Stefanie Hertel als Schauspielerin im Stadttheater Emmerich, zeigt auf die Bühne
3. April 2026 · Emmerich

Stefanie Hertel auf der Theaterbühne: „Es macht mir total viel Spaß“

Sängerin, Moderatorin und Schauspielerin im NN-Interview – Karten für die Komödie „Ganz Paris träumt von der Liebe“ am 18. April im Stadttheater in Emmerich gewinnen

EMMERICH. Eine amüsante Musikkomödie voller Leichtigkeit und Raffinesse verspricht „Ganz Paris träumt von der Liebe“. Große Erfolge feierte die Tournee-Produktion bereits in den vergangenen beiden Jahren, nun kehrt sie noch einmal zurück auf die Bühne – am Samstag, 18. April, 20 Uhr, auch ins Stadttheater Emmerich. Zum sechsköpfigen Ensemble gehört auch Stefanie Hertel. Die Sängerin und Moderatorin schrieb zudem am Drehbuch mit. Vor dem Gastspiel in Emmerich spricht Stefanie Hertel im NN-Interview über ihre erste Eigenproduktion, den Unterschied zwischen Sängerin und Schauspielerin, die Musik und das Paris der 1960er Jahre.

Frau Hertel, Sie sind Sängerin, Moderatorin, jetzt auch noch Musical- beziehungsweise Theater-Darstellerin. Was begeistert Sie am meisten?

Stefanie Hertel: Die Abwechslung ist das, was mich begeistert. Für mich ist es immer wichtig, dass es nicht langweilig wird.

Ist es ein Unterschied, beispielsweise in der Interaktion mit dem Publikum, ob Sie als Sängerin auf der Bühne stehen oder eben als Schauspielerin?

Hertel: Ja, schon. Es ist auf jeden Fall etwas anderes. Das Publikum mag ja sehr ähnlich sein, aber man selbst agiert natürlich anders. Wenn man einfach als man selbst, als Sängerin, auf der Bühne steht, ist das oft sehr spontan und abhängig von der Stimmung. Man spricht auch mit dem Publikum. Wenn man dagegen in einer Rolle ist, kann man aus dieser ja nicht einfach ausbrechen, nicht persönlich und direkt mit dem Publikum agieren. Da muss man das Publikum auf eine andere Art und Weise kriegen und begeistern.

Ist das schwieriger?

Hertel: Nö, das ist nicht schwierig – es ist einfach nur anders. Man ist in einer Rolle, die muss man komplett ausfüllen. Wie soll ich sagen? Es ist wie durch eine Scheibe zum Publikum: Die Zuschauer können einen nur beobachten, sie können nicht eingreifen. Also selbst wenn einer unten beispielsweise einen Hustenanfall hat, kann man in dem Moment nicht darauf eingehen. Man spielt seine Rolle, ist in seinem Stück und muss das so überzeugend machen, dass man die Leute trotzdem berührt. Bei einem Konzert muss man die Leute wieder auf andere Art und Weise begeistern. Dann liefert man seine Songs ab, kann auf die Leute eingehen, mit ihnen sprechen und somit eine Verbindung herstellen. Das ist schon ein großer Unterschied.

„Wir sind zu einer Tournee-Familie zusammengewachsen“

Bei „Ganz Paris träumt von der Liebe“ stehen Sie nicht nur selbst auf der Bühne, sondern haben auch am Drehbuch mitgeschrieben. Wie hat sich die Story entwickelt dahinter?

