Schnelle Hilfe bei Katastrophen
Der Online-Händler Amazon hat in seinem Lager in Rheinberg den 13. Katastrophenstützpunkt eröffnet
Zwölf Katastrophenstützpunkte hat Amazon vor allem in den USA, aber auch in Japan, Indien und Australien aufgebaut, um in Katastrophenfällen möglichst schnell helfen zu können. Ein 13. ist vergangene Woche in Europa, genauer gesagt im Logistikzentrum in Rheinberg, hinzugekommen. Hier lagert Amazon auf einer 2.000 Quadratmeter großen Lagerfläche genau diese 80 Prozent der Gegenstände, die Menschen nach einer Katastrophe am dringendsten brauchen.
20 Logistikzentren betreibt Amazon in Deutschland, noch ein Vielfaches mehr sind es in Europa. Doch bei der Wahl des ersten Katastrophenstützpunktes in Europa fiel die Wahl trotzdem auf die vergleichsweise kleine Stadt Rheinberg. „Rheinberg liegt im Herzen Europas. Zudem sind die Flughäfen in Düsseldorf und Köln schnell erreichbar und die Anbindung zur Autobahn ist gut“, begründet Stix. Im Katastrophenfall sollen die benötigten Gegenstände schließlich innerhalb von maximal 72 Stunden zum Krisenort transportiert werden können – und das aus Rheinberg europaweit.
Der Onlinehändler setzt dabei auf seine gigantische Logistikkompetenz. Die brachte Bettina Stix vor fast zehn Jahren auch auf die Idee zu den Katastrophenstützpunkten. „Naturkatastrophen ereignen sich immer häufiger und sind zunehmend schwerwiegender. Wir mobilisieren unseren weltweiten Warenbestand, unsere Logistik und unsere Technologie, um die von diesen Notfällen betroffenen Gemeinden zu unterstützen. Wir wollen unsere Größe und unsere Leidenschaft für das Gute einsetzen“, sagt Stix. 2017 wurde schließlich der erste Katastrophenstützpunkt eröffnet. In der vergangenen Woche folgte nun der erste in Europa, den der Online-Riese vor Journalisten aus elf Nationen feierlich vorstellte.
Amazon hat sich in den vergangenen Jahren jedoch auch Expertisen an die Seite geholt. „Wir arbeiten mit lokalen und internationalen Hilfsorganisationen zusammen, um ihre Bedürfnisse zu verstehen, und wir haben unsere Daten ausgewertet, um die am meisten nachgefragten Produkte nach Naturkatastrophen zu identifizieren. Mit der Eröffnung dieses neuen Stützpunkts in Deutschland können wir noch schneller und effizienter auf Katastrophen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika reagieren“, sagt Stix.
Zu den am häufigsten angeforderten Produkten würden Hygienesets mit Seife, Zahnbürsten und Zahnpasta, Windeln, Planen, Feldbetten, Decken, Schlafsäcke, Heizungen, Zelte und Reinigungsmittel gehören. Diese hält Amazon nun im Rheinberger Logistikzentrum auf einer Lagerfläche von 2.000 Quadratmetern, die Platz für 1000 Paletten bietet, bereit. „Das entspricht der Beladung von 20 Boeing 737-Flugzeugen“, sagt Stix. Der Stützpunkt sei stets darauf vorbereitet, auf die in Europa am häufigsten auftretenden Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Waldbrände zu reagieren und innerhalb von 72 Stunden mit den wichtigsten Hilfsgütern vor Ort zu sein.
Sabrina Peters
Bettina Stix reiste extra aus Seattle an, um das Hilfsprogramm Journalisten aus elf Ländern vorzustellen.
In diesen Regalen lagert Amazon in Rheinberg Hilfsgüter wie Zelteund Schlafsäcke, aber auch Hygieneartikel. NN-Fotos (2): SP