Stadt Rees verschiebt den Tom-Sawyer-Preis auf 2025
Schreibwettbewerb für Schüler findet künftig im Dreijahresrhythmus statt
Erstmals gab es einen Dreijahressprung zwischen der zweiten (2005) und dritten Auflage (2008) des damals noch jungen Wettbewerbs. Nun aber soll der Rhythmus dauerhaft geändert werden, der Tom-Sawyer-Preis damit nicht in diesem Jahr, sondern erst in 2025 wieder ausgeschrieben werden. Dies hat finanzielle Gründe, wie Jörn Franken, Pressesprecher der Stadt Rees, erläutert: „Im Sinne der Haushaltspolitik wollen und müssen wir auch kleinere Einsparungen vornehmen.“ Mit einem drohenden Minus von 8,5 Millionen Euro ist die finanzielle Lage der Stadt Rees durchaus als angespannt zu bezeichnen. Bereits im Dezember hatte Kämmerer Andreas Mai im Zuge der Haushaltseinbringung gesagt: „Wir werden einige schwere Entscheidungen treffen müssen.“
Um den Zweijahresrhythmus beibehalten zu können, hatte die Stadt Rees zuletzt versucht, weitere Sponsoren zu akquirieren. „Leider vergeblich“, wie Franken berichtet. Die Kosten für die Stadt belaufen sich auf „ein paar Tausend Euro“, überwiegend für die Unterbringung der auswärtigen Gäste bei der Siegerehrung.
Gemeinsame Entscheidung
Die Mitglieder der Jury hat Kulturamtsleiterin Sigrid Mölleken bereits über die Änderung informiert und dabei auch ihr Bedauern und das der Verwaltung zum Ausdruck gebracht. „Solche Entscheidungen treffen wir hier in Rees immer gemeinsam“, betont Franken. So habe es im Vorfeld der Aufstellung des neuen Haushaltsplans Gespräche aller Fachbereiche mit dem Bürgermeister und dem Kämmerer gegeben. „Dabei wurde vorgegeben, dass jeder in seinem Bereich Einsparmöglichkeiten aufgrund der prekären Haushaltssituation definieren sollte“, berichtet Franken. Im Falle des Fachbereichs Schule, Kultur und Stadtmarketing von Sigrid Mölleken „war eine gemeinsame Idee aus diesem Haushaltsgespräch, Einsparungen beim Tom-Sawyer-Preis vorzunehmen“.
Zunächst habe man den Versuch unternommen, den Posten, der über den städtischen Haushalt finanziert wird, durch zusätzliches Sponsoring abzudecken, um den Zweijahresrhythmus doch aufrecht erhalten zu können. „Das hat leider nicht funktioniert“, sagt Franken, deshalb habe man sich letztlich dazu entschieden, den Zeitraum zwischen den Wettbewerben auf drei Jahre zu strecken.
Damit wolle man jedoch keineswegs den Abgesang auf den Tom-Sawyer-Preis einläuten, versichert er: „Das ist definitiv nicht das Ziel. Es muss aber erlaubt sein, hin und wieder einzelne Veranstaltungen genauer zu betrachten und sie zu überdenken, beispielsweise in Sachen Rhythmus und Konzept“, sagt Franken. Zumal damit auch viele Vorbereitungen verbunden seien, die seitens der Verwaltung zu leisten sind. „Dabei geht es aber nicht um eine konkrete Veranstaltung“, betont der Reeser Pressesprecher.
Michael BühsAusgewählte Geschichten des Tom-Sawyer-Preises sind stets in Begleitbüchern zum Wettbewerb erschienen. NN-Foto: Heiner Frost