Hertel: Das Drehbuch geschrieben hat ja mein Kollege David Jonas Frei. Wir haben uns vor vier Jahren auf einer Musiktheater-Tournee kennengelernt. Gemeinsam mit den anderen Kollegen waren wir damals war ein zusammengewürfelter Haufen an Musicaldarstellern und Schauspielern – ich als Sängerin bin da so reingerutscht. Wir waren 40 Tage lang gemeinsam auf Tour, und es war so toll, dass wir in dieser Zeit uns wirklich lieben gelernt haben und richtig zu einer Tournee-Familie zusammengewachsen sind. Da haben wir beschlossen, dass wir auf jeden Fall weiterarbeiten wollen. Damals, auf dieser Tour, ist auch schon die Idee entstanden, ein eigenes Stück zu kreieren und damit nach Paris zu gehen. David Jonas Frei und ich haben uns gleich mal die Bälle zugeworfen. Er ist ein riesengroßer Fan der alten Filme und Schlager aus den 60er Jahren. Wir haben Ideen geschmiedet, was man alles in das Stück einbauen kann. Nach der Tour haben wir uns wieder getroffen, die anderen Kollegen waren auch sofort dabei und haben natürlich ebenfalls ihren Input gegeben. Und so haben wir Stück für Stück diese neue Tour geplant, einen Veranstalter gefunden, das Bühnenbild bauen lassen, den Tourneezeitraum festgelegt – also alles, was dazugehört. Es ist eine große Organisation, das alles so auf einen Nenner zu kriegen. Es war schon harte Arbeit, aber hat auch wahnsinnig viel Spaß gemacht.

Wieso ist es Paris geworden?

Hertel: Weil Paris uns als perfekt erschien. Erstens gibt es wahnsinnig viele Lieder, die nach Paris passen, gerade aus den 60er Jahren. Songs wie „Pigalle“, „Hinter den Kulissen von Paris“ oder „Champs-Élysées“, diese ganzen wunderschönen Lieder, passen super in so ein Stück. Und dann natürlich Paris: die Stadt der Liebe. Ich glaube, jeder assoziiert mit dieser Stadt etwas sehr Romantisches und sehr Schönes. Deswegen ist die Wahl auf Paris gefallen.

Waren Sie selbst auch schon in Paris? Haben auch Sie einen ganz persönlichen Bezug zu dieser Stadt?

Hertel: Total. Mein Mann und ich waren schon mehrfach in Paris. Er hat auch viel Zeit dort verbracht, kennt die Stadt relativ gut. Ja, ich liebe Paris auch, ich will da auch unbedingt bald mal wieder hin.

Paris in den 60er Jahren: Hätten Sie gerne selbst dort in dieser Zeit gelebt?

Hertel: Na ja, man kennt ja die Filme aus den 60er Jahren. Ich finde den Style einfach sehr, sehr cool: die Kostüme, die Lebensart und eben die Musik. Ich selbst kann es natürlich schwer einschätzen, weil ich da nicht gelebt habe, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass es eine sehr romantische und coole Zeit war.

„Unser Präsident ist ein bisschen eine Witzfigur“

Sie spielen Gaby, die als Frau des französischen Präsidenten aufgebaut werden soll. Hatten Sie und Herr Frei dabei den ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni im Hinterkopf, oder sind mögliche Parallelen reiner Zufall?

Hertel: Ich glaube, das ist eher Zufall, denn unser Präsident ist komplett anders. Er ist sehr, sagen wir mal, egozentrisch, sehr eitel und ja, und ich glaube, er lässt auch nichts anbrennen. Er ist auch ein bisschen eine Witzfigur. Schließlich ist unser Stück eine Komödie. Ich würde unseren Präsidenten also nicht direkt mit Sarkozy vergleichen. Andererseits: Man schreibt ja Sarkozy auch zu, dass er den Frauen sehr zugetan ist und insofern wäre das vielleicht doch eine Parallele. Ich selbst spiele nicht die Gattin, sondern die Verlobte des Präsidenten, die aber kalte Füße bekommt und feststellt, dass dieses Leben im goldenen Käfig ihr doch zu viel wird. Also zieht sie die Reißleine und haut ab. Und damit beginnt auch die Story.

Wie viel Stefanie Hertel steckt in Gaby oder umgekehrt?

Hertel: Es steckt schon ein bisschen von mir in Gaby. Ein paar Parallelen gibt‘s da sicherlich. Wir sind beide, ich würde mal sagen, sehr bodenständig und lieb und kommen vom Land. Ich bin ja auch so ein totales Landei. Gleichzeitig ist sie aber auch sehr anders als ich, vom ganzen Wesen her. Es macht aber auch Spaß, in so eine Rolle zu schlüpfen.

