Die Vertreter der verschiedenen Glaubensrichtungen treffen sich regelmäßig. Jetzt soll ein öffentlicher Multilog stattfinden. Foto: privat
27. Mai 2024 · Kleve

Religionen im „Multilog“

Religionen müssen nicht das Problem sein – sie sind als Lösung gedacht.

KLEVE. Es gibt berühmte Monologe. Hamlet zum Beispiel: „Sein oder nicht sein.“ Dialoge finden nicht selten auf politischer Ebene statt. Und wie ist es mit einem „Multilog“? Wer sich dafür interessiert, sollte sich den 9. Juni vormerken, denn dann findet zwischen 15 und 18 Uhr ein Interreligiöser Nachmittag statt. Austragungsort: Kleiner Markt in Kleve.

Eine der Fragestellungen: Was tragen Religionen zum Zusammenhalt bei? Der Blick in eine „aufgeputschte“ Gegenwart lässt nicht selten eine gegenteilige Fragestellung aufploppen.

Am 9. Juni soll es um Gemeinsamkeiten gehen – um das Positive verschiedener Glaubensrichtigungen – um Ähnlichkeiten in der Zielsetzung. Wie wäre es mit Begriffen wie „Menschlichkeit“, „Respekt“, „Dialog“. Irgendwie beschreibt dieses Begriffstrio ein Fundament friedlich-menschlicher Ko-Existenz.

In Kleve treffen sich Vertreter verschiedenster Glaubensrichtungen zum Multilog. Auf einer Postkarte, die zum Begegungsnachmittag einlädt, repräsentieren verschiedene Symbole die Glaubensrichtungen, die dabei sei werden. Bernhard Majkowski vertritt als Laie den Buddhismus: „Unser Symbol auf der Karte ist die Lotusblüte.“ Das Kreuz steht für die Menschen katholischen und evangelischen Glaubens, der Halbmond für den Islam, ein Pfau auf einer Säule steht für das Jesidentum, der siebenarmige Leuchter für das Judendtum und ein Stern mit neun Strahlen gilt als Symbol für das Bahaitum. Auf der Karte ist aber auch noch eine Weltkugel zu finden, die von zwei Händen gehalten wird. Iris Tautorat: „Das steht für den Humanismus.“ Tautorat weiter: „Ohne Dialog treten wir auf der Stelle. Nur durch das Gespräch mit anderen lernen wir uns selbst besser kennen und haben die Möglichkeit, uns zu entwickeln.“

Der Multilog ist also nicht die Suche nach Unterschieden – es geht um Gemeinsamkeiten. Beim interreligiösen Begegnungs- und Informationsnachmittag, stellen sich die verschiedenen Gruppen vor, ohne in Konkurrenz treten zu wollen. Bernhard Majkowski: „Heutzutage entsteht schnell der Eindruck, Religionen seien ein Problem. Ich denke, das Gegenteil ist der Fall. Was die Cooperation der verschiedenen Glaubensrichtungen angeht, ist in Kleve viel los. Wir möchten – nicht nur an diesem Nachmittag – positive Impulse setzen.“

Ein Beispiel für die Wichtigkeit des Zusammenarbeitens: der „Power of Tower“. Iris Tautorat: „Das ist ein Turm, an dem viele Schnüre befestigt sind und der nur dann Standfestigkeit bekommt, wenn von allen Seiten Menschen durch das Ziehen an den Schnüren den Turm im Gleichgewicht halten. Der Nachmittag – so der Plan – soll mit einer gemeinsamen Andacht enden, in der alle Teilnehmer (übrigens ist auch der kurdische Moscheenverein mit im Boot) ein drei- bis fünfminütiges „Gebet“ vortragen. Majkowski: „Man könnte das auch Andacht nennen.“´Iris Tautorat: „Wir freuen uns auf und über viele Gäste. die hoffentlich an diesem Tag den Weg zu uns finden werden.“Heiner Frost

Die Vertreter der verschiedenen Glaubensrichtungen treffen sich regelmäßig. Jetzt soll ein öffentlicher Multilog stattfinden. Foto: privat