"Emmericher Schüler besuchen das Anne-Frank-Haus in Amsterdam, Bildungsausflug, Foto von Pro Kultur"
19. September 2026 · Emmerich

Schüler aus Emmerich besuchen Anne-Frank-Haus in Amsterdam

Zehnte Exkursion mit Unterstützung des Lions-Club Emmerich-Rees ermöglicht tiefere Einblicke in Anne Franks Schicksal

EMMERICH. Zum zehnten Mal haben 50 Schüler der weiterführenden Schulen aus Emmerich das Anne-Frank-Haus in Amsterdam besucht. Gemeinsam hatten sich die Schüler der Städtischen Gesamtschule, des Willibrord-Gymnasiums und des Förderzentrums Grunewald per Bus auf den Weg gemacht.

Die Schülerfahrt, die von der Bürgeraktion Pro Kultur organisiert wird, konnte dank der finanziellen Unterstützung durch den Lions-Club Emmerich-Rees wieder durchgeführt werden. Die Teilnehmenden erhielten einen persönlichen Einblick in Anne Franks Leben und Schicksal, wie er im Unterricht kaum möglich wäre. Begleitet wurden die Schüler von ihren Lehrern Silke Telaar, Maike Baranczak, Amin Zroudi und Thomas Brokamp.

Vom Busbahnhof auf der nördlichen Seite der IJ machte sich die Gruppe zunächst mit der Fähre und anschließend zu Fuß auf den Weg zur Prinsengracht im Stadtzentrum. Zur Vorbereitung auf den Rundgang erhielten die Schüler vor Ort in einem Workshop wichtige Informationen zur Geschichte der Familie Frank – von ihrem Leben in Frankfurt am Main bis hin zur Deportation in die Konzentrations- und Vernichtungslager des Dritten Reichs. Bereits hier zeigten sich einige Schüler angesichts der hohen Zahl jüdischer Opfer betroffen.

Im anschließenden Rundgang durch die Räumlichkeiten der früheren Büroräume mit dem angeschlossenen Hinterhaus, hatten die Schüler Gelegenheit, sich mithilfe eines Audioguides in ihrem individuellen Tempo mit dem Leben der Untergetauchten auseinanderzusetzen. Die beengten Verhältnisse und die Dunkelheit in den Zimmern dämpften schnell die Stimmung. Nur leises Getuschel unterbrach gelegentlich die Stille. Einige Schüler zeigten sich überrascht, dort keine vollständig eingerichteten Zimmer vorzufinden. Die Einrichtung war nach der Razzia und der Festnahme der Familie Frank und der anderen Untergetauchten entfernt worden. Auch die Tagebuchausgaben, die am Ende des Rundgangs zu Dutzenden aufgeschlagen präsentiert werden, hinterließen einen nachhaltigen Eindruck. Die im Unterricht gelesenen Textauszüge aus modernen Taschenbuchausgaben wurden nun mit dem konkreten Ort und dem Schicksal Anne Franks verbunden.

Im Anschluss an den Museumsbesuch erhielten die Gruppen die Aufgabe, ihre Eindrücke in Partnerinterviews festzuhalten und sich mit der Bedeutung von Erinnerungskultur in der heutigen Zeit auseinanderzusetzen. Am Nachmittag machten sich alle wieder gemeinsam voll mit neuen Eindrücken auf den Rückweg.

Die Emmericher Schüler am Anne-Frank-Haus in Amsterdam. Foto: Pro Kultur