Rentiere im Tiergarten
Seit einigen Tagen kann man „Rudolfs Verwandte“ im Familienzoo am Niederrhein bewundern
KLEVE. Gerade zur Weihnachtszeit haben viele das Lied von Rentier Rudolf, welcher mit seiner roten Nase den Schlitten des Weihnachtsmanns zieht, im Ohr. Dabei ist die rote Nase gar nicht so weit hergeholt, wie man auf den ersten Blick glauben mag: Bevor die Atemluft in die Lunge gelangt, wärmt die große, gut durchblutete Nase des Rentiers diese auf, um Kälteschäden bzw. ein Gefrieren der Atemwege zu vermeiden. Da die Rentiernase besonders gut durchblutet ist, leuchtet sie auf einer Wärmebildkamera rot, wodurch womöglich die Assoziation bei Rudolf zur roten Nase kommt.
Doch auch, wenn die Rentiernase ohne Wärmebildkamera eher grau-braun gefärbt ist, kann man „Rudolfs Verwandtschaft“ jetzt im Tiergarten Kleve live erleben. „Wir freuen uns sehr, dass passend zur Weihnachtszeit die ersten beiden Rentiere in unseren Familienzoo eingezogen sind“, berichtet Tiergartenleiter Martin Polotzek. „Die vierjährigen Rentiere Yennefer und Ciri sind wohlbehalten aus dem niederländischen Ouwehands Dierenpark in Rhenen nach Kleve gereist und leben sich nun Stück für Stück in ihrer neuen, großzügigen Anlage ein.“
Rentiere gelten als die einzigen Hirsche, bei denen beide Geschlechter ein Geweih tragen. Anders als die Männchen, die ihr Geweih schon im Spätherbst abwerfen, tragen weibliche Rentiere das Geweih auch über den Jahreswechsel, sodass die Rentiere des Weihnachtsmanns eigentlich weiblich sein müssten. Doch warum haben Yennefer und Ciri aktuell kein Geweih? „Yennefer und Ciri sind zwar weibliche Rentiere und haben daher eigentlich um diese Jahreszeit noch ihr schönes Geweih, doch als Schutzmaßnahme, dass sie sich beim Transport nicht verletzen, mussten die Geweihe vorsorglich abgesägt werden“, so Polotzek. „Dieser Eingriff diente zum Schutz der Rentiere und ist, ähnlich wie bei uns das Fingernägelschneiden, nicht schmerzhaft. Im kommenden Jahr wachsen dann wieder neue Geweihe nach, sodass man einen Grund hat, Yennefer und Ciri regelmäßig zu besuchen.“
Rentiere kommen aus den nördlichen Gebieten unserer Erde und können aufgrund ihres guten Geruchssinn Nahrung wie Moose und Flechten bereits unter einer Schneedecke aufspüren. Im Tiergarten Kleve wird das sogenannte Hausrentier gehalten, während die Wildform von der IUCN Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft wird.
Wer die neuen Rentiere Yennefer und Ciri erleben möchte, kann das täglich von 9 bis 17 Uhr im Tiergarten Kleve tun. Auch über die Weihnachtsfeiertage und in den Weihnachtsferien ist der Tiergarten Kleve an jedem Tag ab 9 Uhr geöffnet (eingeschränkte Öffnungszeiten lediglich an Heiligabend und Silvester: jeweils 9 bis 13 Uhr; alle anderen Tage 9 bis 17 Uhr). Außerdem können sich die Besucher über Faultier Carlo, Rote Pandadame Kamala oder niedlichen Nachwuchs bei den Zwergseidenäffchen freuen. Weitere Informationen unter www.tiergarten-kleve.de.
Die vierjährigen Rentiere Yennefer und Ciri sind wohlbehalten aus dem niederländischen Ouwehands Dierenpark in Rhenen nach Kleve gereist. Foto: Tiergarten Kleve