Stadt Geldern und Stadtwerke zeichnen nachhaltiges Engagement aus
Nachhaltigkeitspreis 2026: Siegerehrung beim LandLebenSpaß
GELDERN. Nachhaltigkeit beginnt oft mit einer einfachen Idee – und wird besonders wirkungsvoll, wenn viele Menschen mitmachen. Genau das zeigen die beiden Preisträger des Nachhaltigkeitspreises der Stadt Geldern 2026.
Im Rahmen der Veranstaltung „LandLebenSpaß“ wurden die diesjährigen Gewinner von Bürgermeister Sven Kaiser und Claus van Vorst, Technischer Leiter bei den Stadtwerken Geldern, verkündet und geehrt. Der erste Platz geht in diesem Jahr an das Kinderhaus St. Adelheid mit seinem Tauschschrank. Über den zweiten Platz freut sich die Ideen- und Mitmachwerkstatt Innenstadt (IMI) Geldern, die Nachhaltigkeit auf vielfältige Weise mit Kreativität und sozialem Miteinander verbindet.
Insgesamt elf Bewerbungen waren in diesem Jahr für den Nachhaltigkeitspreis eingegangen. Eine Jury bewertete die eingereichten Projekte anhand festgelegter Kriterien und wählte die beiden Preisträger aus. Der erste Platz ist mit 1.500 Euro dotiert. Der zweite Platz darf sich über 1.000 Euro freuen. Die Stadtwerke Geldern unterstützen den Nachhaltigkeitspreis als Sponsor.
„Es freut uns sehr, dass wir wieder einige Bewerbungen für den Nachhaltigkeitspreis vorliegen hatten. Das verdeutlicht, wie viele Menschen, Vereine und Organisationen in Geldern sich aktiv für das Thema Nachhaltigkeit engagieren“, so Janette Heesen auf dem Bereich Umwelt, Klima, Mobilität.
Von der Corona-Idee zum dauerhaften Erfolgsmodell
Die Geschichte des Tauschschranks im Kinderhaus St. Adelheid begann während der Corona-Pandemie. Weil Kinder und Familien die Einrichtung nicht betreten konnten, suchte das Team nach Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu bleiben. Ein wetterbeständiger Schrank wurde aufgestellt und mit kleinen Aufgaben und Angeboten für die Kinder bestückt – gleichzeitig entstand die Möglichkeit, Bücher, Spiele und Kleidung untereinander weiterzugeben. Die Resonanz der Familien war so groß, dass die Idee auch nach der Pandemie weitergeführt wurde.
Heute ist das Tauschregal fester Bestandteil des Kinderhauses. Eltern, Kinder, Mitarbeitende und sogar Großeltern beteiligen sich. Dinge, die dort keinen neuen Besitzer finden, werden nach Möglichkeit weitergegeben – beispielsweise Bücher an Bücherschränke oder Spielsachen an die Flüchtlingshilfe, Diakonie und Caritas.
Selbst als die Kita aufgrund von Renovierungsarbeiten vorübergehenden in einem Container am Bahnhof untergebracht war, wollten die Familien auf das Angebot nicht verzichten. Nach der Rückkehr ins Haupthaus wurde deshalb erneut ein Tauschregal eingerichtet, das von Mitarbeitenden gepflegt wird. So werden Gegenstände weiter genutzt, Ressourcen geschont und gleichzeitig Familien miteinander ins Gespräch gebracht.
Aus Altem Neues schaffen
Auch die Ideen- und Mitmachwerkstatt zeigt, wie vielseitig Nachhaltigkeit sein kann. Die Initiative wurde 2019 ins Leben gerufen, seit 2022 ist sie offiziell ein gemeinnütziger Verein. Bereits die erste Aktion stand unter dem Motto „Mach was draus“: Aus Verpackungen sowie Stoff-, Leder- und Wollresten entstanden neue nützliche und dekorative Dinge. Bis heute spielt die Weiterverwendung vorhandener Materialien eine zentrale Rolle bei den Mitgliedern. Aus gespendeten Garnen, Stoffen, Bettwäsche oder alten Jeans entstehen unter anderem Taschen, Topflappen, Kissen, Nesteldecken für Menschen mit Demenz oder sogenannte Kochsäcke, mit denen Speisen energiesparend warmgehalten und nachgegart werden können. Für ein Hospiz wurden aus überwiegend alter Bettwäsche und Tischdecken spezielle Bezüge für Lagerungsrollen und Polster angefertigt. Aus gespendetem Garn entstanden außerdem 25 Granny-Square-Decken, die an vier Gelderner Kindergärten als Spieldecken weitergegeben wurden.
Der Verein vermittelt bei Workshops zudem Nähen und Stricken und zeigt, wie sich aus Resten oder ausgedienten Dingen Neues herstellen lässt. Gleichzeitig versteht sich die Werkstatt als offener Treffpunkt. Regelmäßige „Klön-Zeiten“, Spieltermine sowie gemeinsames Kochen, Backen und Essen schaffen niedrigschwellige Möglichkeiten für Begegnung und Gemeinschaft.
„Beim Durchsehen der Bewerbungen ist es beeindruckend zu sehen, wie vielseitig die Ideen und Initiativen zum Thema Nachhaltigkeit in unserer Stadt sind“ sagt Claus van Vorst von den Stadtwerken. „Mit dem Nachhaltigkeitspreis zwei besonders wertvollen Projekten eine Sichtbarkeit geben zu können, ist eine tolle Sache, die wir gerne unterstützen“.
Engagement sichtbar machen
Die elf Bewerbungen für den Nachhaltigkeitspreis machen deutlich, wie unterschiedlich nachhaltiges Engagement aussehen kann: Es geht um Ressourcenschonung und Wiederverwendung, aber ebenso um Gemeinschaft, Bildung, Kreativität und die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Umfeld zu übernehmen.
Mit dem Nachhaltigkeitspreis möchte die Stadt Geldern dieses Engagement sichtbar machen, würdigen und gleichzeitig weitere Menschen dazu ermutigen, eigene Ideen umzusetzen.
Und auch im kommenden Jahr soll der Nachhaltigkeitspreis wieder vergeben werden. Bewerbungen sind bis zum 30. Juni möglich. Die Form der Bewerbung ist frei wählbar. Die Unterlagen können digital per Mail an umwelt@geldern.de gesendet werden.
Bürgermeister Sven Kaiser (h.r.), Claus Van Vorst (h.l.), Technischer Leiter bei den Stadtwerken und Janine Segref (r.), Leiterin des Bereichs Umwelt, Klima, Mobilität bei der Stadt Geldern, gratulierten den Preisträgern. Foto: Stadt Geldern/Sprungbrett Marketing