Wie viel Freude bereitet es Ihnen, für eine gewisse Zeit in die Haut von jemand ganz anderem zu schlüpfen?

Hertel: Das hat etwas total Spannendes und Aufregendes, weil man sich komplett in eine Rolle hineinversetzen kann und einfach mal komplett anders sein kann, als man eigentlich ist. Man kann Dinge rauslassen, die man sonst vielleicht nicht rauslassen würde, beziehungsweise eben einfach auch in eine Rolle schlüpfen und ganz andere Eigenarten annehmen. Das macht total viel Spaß.

Könnten Sie sich denn vorstellen, auch ernstere Rollen auf der Bühne zu übernehmen, um dann wiederum ganz andere Facetten zu zeigen?

Hertel: Ja, natürlich, vorstellen kann ich mir das auf jeden Fall. Ich meine, es macht sehr viel Spaß, so eine Komödie zu spielen, etwa Witziges und Lockeres. Aber klar, kann ich mir auch vorstellen, mal was Ernsteres zu spielen. Wer weiß, was da noch so auf mich zukommt.

„Alles, was noch kommt, kommt sowieso auf einen zu“

KKK-Chefin Andrea Joosten und Schauspielerin Stefanie Hertel mit dem Plakat zur Komödie im Stadttheater Emmerich.

Freuen sich auf die Musikkomödie in Emmerich: KKK-Chefin Andrea Joosten (l.) und Schauspielerin Stefanie Hertel. NN-Foto: Gerhard Seybert Foto: Gerhard Seybert - 47608 Geldern

Gibt es ein spezielles Stück oder eine Thematik, die Sie besonders reizen würde?

Hertel: Ach nein, darüber denke ich momentan gar nicht nach. Ich bin eher jemand, der im Hier und Jetzt lebt und einfach zu 100 Prozent alles gibt für das, was gerade ansteht. Alles, was noch kommt, kommt sowieso auf einen zu. Ich bin niemand, der nach Dingen sucht. Ich habe nie gesagt: In fünf Jahren will ich mal Theater spielen und will die Gaby in dieser Komödie spielen. So etwas ist mir immer zugeflogen. Da hat immer eines zum anderen geführt. Das ist ja das Spannende. Ich finde es wichtig, dass man offen bleibt für die Dinge, die gerade so passieren. Dass man sich nicht zu sehr versteift auf eine Richtung – es könnte ja sein, dass es in eine ganz andere Richtung geht, die man sich vorher nie hätte träumen lassen. Ich hätte zum Beispiel vor fünf oder zehn Jahren nie gedacht, dass ich eines Tages ein Theaterstück produziere und selbst spiele.

Als das erste Mal dieser Gedanke, die Idee aufkam, gab es bei Ihnen ein gewisses Zögern? Oder haben Sie direkt gesagt: Hier bietet sich eine Chance, die ergreife ich?

Hertel: Ich hatte auch zuvor schon Anfragen für ein Theaterstück oder eine Theatertour, habe aber immer absagen müssen. Es ist natürlich ein Riesenaufwand, und das war terminlich und zeitlich einfach nicht drin bei meinen vielen Engagements. Dann kam Corona, auf einmal hatte ich wahnsinnig viel Zeit und habe gesagt: Jetzt kann ich das mal ausprobieren. So ganz überzeugt war ich aber immer noch nicht, dass es mir liegt. Ich hatte schon Bedenken und bin mit diesen auch zur Tourprobe gefahren. Die wurden aber sofort alle aufgeräumt, vor allem, weil ich so wahnsinnig tolle Kollegen habe, die mir sofort Unterstützung gegeben haben. So habe ich mehr und mehr gemerkt, dass es einfach total viel Spaß macht, mir total liegt und ich das auf jeden Fall weitermachen will.

Bei „Ganz Paris träumt von der Liebe“ ist die Musik ein ganz wesentlicher Teil. Haben Sie bei all den Welthits ein Lieblingsstück?

