Steinkauzbestand zwischen Emmerich und Rees wird erfasst
Mitarbeiter des Naturschutzzentrums im Kreis Kleve sind wieder unterwegs
EMMERICH/REES. Der Steinkauz ist ein charakteristischer Bewohner der Region. Der kauzige Höhlenbrüter hat eine enge Bindung an die grünlandreiche Landschaft. Er nistet hier in alten Kopf- und Obstbäumen und jagt auf den Wiesen und Weiden nach Mäusen, Käfern und Regenwürmern. Gelegentlich nutzt er auch Nischen in alten Gebäuden als Brutplatz. Nun wird sein Bestand in den kommenden Wochen zwischen Emmerich und Rees erfasst.
Seinen Verbreitungsschwerpunkt innerhalb Deutschlands hat der kleine Kauz in Nordrhein-Westfalen und dabei im Besonderen auch am Niederrhein. Womit der Region auch eine gewisse Verantwortung für den Steinkauz zukommt.
Zur Beobachtung der Bestandsentwicklung erfasst das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve, soweit möglich, jährlich die Steinkäuze im rechtsrheinischen Kreisgebiet zwischen Emmerich, Rees und Millingen. So konnte festgestellt werden, dass sein Bestand in dem Gebiet zumindest in den vergangenen zehn Jahren weitestgehend stabil geblieben ist.
Auch in diesem Jahr wird wieder erfasst. Los geht es am 24.Februar. Dabei machen sich die Kartierer das territoriale Verhalten des Steinkauzes zunutze. Hierfür wird sein Reviergesang, der aus einer Reihe von Rufen, die in etwa wie „Guhk“ klingen, besteht, mittels Klangattrappe abgespielt. Befindet sich ein Revierbesitzer in Hörweite, so wird er mit großer Wahrscheinlichkeit antworten, um sein Territorium zu markieren. Besonders ruffreudig sind die Steinkäuze im zeitigen Frühjahr von Ende Februar bis Mitte April.
Um sicher zu gehen, dass der Steinkauz auch wirklich ein Revier dauerhaft besetzt, muss die Kartierung im diesem Zeitraum zwei- bis dreimal wiederholt werden. Außerdem können so auch Steinkäuze erfasst werden, die beim ersten Mal weniger geneigt waren zu antworten.
Da der Vogel vor allem nachts aktiv ist, zwingt es auch die Mitarbeitenden des Naturschutzzentrums zur Nachtarbeit. Die Erfassung findet von öffentlichen Wegen aus statt. Sollten Anwohner im genannten Zeitraum verdächtige Fahrzeuge am Straßenrand bemerken, aus deren Richtung der Ruf eines Steinkauzes ertönt, so ist in diesem Fall nichts zu befürchten, außer einer zusätzlichen Gesangseinlage eines Steinkauzes.
Ein Steinkauz nistet bei einem Bauernhof. Foto: NZ Kleve