"Bernd Dicks mit Holzeule im Stadtwald auf Festivalgelände, neue Attraktion für Besucher"
13. August 2026 · Kevelaer

San Hejmo: Weeze ist bereit für 75.000 Festivalgäste

Mehr Frauen als Männer, eine doppelt so große Mainstage und jede Menge Neues

NIEDERRHEIN. Wenn am Freitagabend Jason Derulo die Mainstage übernimmt, dürfte der Jubel bei den Frauen etwas lauter ausfallen als bei den Männern. Das ist weniger eine Frage des Geschmacks als schlicht Statistik: Das San Hejmo Festival ist fest in weiblicher Hand. Von den rund 75.000 Gästen, die bis Samstag auf dem Flughafengelände erwartet werden, sind etwa 50.000 Frauen. Die gut 25.000 Männer sind damit klar in der Minderheit.
"Street-Art-Festival: Graffitis und Skulpturen im urbanen Raum, über 100 Kunstwerke vereint Kunst und Musik im Einklang."

Kunst und Musik im perfekten Einklang – über 100 Street-Art Kunstwerke, Graffitis, Skulpturen, Murals und vieles mehr erwartet die Besucher auf dem gesamten Festivalareal. NN-Foto: Andrea Kempkens

„Das merkt man ganz besonders auf der Campsite“, sagt Festival-Chef Bernd Dicks – und findet das ziemlich gut: „Da herrscht ein ganz anderer Vibe. Statt Dosenstechen gibt es mehr Beauty-Time und morgens geht’s zum Yoga.“ Dass der Campingbetrieb entspannt läuft, bestätigt auch die Polizei. „Um 23.30 Uhr war das erste Wohnmobil da“, berichtet Polizei-Sprecher Stefan Sparberg beim Presserundgang. Alles sei im „grünen Bereich“. Rund 10.000 Camper reisen bereits heute an, weitere 7.000 folgen morgen. Größere Staus habe es bislang nicht gegeben, und Sparberg geht davon aus, dass das auch so bleibt. „Der Aufbau läuft ebenfalls sehr entspannt“, freut sich Dicks.
"Erste Camper bei Sonnenuntergang auf dem Campingplatz, Foto von Andrea Kempkens"

Heute sind die ersten Camper angereist. NN-Foto: Andrea Kempkens

Auch mit Blick auf die erwarteten Temperaturen sei man bestens vorbereitet. Sechs große Wassertanks stehen bereit, an denen sich die Festivalgäste kostenlos versorgen können. Die Feuerwehr ist vor Ort, ausreichend Feuerlöscher gibt es ebenfalls. Und auch für Schatten ist gesorgt: „Der Bereich direkt vor der Hauptbühne ist ab 18 Uhr komplett im Schatten“, hat Dicks bereits selbst getestet. Apropos Bühne: Die ist in diesem Jahr mit 51 Metern Breite und 21 Metern Höhe doppelt so groß wie in den vergangenen Jahren – und damit genauso groß wie die Bühne bei Rock am Ring. „Das liegt daran, dass Künstler wie Jason Derulo oder SDP eben andere Bühnengrößen benötigen“, erklärt Dicks.

Was ist sonst noch neu? Das San Hejmo hat vor allem beim „DIY“-Bereich noch einmal ordentlich aufgestockt. So viele Mitmach- und Kreativstationen wie in diesem Jahr gab es noch nie. Auch mehr Unternehmen sind mit dabei und locken die Besucher mit allerlei „Goodies“: von einer Fahrt mit dem Riesenrad bei Oberbräu über eine Massage im Chill-out-Garten der Volksbanken Raiffeisenbanken bis zum exotischen Selfie-Spot von Mini Cooper. Wer also zwischendurch eine kleine Musikpause einlegen möchte, dürfte kaum Langeweile bekommen. Neu ist außerdem eine Sharing-Station. Dort können Festivalgäste Lebensmittel oder Camping-Zubehör abgeben, das sie selbst nicht mehr brauchen, das aber noch viel zu gut zum Wegwerfen ist. Davon profitieren anschließend soziale Einrichtungen wie die Tafeln in der Region.
"Kreative Schilder im Schilderwald, Besucher gestalten eigene Designs, NN-Schild aus dem Vorjahr, Foto von Andrea Kempkens"

Im Schilderwald können Besucher ihrer Kreativität freien Lauf lassen und sich mit eigens designten Schildern verewigen. Das NN-Schild aus dem vergangenen Jahr ist auch wieder dabei. NN-Foto: Andrea Kempkens

Ebenfalls neu: das Menstruationszelt. Da muss der Kollege beim Presserundgang erst einmal nachhaken: „Ich dachte, ich hätte mich verhört.“ Hat er aber nicht. Das Konzept ist denkbar unkompliziert: ein etwas ruhigerer Bereich mit Sanitäranlage und Hygieneartikeln. Und eines lässt sich angesichts der Besucherzahlen schon jetzt sagen: Zwei Drittel der Festivalgäste dürften dieses Angebot zu schätzen wissen.

Läuft also in Weeze. Auf der Penny-Bühne werden die Camper bereits heute bestens unterhalten, und morgen geht’s dann ab 14 Uhr auch endlich rauf aufs Festivalgelände.

Neue Bewohner im Stadtwald: Festival-Mitbegründer Bernd Dicks vor einer der neuen Holzeulen, die im Stadtwald auf dem Festivalgelände ihr neues Zuhause gefunden haben. NN-Foto: Andrea Kempkens