Stadtvertreter besuchen die neue Firmenzentrale von Nicolaisen
Neuer Standort im neuen Gewerbegebiet Am Pannofen
GELDERN. Vom ersten Spatenstich bis zum Einzug vergingen gerade einmal zwölf Monate. Und wo einst die Kapazitäten an ihre Grenzen stießen, stehen heute moderne Produktions- und Logistikflächen sowie ein attraktiver Bürokomplex: Mit dem Umzug in den Neubau im Gewerbegebiet Am Pannofen hat das Gelderner Familienunternehmen Nicolaisen ein neues Kapitel ihrer Unternehmensgeschichte aufgeschlagen. Davon überzeugten sich jetzt auch Bürgermeister Sven Kaiser und Wirtschaftsförderer Stefan von Laguna im Rahmen der Unternehmensbesuchsreihe der Stadt Geldern bei einem Vor-Ort-Besuch.
Innerhalb von nur einem Jahr Bauzeit entstand auf dem insgesamt 25.000 Quadratmeter großen Firmengrundstück ein moderner Standort, an dem Produktion, Logistik und Verwaltung unter einem Dach vereint sind. Für Henrik Nicolaisen (25), der die Planung und Umsetzung des Projekts zusammen mit dem Gelderner „Architekturbüro Engelbert Hanßen“ verantwortete, ist der Neubau ein wichtiger Meilenstein für die Zukunft des Familienunternehmens.
Bürgermeister Sven Kaiser zeigte sich beeindruckt von dem Ergebnis: „Hier ist ein wirklich toller Neubau mit modernsten Arbeitsbedingungen entstanden“, sagte er. „Solche Investitionen stärken den Wirtschaftsstandort Geldern und zeigen, dass unsere Unternehmen auch unter derzeit herausfordernden Rahmenbedingungen zuversichtlich in die Zukunft blicken.“
Auf einer Fläche von rund 17.000 Quadratmetern entstand ein moderner Unternehmensstandort mit besten Arbeitsbedingungen für die derzeit rund 45 Beschäftigten. Zum neuen Firmensitz, bei dem auch viel auf den Aspekt der Nachhaltigkeit gesetzt wurde, gehören unter anderem eine große PV-Anlage, mehrere E-Ladesäulen, ein großer Loungebereich für die Mitarbeiter sowie ein deutlich erweitertes Lager mit nunmehr 3.200 Palettenplätzen. „Zum Vergleich: Am bisherigen Standort standen uns bislang lediglich zwischen 1.300 und 1.500 Palettenplätze zur Verfügung“, berichtet Henrik Nicolaisen.
Auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung spielte nach Angaben des Unternehmens eine wichtige Rolle bei der schnellen Umsetzung des Projekts. „Dank des Engagements der Verwaltung konnten die Genehmigungsprozesse zügig abgewickelt werden. Das hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir den Neubau in nur einem Jahr realisieren konnten“, betonte Firmeninhaber Carsten Nicolaisen (72). „Wir haben auch noch zu einem recht guten Zeitpunkt gebaut. Heute wären die Kosten deutlich höher.“
Seit fast fünf Jahrzehnten, berichtete Carsten Nicolaisen im Gespräch mit Bürgermeister Sven Kaiser und Stefan von Laguna, sei er bereits in der Branche tätig. 1997 wagten er und seine Frau Karla den Weg in die Selbständigkeit. Was im Kleinen in der eigenen Garage anfing, entwickelte sich in nun fast 30 Betriebsjahren zu einem international agierenden Zulieferer der Lebensmittelindustrie mit heute mehr als 4.000 Produkten im Sortiment. Spezialisiert hat sich das Familienunternehmen auf die Entwicklung und Herstellung von individuell angepassten Verpackungslösungen für die Lebensmittelindustrie.
„Man kann davon ausgehen, dass man unsere Produkte in fast jedem Supermarkt in Deutschland findet“, erläutert Carsten Nicolaisen. „Wir bewegen uns dabei in einem Nischenmarkt und versuchen, uns als Gelderner Familienunternehmen gegen Global Player zu behaupten“, führt der Seniorchef fort. „Dafür müssen wir viele Dinge besser machen als die Großen.“
Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf die Entwicklung neuer Produkte, um den steigenden Anforderungen von Handel und Industrie gerecht zu werden.
Herausfordernd seien hingegen die Auswirkungen internationaler Krisen – wie zurzeit der Irankrieg. Vor allem die steigende Rohstoff- und Transportkosten machten sich spürbar bemerkbar. „Der Krieg im Nahen Osten trifft uns schon stark, weil wir weltweit aufgestellt sind und Produktionsstandorte in verschiedenen Ländern, wie in Japan oder Litauen, haben“, sagte Carsten Nicolaisen. So seien zeitweise etwa die Kosten für einen Container von rund 2.600 Euro auf bis zu 9.000 Euro gestiegen.
Dennoch blickt das Unternehmen optimistisch nach vorne. Das internationale Geschäft, das Juniorchef Henrik Nicolaisen bereits seit Jahren mitverantwortet, soll weiter ausgebaut werden.
Sie empfingen Bürgermeister Sven Kaiser (r.) und Wirtschaftsförderer Stefan von Laguna (l.) in ihrem neuen Firmengebäude (v.l.): Carsten Nicolaisen, Karla Nicolaisen und Henrik Nicolaisen. Foto: Stadt Geldern/Terhorst