Hertel: Ich bin schon immer großer Fan von Caterina Valente gewesen, insofern ist natürlich das Hauptlied, „Ganz Paris träumt von der Liebe“, eines meiner absoluten Lieblingslieder. Aber darüber hinaus gibt es natürlich auch noch andere Lieder, zum Beispiel „Sag mir, was du denkst“. Das ist ein sehr, sehr schöner Liebesschlager, den Peter Krauss zusammen mit Conny Froboess gesungen hat. Und dann wird es auch etwas ganz Neues geben in diesem Jahr: Wir bauen nämlich einen neuen Song von mir mit in das Stück ein.

Welcher ist es?

Hertel: „Hör auf dein Herz“ heißt das Lied. Diesen Song habe ich letztes Jahr auf meinem Jubiläumsalbum gehabt, jetzt veröffentlichen wir ihn noch mal als Remix. Im Stück wird er dann noch mal in einer anderen Version zu hören sein. Darauf freue ich mich auch schon sehr.

Schöne Story, tolle Schauspieler und großartige Musik

Können Sie einmal zusammenfassen, worauf sich die Zuschauer in Emmerich am 18. April freuen dürfen?

Hertel: Sie können sich freuen auf einen Abend voller Humor. Sie können sich einfach mal zurücklehnen und Spaß haben. Es gibt eine sehr, sehr schöne Story mit tollen Schauspielern und großartiger Musik zum Mitsingen. Man kann einfach mal für ein paar Stunden alles rundherum vergessen und einen tollen Abend verbringen mit Menschen, die hochmotiviert sind auf der Bühne und ganz, ganz viel Spaß haben, dieses Stück zu spielen.

Ist ein Auftritt wie im Stadttheater vor einigen 100 Zuschauern etwas völlig anderes, als wenn Sie vor einigen 1.000 Menschen spielen.

Hertel: Nein, ich habe immer wieder diese kleineren Tourneen gespielt, das macht auch total viel Spaß. Gerade bei den Weihnachtstourneen will ich gar nicht in große Hallen gehen, denn es ist viel, viel schöner, wenn man den viel persönlicheren Bezug zum Publikum hat.

Es ist das Osterwochenende. Wie wird bei Ihnen das Osterfest gefeiert?

Hertel: Ostern hat auf jeden Fall eine besondere Bedeutung. Es ist ja eines der größten Feste im Jahr. In diesem aber wird Ostern mit Tourproben gefüllt sein, denn wir sind ab Dienstag unterwegs. Deswegen wird am Ostersonntag und Ostermontag fleißig mit den Kollegen geprobt. Aber das ist nun mal so. Ansonsten feiern wir Ostern natürlich klassisch mit der Familie. Es gibt sehr, sehr schöne Ostertraditionen, insbesondere in der Heimat meines Mannes. Der ist Kärntner, und dort gibt es mit der Familie die sogenannte Osterjause, das heißt ganz verschiedene Speisen, die auf den Tisch kommen, unter anderem ein ganz besonderes Hefegebäck, der Kärntner Reindling. Dazu Ostereier suchen und Osternest verstecken – also alles, was dazugehört.

Aber das muss dann jetzt auf nächstes Jahr verschoben werden.

Hertel: Ja, dieses Jahr wird das nichts. Schauen wir mal, ob wir nächstes Jahr dann wieder Ostern in Familie feiern können.

VERLOSUNG

Die NN verlosen 3 x 2 Tickets für „Ganz Paris träumt von der Liebe“ am 18. April im Stadttheater in Emmerich. Einfach eine E-Mail mit Name, Anschrift, Telefonnummer und Betreff „Paris“ an gewinnspiel@nn-verlag.de senden. Einsendeschluss ist Mittwoch, 8. April. Die Namen der Gewinner werden unter www.niederrhein-nachrichten.de veröffentlicht.

Stefanie Hertel steht am 18. April wieder als Schauspielerin auf der Bühne im Stadttheater in Emmerich. NN-Foto: Gerhard Seybert