Start der Getreideernte am Niederrhein steht bevor
23. Juni 2026 · Niederrhein

Start der Getreideernte am Niederrhein steht bevor

Rheinische Landwirte erwarten durchschnittliche bis gute Erträge

NIEDERRHEIN. Bald beginnt im Rheinland die diesjährige Getreideernte. Traditionell macht die Wintergerste den Anfang, da sie bereits im Herbst des vergangenen Jahres als erste Getreidekultur ausgesät wurde. Die Aussaat im Herbst 2025 verlief für die wichtigsten Kulturen wie Weizen, Gerste und Raps unter guten Bedingungen. Auch Winter und Frühjahr brachten ausreichend Niederschläge. Lediglich die Sonnenscheindauer blieb etwas hinter den Erwartungen zurück. „Wie die Ernte letztlich ausfallen wird, hängt maßgeblich von der Witterung der kommenden Wochen ab“, erklärt Michael Seegers, Kreisvorsitzender der Kreisbauernschaft Kleve. Besonders der Winterweizen befindet sich derzeit in der Kornfüllungsphase. In diesem Entwicklungsstadium werden Stärke und Eiweiß in die Körner eingelagert - ein entscheidender Prozess für Ertrag und Qualität. Dafür sind moderate Temperaturen sowie eine ausreichende Wasser- und Nährstoffversorgung wichtig. Die für die kommenden Tage angekündigten hohen Temperaturen könnten sich beim Weizen nachteilig auswirken. Hitze und Trockenstress können die Kornfüllung beeinträchtigen und damit Ertrag und Qualität mindern. Die Wintergerste hingegen profitiert von der warmen Witterung und kann dadurch zügig abreifen. Insgesamt erwarten die rheinischen Landwirte derzeit eine durchschnittliche bis gute Getreideernte. Nach Abschluss der Gerstenernte wird voraussichtlich Anfang Juli die Winterweizenernte beginnen. Den Abschluss der Erntesaison bildet anschließend die Rapsernte.

Wirtschaftliche Lage bleibt angespannt

Trotz der positiven Ernteaussichten bleibe die wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe herausfordernd. Hohe Produktionskosten träfen weiterhin auf vergleichsweise niedrige Erlöse für Getreide. Zusätzliche Belastungen ergeben sich durch die jüngsten geopolitischen Konflikte. Vor allem die Preise für Diesel und Düngemittel seien zuletzt gestiegen, während die Getreidepreise auf den internationalen Märkten weiterhin auf niedrigem Niveau verharrten. Die Landwirtschaft hofft daher auf eine Entspannung bei den Betriebsmittelkosten. „Sinkende Rohölpreise könnten dazu beitragen, die Ausgaben für Energie und Dünger wieder zu senken und damit die wirtschaftliche Lage der Betriebe zu verbessern. Darauf hoffen wir!“ so Michael Seegers.