Starkregenrisiken im Fokus
Uedem: Erfolgreiche Bürgerveranstaltung mit reger Beteiligung
UEDEM. Rund 80 Bürger folgten der Einladung zur Öffentlichkeitsveranstaltung zum Starkregenrisikomanagement und nutzten die Gelegenheit, sich umfassend zu informieren und aktiv in den Austausch einzubringen. In einer sachlichen und konstruktiven Atmosphäre wurden die bestehenden Starkregengefahren- und Risikokarten intensiv diskutiert sowie individuelle Fragestellungen erörtert.
Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Rainer Weber führte Marc Jansen von der Kommunal Agentur NRW in das Projekt „Starkregenrisikomanagement“ ein. Dabei wurde deutlich, dass das Konzept auf drei zentralen Bausteinen basiert: der Analyse der Überflutungsgefährdung (Starkregengefahrenkarte), der darauf aufbauenden Risikoanalyse (Starkregenrisikokarte) sowie einem darauf abgestimmten Handlungskonzept.
Im Anschluss erläuterte Amin Marvani vom Ingenieurbüro Karl Berger die zugrunde liegende Methodik der Kartenerstellung. Diese basiert auf einer hydronumerischen, instationären zweidimensionalen Modellierung, welche mit einem hydrodynamischen, eindimensionalen Kanalnetzmodell gekoppelt worden ist. So konnten die Abflusswege und Überflutungsbereiche präzise simuliert werden. Dabei wurden drei unterschiedliche Starkregenszenarien berechnet, die auf der Homepage der Gemeinde Uedem (www.uedem.de) eingesehen werden können. Für eine möglichst realitätsnahe Darstellung wurde das Geländemodell zusätzlich ortsspezifisch angepasst, etwa durch die Berücksichtigung von Gebäudeumrissen und Abflusshindernissen wie Mauern.
Das anschließende Handlungskonzept, vorgestellt durch Marc Jansen, umfasst sechs aufeinander aufbauende Schritte: von der Zielabstimmung über die Risikoanalyse und Informationsvorsorge bis hin zur Flächenvorsorge, der Planung baulicher Maßnahmen sowie dem Krisenmanagement. Dabei wurde besonders betont, dass der Schutz vor Starkregen eine gemeinschaftliche Aufgabe ist, die sowohl die öffentliche Hand als auch private Eigentümer gleichermaßen betrifft.
Im zweiten Teil der Veranstaltung standen zwei Thementische für den direkten Austausch zur Verfügung. Am ersten Tisch informierten Vertreter der Kommunal Agentur NRW sowie der Verwaltung (Tiefbau) über konkrete Schutzmaßnahmen und gaben praxisnahe Hinweise zur Eigenvorsorge für Gebäude und Grundstücke.
Am zweiten Tisch erläuterten Fachleute des Ingenieurbüros gemeinsam mit der Verwaltung detailliert die Starkregenkarten und zeigten potenzielle Überflutungsbereiche auf.
Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig Information, Vorsorge und Zusammenarbeit im Umgang mit zunehmenden Starkregenereignissen sind. Die rege Beteiligung und das große Interesse unterstreichen die hohe Relevanz des Themas für die Bürgerschaft in Uedem.