Die gesamtgesellschaftlich veränderte Bestattungskultur und die demografische Entwicklung führen dazu, dass „klassische“ Beerdigungen auf dem Friedhof immer seltener werden. Foto: Evangelischer Kirchenkreis Kleve
21. März 2026 · Uedem

Schließung des evangelischen Friedhofs Uedem zum 1. April 2041

Presbyterium hat Beschluss gefasst - Erdbestattungen nur noch bis Ende März möglich

UEDEM. Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Uedem hat in seiner Sitzung im März den Beschluss zur Schließung des Friedhofbetriebs zum 1. April 2041 gefasst. Erdbestattungen sind nur noch bis Ende März möglich.

Bereits im November hatte die Kirchengemeinde Nutzungsberechtigte postalisch und Gemeindeglieder während der Gemeindeversammlung über die Pläne und Gründe für eine Friedhofsschließung informiert. Danach gab es noch einmal mehrere offizielle Gespräche der Kirchengemeinde und des Kirchenkreises, zum einen mit der Kommunalgemeinde Uedem, zum anderen mit Vertretern der katholischen Kirchengemeinde.

Keine neue Trägerschaft

Am Ende dieser Gespräche zeichnete sich ab, dass es nicht gelingt, den evangelischen Friedhofsteil Uedem in eine neue Trägerschaft zu überführen. Laut Bestattungsgesetz NRW kämen dafür Glaubensgemeinschaften oder die Kommune in Frage. Alle möglichen Träger stünden jedoch vor dem gleichen Problem: Die gesamtgesellschaftlich veränderte Bestattungskultur und die demografische Entwicklung führen dazu, dass „klassische“ Beerdigungen auf dem Friedhof immer seltener werden. Der Unterhalt wird daher für viele Träger zur großen finanziellen Belastung.

Trauerfeiern und Besuche

Für die Evangelische Kirchengemeinde Uedem und vor allem die Nutzungsberechtigten ist dieser Beschluss mehr als ein „Verwaltungsakt“. Das hat die Kirchengemeinde im Nachgang der Gemeindeversammlung erlebt: In Gesprächen, Telefonaten und E-Mails kamen Traurigkeit, mitunter auch Enttäuschung und Wut zum Ausdruck. Ebenso oft auch Verständnis für diese Entscheidung. Dem Presbyterium, der Vorsitzenden Elisabeth Unger und Pfarrerin Irene Gierke ist wichtig, „dass wir weiterhin ansprechbar bleiben mit allem, was Menschen zu dem Thema „Friedhofsschließung“ bewegt.“

Für die Nutzungsberechtigten, Menschen die bereits eine Grabstelle pflegen oder reserviert haben, bedeutet die Schließung Folgendes: Bisherige Nutzungsverträge bleiben mit allen Rechten und Pflichten bestehen. Jedoch bereits ab dem 1. April dieses Jahres werden auf dem evangelischen Friedhof Uedem keine Erdbestattungen (Sargbestattungen) mehr durchgeführt. Erdbestattungen von Fehl- und Totgeburten sowie Urnenbestattungen hingegen sind aufgrund der kürzeren Ruhefrist noch bis zum 31. März 2041 möglich. Es werden weiterhin evangelische Trauerfeiern in Uedem stattfinden können und auch Besuche auf dem Friedhof sind bis zum Ende der Ruhezeit aller Grabstellen, am 31. März 2056, möglich.

Im Zuge des Beschlusses wurde auch die Änderung der Friedhofssatzung nötig. Sie wird ab Samstag, 21. März, mit Gültigkeit ab 1. April 2026, auf der Internetseite des Kirchenkreises, www.kirchenkreis-kleve.de einsehbar sein. Die Grabpflege bleibt weiterhin Aufgabe des Grabstellenbesitzers oder seiner Familie, oder der dafür beauftragten Unternehmen. Die Kirchengemeinde wird eine Grundpflege der Friedhofsanlage sicherstellen, diese wird jedoch nicht den derzeitigen Standard abbilden können.

Kontakt zur Evangelischen Kirchengemeinde Uedem: Pfarrerin Irene Gierke mobil unter 0160/67 77 498, E-Mail an irene.gierke@ekir.de, Elisabeth Unger, unter Telefon 02825 6737.

Die gesamtgesellschaftlich veränderte Bestattungskultur und die demografische Entwicklung führen dazu, dass „klassische“ Beerdigungen auf dem Friedhof immer seltener werden. Foto: Evangelischer Kirchenkreis Kleve