Am Kendelweg im Gelderner Nierspark bereiteten die Jugendlichen gemeinsam mit Hermann-Josef Windeln den Boden für die Einsaat vor.NN-Foto: Gerhard Seybert
15. Januar 2025 · Geldern

Schottergarten umgestalten

Biodiversitätsprojekt der Firmgruppe der Pfarrei St. Maria Magdalena Geldern

GELDERN. Klima- und Biodiversitätskrise sind die größten Herausforderungen der Gegenwart. Dabei können Gartenbesitzer einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Verbesserung im Garten leisten. Für eine Firmgruppe der Pfarrei St. Maria Magdalena ist die „Bewahrung der Schöpfung“ ein wichtiges Thema, das sie konkret in der Umgestaltung eines „Schottergartens“ anpacken wird.

Dabei schrecken sie auch nicht vor körperlicher Anstrengung zurück. Zunächst stellte Hermann-Josef Windeln als Naturschutzexperte den sieben Jungen bildlich vor Augen, wie spannend und wohltuend einheimische blühende Pflanzen, Bienen und andere Tiere im Garten sein können und welche enorme Bedeutung sie für den Kreislauf der Natur, des Bodens und das Klima haben. Danach durfte praktisch gearbeitet werden. Der Kies auf der zukünftigen Blühwiesenfläche und die darunter liegende Wurzelfolie mussten entfernt werden. Darunter befindet sich Mutterboden. Weil der Mutterboden zu viele Nährstoffe für Wildblumen enthält, muss er mit Sand gemischt („abgemagert“) werden. Dadurch können Wildbienen auch im sandigen Boden ihre Brutröhren graben. Die meisten Wildbienen sind Einsiedler-Bodenbrüter. Später erfolgt dann die Einsaat mit Blumensamen aus der Region 2 (Niederrheinisches Tiefland) und das Setzen von Blumenzwiebeln. Blühende Küchenkräuter kommen noch hinzu.

An einem Regentag wurde ein sogenanntes „Insektenhotel“ fertiggestellt. Der Rahmen besteht aus Dachlatten und Maschendraht (Maschen-Durchmesser 1 cm als Schutz gegen Vogelfraß), die Innenausstattung aus Hartholz mit Bohrungen von drei bis zehn Millimetern und Schilfstängeln. Der Vorgarten bestand bisher aus ausländischen Ziergräsern, die durch insektenfreundliche Blumen ersetzt werden. Zum Schluss soll ein Totholzhaufen dazu beitragen, dass zum Beispiel Hummeln dort ein Nest anlegen und überwintern können oder Igel einen Unterschlupf finden. Unterstützt werden die Jugendlichen von Biodiversitätsbetreuer Hermann-Josef Windeln und Pastoralreferent Matthias Ueberfeld.

Am Kendelweg im Gelderner Nierspark bereiteten die Jugendlichen gemeinsam mit Hermann-Josef Windeln den Boden für die Einsaat vor.NN-Foto: Gerhard Seybert