Stummfilm-Kino in der Basilika
Nathan der Weise mit Orgelimprovisationen von Prof. Wolfgang Seifen
KEVELAER. „Nathan der Weise“ in der Kevelaerer Marienbasilika – der Orgelbauverein Kevelaer bietet einen etwas anderen Stummfilm-Kinoabend mit Live-Musik an. Die Literaturverfilmung in sechs Akten von Manfred Noa aus dem Jahr 1922 wird von Orgelimprovisationen begleitet, die Prof. Wolfgang Seifen der großen Seifert-Orgel entlocken wird.
Die bislang einzige Kinoproduktion des humanistischen Dramas von Gotthold Ephraim Lessing galt lange Zeit als verschollen, die TV-Erstausstrahlung flimmerte erstmals 2010 über die Mattscheiben. Der Film folgt Lessings „Nathan der Weise“, in dem der jüdische Kaufmann Nathan, der aufgeklärte Sultan Saladin und der Tempelherr die anfänglichen Grenzen zwischen den Religionen überwinden.
Wolfgang Seifen ist einer der gefragtesten Orgelimprovisatoren – lange schon gehören Improvisationen zu Stummfilmen zu seinem festen Repertoire. Prof. Wolfgang, aktuell Vorsitzender des Kevelaerer Orgelbauvereins, ist Mitbegründer und Leiter der Internationalen Altenberger Orgelakademie für Improvisation. Dabei ist die musikalische Begleitung zum Geschehen auf der Leinwand mehr als nettes Beiwerk, sondern tragender Teil des Kinoerlebnisses. Ein Abend, an dem Filmkunst, Literatur und die faszinierenden Klangmöglichkeiten der großen Orgel zu einem einzigartigen Ereignis verschmelzen werden.
Ein Konzert in der Reihe „OrgelPur“, Freitag, 30. Oktober, 20 Uhr, Marienbasilika Kevelaer. Karten 15 Euro, ermäßigt zehn Euro, Abendkasse oder unter www.kultur-am-kapellenplatz.de.
Wolfgang Seifen in der Kerzenkapelle Kevelaer. Foto: wasch