Strahlende Kunst in dunkler Halle
Elisabeth Kemkes lädt zur „Artelli“-Jubiläumsshow nach Rees ein
200 Werke in 20 Minuten
Circa ein Jahr lang hat Elisabeth Kemkes immer wieder an den Filmen gearbeitet, die sie, um den besten Eindruck zu erzielen, in den dunklen Abendstunden parallel laufend über Beamer an die Wand werfen wird. So können sich die Besucher von ihrer Kunst auf eine Art überzeugen, die sie auch persönlich sehr mag: großformatig. Die rund 20 Minuten langen Filme umfassen etwa 200 Werken, von denen die meisten auf ihre mittlerweile 26-jährige Selbstständigkeit zurückgehen. „Ich war überrascht, wie schnell man auf 20 Minuten kommt“, erzählt Kemkes und ergänzt: „Es ist längst nicht alles drin.“ Ihr gesamtes Schaffen kann sie zwar kaum mehr beziffern, schätzt es aber auf mindestens 400 Werke.
Da die aufeinander aufgebauten Filme einer Chronologie folgen, setzen sie ganz am Anfang an: Von alten Familienfotos geht es weiter über die Werke ihrer Jugend, in der sie sich viel mit der Natur, aber auch mit Portraits und dem eigenen „Ich“ beschäftigte. Von dort führt die Reise über das Studium, das sie neben schwarz-weißen Naturstudien zu textilen Strukturen und Modekollektionsgestaltung führte, bis hin zu den Berufsjahren bei der Firma Junkers und Müllers. Hier widmete sie sich im Rahmen von Textildesign und Produktentwicklung Tapetenentwürfen, Duschvorhängen und mehr. Den Großteil des Films füllen aber die Werke aus ihrer Selbstständigkeit aus. Im Laufe der Zeit hat sich Kemkes vor allem auf abstrakte Acrylbilder fokussiert.
Neben den eigentlichen Inhalten hat sie auch die Präsentation der Inhalte aufeinander abgestimmt: Seien es gegensätzliche Kamerafahrten über die gezeigten Bilder oder der scharfe Kontrast von schwarz-weißen und bunten Bildern. Gleichzeitig schreckt sie dabei auch vor künstlerischen Experimenten digitaler Natur nicht zurück. Das beweisen ausgewählte Effekte, mit denen sie manche ihrer auf Film gebannten analogen Werke ergänzt: fliegende Schmetterlinge vor der unbewegten niederrheinischen Naturlandschaft zum Beispiel. „Die Leute sollen etwas zum Gucken haben“, sagt Kemkes.
Aber auch die Ohren bekommen während der Filmvorführung etwas geboten: Zu den jeweiligen Jahrzehnten, in denen die Bilder entstanden sind, hat DJ Michael Kleen passende Musikstücke ausgewählt. So begeben sich die Zuschauer audiovisuell voll und ganz auf eine künstlerische Zeitreise. Auch abseits der Filme soll die Kunst den Raum erfüllen: Elisabeth Kemkes stellt für ihre Besucher – ganz analog –auch klassisch einige Werke aus, die von der Beleuchtung entsprechend in Szene gesetzt werden.
So zeigt die Künstlerin zum Beispiel großformatige, schalldämmende Bilder, die sie seit knapp fünf Jahren erschafft, sowie Lampen, die sie mit Motiven ihrer Bilder versieht. In den Pausen zwischen den Filmausstrahlungen möchte Kemkes hingegen einen Neuzugang in ihrem künstlerischen Aufgebot erstrahlen lassen: LED-Bilder.
Die Jubiläumsshow findet samstags und sonntags am 14., 15., 21., 22. und 28. Januar von 17 bis 20 Uhr statt. Die multimediale Vorführung findet jeweils um 17, 18 und 19 Uhr statt. Weitere Infos unter artelli-design.de.
Thomas LangerElisabeth Kemkes lädt zu ihrer „Artelli“-Jubiläumsshow ein und zeigt unter anderem 200 ihrer Werke in zwei 20-minütigen Filmen. NN-Foto: Thomas Langer