überprüft, registriert und fachgerecht für das Recycling vorbereitet werden. Die Schüler entfernten eigenständig Batterien und prüften, ob die Geräte fest verbaute Akkus enthielten. „Die Regeln waren streng“, erklärt Projektlehrer Tanko Scholten. „Geräte mit nicht entfernbaren Batterien oder Akkus durften laut Wettbewerbsregeln nicht in die offizielle Wertung einfließen. Nur Kabel ließen sich ungeprüft aufnehmen.“
Die Geräte wurden von den Schülern – genau wie die ausgebauten Energiespeicher – separat sortiert. Sie werden nun so entsorgt, dass die wertvollen darin enthaltenen Rohstoffe umweltschonend wiederaufbereitet werden können. Wie groß der Einsatz der Jugendlichen war, zeigte sich am Pfingstdienstag. An diesem schulfreien Tag opferten einige Schüler freiwillig ihre Freizeit und kamen in die Schule, um die mühsame Kontrolle, Aufbereitung und Registrierung der letzten Spenden rechtzeitig vor dem Wettbewerbsende am Folgetag abzuschließen.
Ein Lkw voller Schrott
Am Ende der Aktion musste das Entsorgungsunternehmen Schönmackers, das als Partner des Wettbewerbs fungierte, insgesamt acht große Behälter – fast eine komplette Lkw-Ladung – an der Realschule abholen. Der praktische Einsatz hatte auch einen tiefen Lerneffekt im Unterricht. Beim Thema Kreislaufwirtschaft wurde den Schülern bewusst, wie wichtig ihr Handeln war. Laut Statistik landet ungefähr die Hälfte aller elektronischen Kleingeräte fälschlicherweise im Restmüll. Die schiere Masse an gesammeltem Schrott und die hohe Anzahl an Geräten, bei denen der Akku nicht entfernt werden konnte, brachte die Sechstklässler stark zum Nachdenken über modernen Konsum und Nachhaltigkeit.
Der dritte Platz ist für die Realschule Sonsbeck ein gefühlter Sieg, denn die Wettbewerbsbedingungen waren für die Schule alles andere als leicht. Im Gegensatz zu Schulen in größeren Städten war der Sammelradius in Sonsbeck naturgemäß kleiner. Zudem gab es einen rechnerischen Nachteil: Die Punkte für die abgegebenen Gegenstände wurden am Ende durch die Anzahl der teilnehmenden Schüler geteilt.
Mit 35 Teilnehmern hatte die Sonsbecker Projektgruppe einen sehr hohen Teiler. Die Schule mit den wenigsten Teilnehmern (nur 20 Schüler) konnte dadurch rechnerisch fast doppelt so viele Punkte pro Kopf erzielen. Dennoch erkämpften sich die Sonsbecker mit ihren 3.091 Geräten nach der Teilung und inklusive einiger Bonuspunkte starke 1.613 Punkte – genug für das Podium. Dieser Riesenerfolg war nur durch eine Welle der Hilfsbereitschaft möglich. Zahlreiche Nachbarn, Bürger aus Sonsbeck und den umliegenden Ortschaften sowie Eltern und Lehrer unterstützten die Aktion tatkräftig und brachten ihre alten Geräte zur Schule.
Der Hauptpreis – ein Ausflug in das Kindermuseum „Mundo Mio!“ in Dortmund – ging zwar an eine andere Schule, doch die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Die Klassen 6a und 6b sind so stolz auf ihr Ergebnis, dass sie den Ausflug nun einfach auf eigene Faust antreten. Passend zum Projekt versteht sich von selbst, dass die Reise umweltschonend mit dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) angetreten wird. Schulleiterin Sonja Laarmanns zeigt sich begeistert: „Was die Schülerinnen und Schüler hier geleistet haben, ist phänomenal. Sie haben nicht nur bewiesen, wie viel Teamgeist in ihnen steckt, sondern auch ein echtes Zeichen für den Umweltschutz in unserer Region gesetzt.“
Die Projektgruppe der Klassen 6a und 6b der Privaten Realschule Sonsbeck hat beim ersten „E-Waste Race“ im Kreis Wesel ein beeindruckendes Ergebnis erzielt. Foto: Tanko Scholten