Sonderausstellung „Woman, Life, Freedom – Iranischer Frauenwiderstand“ ist noch bis Ende März 2027 im Freiheitsmuseum zu sehen.Foto: Freiheitsmuseum Groesbeek
30. Oktober 2026 · Niederlande

Sonderausstellung im Freiheitsmuseum

Woman, Life, Freedom – Iranischer Frauenwiderstand

NIEDERLANDE. Seit dem 10. September präsentiert das Freiheitsmuseum im niederländischen Groesbeek die Sonderausstellung „Woman, Life, Freedom – Iranischer Frauenwiderstand“. Sie widmet sich der iranischen Protestbewegung, die 2022 unter der Parole „Woman, Life, Freedom“ weltweit Schlagzeilen machte. Die Ausstellung macht die Vielfalt dieser Bewegung sichtbar und ordnet den Widerstand in einen breiten historischen Kontext ein. Im Mittelpunkt stehen die Kraft, Widerstandsfähigkeit, Kreativität und der Mut jener Frauen und Mitstreiter, die sich im Iran trotz enormer persönlicher Risiken gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit auflehnen.

Jina Mahsa Amini

Auslöser der massiven Protestwelle Ende 2022 war der gewaltsame Tod der 22-jährigen kurdisch-iranischen Jina Mahsa Amini, die von der iranischen Sittenpolizei festgenommen worden war, weil sie ihr Kopftuch angeblich nicht korrekt getragen hatte. Daraufhin wandten sich Menschen aller Geschlechter, sozialen Schichten und ethnischen Hintergründe gegen das Regime. Unter der persischen Losung „Zan, Zendegi, Azadi“, abgeleitet von der kurdischen Parole „Jin, Jiyan, Azadi“ (Frau, Leben, Freiheit), entwickelte sich die Protestbewegung zu einem landesweiten Aufstand mit weltweiter Resonanz. Vor dem Hintergrund der Ereignisse im Jahr 2026, als erneut zahlreiche Menschen im Iran auf die Straße gingen, deren Proteste jedoch gewaltsam niedergeschlagen wurden, zeigt die Ausstellung die menschlichen Schicksale hinter den Aufständen.

Historischer Bogen

Die Ausstellung im Freiheitsmuseum verdeutlicht, dass der Widerstand der Frauen im Iran kein isoliertes Phänomen der Gegenwart ist: Die Wurzeln des iranischen Frauenprotests reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Entlang eines Zeitstrahls gibt die Ausstellung Einblicke in Schlüsselmomente, porträtiert einflussreiche Persönlichkeiten und dokumentiert unterschiedlichste Formen des Aufbegehrens.

Ausgehend von dieser historischen Perspektive schlägt die Ausstellung den Bogen zur Bewegung von 2022: Anhand persönlicher Erfahrungsberichte, medialen Bildmaterials und ausdrucksstarker Kunstwerke werden der Mut und der Erfindungsreichtum des Widerstands erlebbar gemacht. Das Spektrum reicht von Straßenprotesten und digitalem Aktivismus bis hin zu Kundgebungen in Schulklassen, Aktionen aus dem Gefängnis, an Gedenkstätten sowie im internationalen Exil.
Für die aktuelle Präsentation arbeitete das Museum eng mit einer Beratungsgruppe iranischer Frauen in den Niederlanden zusammen. Da jegliche Form des Widerstands im Iran schwerste Konsequenzen wie Haft oder Tod nach sich ziehen kann und auch im Exil lebende Unterstützerinnen vom iranischen Regime beobachtet werden, agiert ein Teil der beteiligten Frauen aus Sicherheitsgründen anonym. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.freiheitsmuseum.com. Die Ausstellung ist noch bis zum 29. März 2027 zu sehen.

Verlosung: Die NN verlosen 3 x 2 Tickets für die Ausstellung in Groesbeek. Einfach eine E-Mail mit Name, Anschrift, Telefonnummer und dem Betreff „Woman, Life, Freedom“ an gewinnspiel@nn-verlag.de senden. Einsendeschluss ist der 4. November. Die Namen der Gewinner werden unter www.niederrhein-nachrichten.de veröffentlicht.

Sonderausstellung „Woman, Life, Freedom – Iranischer Frauenwiderstand“ ist noch bis Ende März 2027 im Freiheitsmuseum zu sehen.
Foto: Freiheitsmuseum Groesbeek