Der Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes (von links): Hartwig Hören (Viersen), Josef Jörissen (Bedburg-Hau), Hermann Baumeister (Oberhausen), Reinhold Pillich (Wegberg), Dr. Ferdinand Schmitz (Wegberg), Michael Jäger (Düsseldorf) und Michael Scholten (Rees). Es fehlen Dr. Anne Meyer zu Düttinghoff (Ratingen) und Dr. Barbara Godde (Nettetal). Foto: RMV
9. März 2026 · Niederrhein

Rheinischer Mühlenverband traf sich in Winnekendonk

Reinhold Pillich in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt

NIEDERRHEIN. Der Rheinische Mühlenverband, dem mehr als 170 Mühlenbesitzer, Mühlenfreunde, Müller und Gemeinden angehören, traf sich diesmal zur Mitgliederversammlung in der öffentlichen Begegnungsstätte Winnekendonk. Dabei wurde Reinhold Pillich aus Wegberg einstimmig für vier weitere Jahre in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. Sein Stellvertreter Hartwig Hören aus Viersen lobte Pillichs Verdienste für den Verband, den er seit nunmehr zwölf Jahren erfolgreich leitet. Pillich ist seit 2024 auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung.

Kevelaers Bürgermeister Dr. Dominik Pichler und Winnekendonks Ortsvorsteher Erich Reiser informierten die 40 Gäste aus dem Verbandsgebiet über die (Mühlen)Geschichte der Region. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass der Rheinische Mühlenverband 1993 auf Initiative des ehemaligen Kreis Klever Landrats und Oberkreisdirektors Dr. Rudolf Kersting in Kleve-Donsbrüggen gegründet wurde und somit die jetzige Jahreshauptversammlung in Winnekendonk ein „Heimspiel“ sei.

Vor wenigen Jahren zog der Rheinische Mühlenverband aus dem Kreis Kleve in die Mühlenstadt Wegberg (Kreis Heinsberg). In der dortigen Schrofmühle wurde der alte Getreidespeicher der historischen Wassermühle für 320.000 Euro (Fördergelder, Spenden, Eigenanteil) zum neuen Sitz und zum Rheinischen Mühlenarchiv ausgebaut. Reinhold Pillich dankte vor allem dem Geschäftsführer Dr. Ferdinand Schmitz für den Umbau seiner Mühle „in Rekordzeit“ sowie dem neuen Internet- und Mühlentagsbeauftragten Michael Jäger (Düsseldorf) für den technischen Ausbau des Archivs und der Homepage. Nur die ehrenamtliche Tätigkeit aller Verbandsmitglieder, aber auch aller Müller und Mühlenfreunde, ermögliche die Pflege und Erforschung der Wind- und Wassermühlen: „Früher brauchten die Menschen die Mühlen, heute brauchen die Mühlen die Menschen“, betonte Reinhold Pillich.

Der Vorsitzende lud alle Mühlen des Verbandes ein, sich am Pfingstmontag, 25. Mai, wieder zahlreich am Deutschen Mühlentag zu beteiligen und ihre Mühlentore zu öffnen.

Schatzmeister Hartwig Hören berichtete von einem positiven Finanzabschluss auf dem Vereinskonto, im Namen der Kassenprüfer bescheinigte Ludger van Bebber aus Sonsbeck eine einwandfreie Kontoführung. Zur neuen Kassenprüferin wurde Monika Hensel gewählt.

Mit großer Freude begrüßte Pillich die jüngsten Teilnehmer der Versammlung: Dante Merzig, der sich mit elf Jahren für Mühlen interessiert, und Lars Spickermann, aus Uedem. Der 18-jährige Schüler des Gymnasiums Gaesdonck schloss kürzlich seine Prüfung als Hobbymüller ab und berichtete den Zuhörern über seine zweijährige Ausbildung in den Niederlanden. Reinhold Pillich verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass Lars Spickermann ein „Vorbild für andere junge Leute“ ist und sich auch die nächste Generation für den Erhalt von Mühlen einsetzt. Aus dem Plenum kam der Hinweis, dass für die Nachwuchsförderung mehr aktive Mühlen in Deutschland notwendig sind. Anders als in den Niederlanden mit 1.200 funktionstüchtigen Mühlen mangele es auf deutscher Seite an solchen Denkmälern, die zugleich Arbeitsstätte sind und sich für eine Ausbildung eignen.

Matthias Weißenberg aus Winnekendonk informierte in einem Vortrag über die Renovierung der Kerssenboom`schen Mühle an der Sonsbecker Straße. 1848 erbaut, im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und in den 1950er-Jahren stillgelegt, wurde sie von 2018 bis 2023 restauriert. Bislang wurden 230.000 Euro investiert, davon 90 Prozent von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Land NRW, für weitere Schritte sind noch einmal 100.000 Euro nötig. Viele Mitglieder des Verbandes nutzten die Gelegenheit, im Anschluss an die Versammlung die Kerssenboom`sche Mühle zu besuchen.

Die nächste Mitgliederversammlung des Rheinischen Mühlenverbandes findet am 6. März 2027 auf der Burg Linn in Krefeld statt. Ausrichter ist dann der Mühlenbauverein Krefeld-Oppum in Kooperation mit dem Rheinischen Mühlenverband. Mehr Informationen unter www.rheinischer-muehlenverband.de.

Der Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes (von links): Hartwig Hören (Viersen), Josef Jörissen (Bedburg-Hau), Hermann Baumeister (Oberhausen), Reinhold Pillich (Wegberg), Dr. Ferdinand Schmitz (Wegberg), Michael Jäger (Düsseldorf) und Michael Scholten (Rees). Es fehlen Dr. Anne Meyer zu Düttinghoff (Ratingen) und Dr. Barbara Godde (Nettetal). Foto: RMV