Spannende Einblicke in innovative Landwirtschaft
Agroforst Sommerwoche 2026 der Hochschule Rhein-Waal
KREIS KLEVE. Bereits im dritten Jahr heißt es im Juni an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) Zeit für Agroforst. In der Zeit vom 2. bis 21. Juni finden zahlreiche Veranstaltungen rund um das Thema „Bäume auf dem Acker“ statt. Baumstreifen auf Ackerflächen sorgen für einen geringeren Abtrag von wertvollem Boden bei Wind und Regen, werfen Schatten an sonnigen Tagen und beleben den Boden. Trotzdem stößt dieses Konzept vielfach auf Vorbehalte. Mit den öffentlichen Veranstaltungen der Agroforst Sommerwoche wollen das Agroforst Reallabor der HSRW und seine Kooperationspartner für mehr Verständnis werben und eine breitere Akzeptanz von alternativen landwirtschaftlichen Methoden in der Gesellschaft erreichen. Der Startschuss fällt am 2. Juni mit einem Onlinevortrag, der auf Initiative der Stadt Kleve angeboten wird. Burkhard Kayser, Berater für nachhaltige Landnutzung und Permakultur, gibt eine verständliche Einführung in die Kombination von Ackerbau, Weidehaltung und Gehölzen. Am Dienstag, 9. Juni findet in Kooperation mit dem LIKK (Landschaftspflege im Kreis Kleve) ein Vortrags- und Diskussionsabend zur Ökonomie von Streuobstwiesen statt. Prof. Dr. Tobias Dalhaus zeigt am Beispiel der Frostresilienz von Streuobstwiesen und Schweizer Mostobstproduktion, wie Partner entlang der Wertschöpfungskette von Produktionsausfällen betroffen sind. In der anschließenden Diskussion soll erörtert werden, wie Kenntnisse zur Entwicklung einer nachhaltigen und klimaresilienteren Streuobstwiesennutzung auch am Niederrhein beitragen können. An Praktiker richtet sich der 13. Agroforst-Praxisstammtisch Niederrhein. Am Mittwoch, 10. Juni, steht ein Apfel-Agroforstsystem, das in Goch im Rahmen von Forschung des Agroforst Reallabors zur Trockentoleranz von Apfelwurzeln gemeinsam mit Praxispartnern angelegt wurde, im Fokus. Auf der Fläche werden Pflanzung, Baumschutz und Versuchsfragestellungen diskutiert. Bei einem gemeinsamen Abendessen im Agroforst kann sich weiter ausgetauscht werden. Agroforst ist in Kleve ohne das Pilotprojekt Alleen 3 fast nicht denkbar. Was ist seit der Pflanzung im Januar 2025 passiert? Die Baumreihen sind gut angewachsen und deutlich sichtbarer geworden. Am Donnerstag, 11. Juni von 14 bis 16 Uhr bietet die HSRW in Koopera-tion mit der Stadt Kleve eine Führung durch die sieben Agroforststreifen an und gibt einen Einblick in die aktuelle Forschung und Bewirtschaftung. Zwei Bodenworkshops sollen neben lehmigen Händen für ein besseres Verständnis von Böden sorgen. Am Freitag, 12. Juni, besteht für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren die Möglichkeit, das Agroforstsystem Alleen 3 und seine Bodenbeschaffenheit genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie werden angeleitet von Prof. Dr. Florian Wichern und Dipl.-Geogr. Björn Flockau, es findet in Kooperation mit dem Naturschutzzentrum im Kreis Kleve und dem LIKK statt. In einer ganztägigen Veranstaltung am Sonntag, 21. Juni vertiefen Teilnehmer ihr Wissen über die Bedeutung des Bodens für die Pflanzen auf einer Streuobstwiese des LIKK in Neu-louisendorf. Angeleitet von Dr. Stefanie Heinze, Ruhr-Universität Bochum, und Prof. Dr. Florian Wichern wird der Boden untersucht und Fragen zu Eigenschaften des Bodens beantwortet. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und Anmeldemöglichkeiten sind auf der Webseite https://transform-hsrw.org/was-laeuft/veranstaltungen/ verfügbar.
Das Agroforst Reallabor ist als Transformationsprojekt Teil vom Projekt „TransRegINT - Transformation der Region Niederrhein: Innovation, Nachhaltigkeit und Teilhabe“. Es soll an die Region Niederrhein angepasste Agroforstsysteme umsetzen und ein regionales Netzwerk der verschiedenen Akteure schaffen. Das Team Agroforst Reallabor begleitet die Umsetzungen wissenschaftlich, um Daten zu den ökologischen, ökonomischen und sozialen Leistungen dieser Systeme zu erheben. Mit dem Projekt TransRegINT hat sich die Hochschule Rhein-Waal zum Ziel gesetzt, den nachhaltigen Wandel in der Region wissenschaftsbasiert mitzugestalten. Gefördert wird das Projekt durch das Programm „Innovative Hochschule“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Diese Förderinitiative unterstützt Hochschulen dabei, aus Forschungserkenntnissen kreative Lösungen für die drängenden Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Bis Ende 2027 wird „TransRe-gINT“ mit Fördergeldern in Höhe von knapp zehn Millionen Euro gefördert. Dies ermöglicht es, Lösungen zu erarbeiten, um die Zukunft in der Region im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu gestalten.
Bereits im dritten Jahr heißt es im Juni an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) Zeit für Agroforst. Foto: HSRW/Catrin Senger