Nicole Wiethoff (links) und Julia Evers laden zu einem Gesprächsangebot für Eltern ein, die von ihrem Kinder verlassen wurden. Foto: EFL
28. Juli 2026 · Niederrhein

Seelische Belastung: Wenn Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen

Angebot der Ehe-, Familien- und Lebensberatung Moers für Betroffene

KREIS WESEL. Es ist ein Thema, das oft mit viel Scham und verletzten Gefühlen behaftet ist: Wenn Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen, geht das mit einer starken seelischen Belastung einher. Betroffene zu unterstützen ist das Anliegen eines Angebotes der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) Moers-Xanten, das am Donnerstag, 17. September, beginnt.

EFL-Leiterin Nicole Wiethoff sagt: „Aktuell ist ein Kontaktabbruch innerhalb der eigenen Familie in den Beratungen ein häufiges Thema und wir haben viele laufende Fälle.“ Es sei aber auch ein Thema, über das man nicht mit Freunden und auch kaum mit Verwandten spreche. „Die Betroffenen haben Angst, dass man sie für schlechte Eltern hält. Dabei kommt ein Kontaktabbruch auch in Familien vor, in denen es weder Gewalt noch Vernachlässigung gab. Tatsächlich kommt die Situation für einige Betroffene überraschend und unvorbereitet“, erklärt die Expertin. Meist hätten sich Spannungen und seelische Verletzungen über lange Zeiträume aufgestaut, „oft ist ein Thema, wie mit Konflikten umgegangen wird“.

An den Kontaktabbruch schließen sich weitere Probleme an. So kann die Ehe der Eltern auf eine harte Probe gestellt werden. Geschwisterkinder werden ungewollt in den Konflikt involviert, das kann auch für Enkelkinder gelten, die den Kontakt zu ihren Großeltern halten wollen. „Verlassene Eltern stehen vor der Ohnmacht, dass sie nichts tun können. Wir möchten mit unserem Gruppenangebot Wege aufzeigen, wie man sich neu aufstellen kann und einen besseren Umgang mit der Situation findet“, erläutert Nicole Wiethoff. Sie stellt jedoch auch klar: „Der Versuch, den abgebrochenen Kontakt wiederherzustellen, ist oft aussichtslos. Diese Wunde bleibt bestehen, aber wir suchen mit den Betroffenen nach Möglichkeiten, trotz dieser Verletzungen in einen guten Alltag zurückzufinden.“

Das Gesprächsangebot umfasst drei Abende, jeweils donnerstags am 17. September, 1. und 15. Oktober von 18 bis 20 Uhr in der EFL Moers, Essenberger Straße 6a und ist auf zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschränkt. Eine Anmeldung ist bis Donnerstag, 3. September, telefonisch unter 02841 23730 oder per Mail an efl-moers@bistum-muenster.de möglich. Die Teilnahme ist kostenfrei, um eine freiwillige Spende wird gebeten. Die EFL berät Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder sexuellen Ausrichtung. Weitergehende Einzelberatungen sind im Anschluss an das Gruppenangebot möglich.

Nicole Wiethoff (links) und Julia Evers laden zu einem Gesprächsangebot für Eltern ein, die von ihrem Kinder verlassen wurden. Foto: EFL