Rees-Mehr: Gemeinsam für eine bessere Zukunft
Lindenschule und Wahrsmannshof unterzeichnen Kooperationsvereinbarung
REES/MEHR. Nach vielen gemeinsamen Aktionen in der Vergangenheit möchten der Wahrsmannshof und der Standort der Lindenschule in Rees-Mehr nun ihre Zusammenarbeit verstetigen. Dafür haben beide Seiten am vergangenen Donnerstag in der Lindenschule die Kooperationsvereinbarung „Bildungspartner NRW“ unterzeichnet. Für den Wahrsmannshof ist es nach der Gesamtschule Emmerich und dem Förderzentrum Grunewald in Emmerich bereits die dritte Partnerschaft mit einer Schule.
Schaut man sich die Homepage der Lindenschule in Mehr an, stößt man schnell auf den Begriff „Schule der Zukunft“. Ein vielversprechender Titel, den die Lehrerinnen und Schüler offenbar sehr ernst nehmen, wie sie über die Jahre immer wieder bewiesen haben. Dabei konnten sie aber auch auf die Unterstützung von außerhalb setzen. „Die Zusammenarbeit zwischen der Lindenschule in Mehr und dem Wahrsmannshof besteht schon seit vielen Jahren“, sagt Geschäftsführer Dr. Ulrich Werneke, der die Vereinbarung mit Schulleiterin Alexandra Peters unterzeichnete.
Lehrerin Stephanie Becher-Just und Cornelia Alì, Vorstandsvorsitzende des Fördervereins der Schule, erinnern sich an gut und gerne zwölf Jahre, in denen die Schüler in zahlreiche Themen der Natur-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung eintauchten. „Anfangs waren es immer einzelne Besuche. Wir hatten ein Thema und hörten von den schönen Bildungsangeboten des Wahrsmannshofs“, erzählt Becher-Just. Die Gerüchte habe sie schnell aus eigener Erfahrung bestätigen können: Dabei ging es mal um Tümpel, mal um die Welt der Vögel, mal um Fledermäuse.
Spaß und Spannung dürften dabei ebenfalls nie zu kurz gekommen sein, denn „unsere Angebote sind handlungsorientiert, sodass die Kinder viel selbst forschen und ausprobieren können“, erläutert Sylke Döringhoff, pädagogische Mitarbeiterin des Wahrsmannshofs. Bei einer Veranstaltung rund um den Biber beispielsweise konnten sich die jungen Umweltforscher über verschiedene Stationen auf Spurensuche begeben und sich dabei sogar selbst in die pelzigen Baumeister hineinversetzen, um zum Beispiel eine eigene Biberburg zu bauen. Stephanie Becher-Just erinnert sich noch gut, wie begeistert ihre Schützlinge waren: „Wir durften auch eigene Pfotenabdrücke gestalten, mit Taucherflossen laufen und ausprobieren, wie Biber sich die Zähne putzen.“ Natürlich konnten die Grundschüler noch viel mehr auf dem Wahrsmannshof erleben: etwa in der Mikroplastikwerkstatt, der Papierwerkstatt oder in der Wasserakademie, wo es unter anderem um die Bedeutung und den sorgsamen Umgang mit Süßwasser ging,
Angesichts dieses Engagements war in den vergangenen Jahren nicht nur die Übernahme der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen ein logischer nächster Schritt für die Schule. Dasselbe gilt seit 2016 ebenso für die Teilnahme an „Schule der Zukunft - Bildung für Nachhaltigkeit“, einem Projekt des Landes NRW. Seit 2018 gehört die Lindenschule Mehr zudem dem Netzwerk „Schulen und Kindergärten für Nachhaltigkeit - Wir tun etwas für die Artenvielfalt im Kreis Kleve“ an. Das Netzwerk ist Teil des Landesprogramms „Schule der Zukunft“. Auch in diesem Kontext arbeiten der Wahrsmannshof – Koordinator des Netzwerks – und die Lindenschule schon länger an gemeinsamen Projekten, um den Artenschutz voranzubringen. „Einmal im Jahr findet außerdem ein großer Netzwerktag statt, an dem Schüler von allen beteiligten Schulen teilnehmen und eigene Aktion vorstellen“, erzählt Tuve von Bremen vom Wahrsmannshof. Das ermögliche es, voneinander zu lernen und Ideen auszutauschen, wie Stephanie Becher-Just und Cornelia Ali bestätigen können.
Die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags stellt laut Ulrich Werneke eine „Verstetigung und Festigung der Zusammenarbeit“ zwischen der Lindenschule Mehr und dem Wahrsmannshof dar. Das Bindeglied dieser Vereinbarung bildet das Projekt „Bildungspartner NRW“, das vom LVR, vom LWL und vom Ministerium für Schule und Bildung getragen wird. Das Ziel von Bildungspartner NRW ist es, Schulen mit außerschulischen Bildungsanbietern zusammenzubringen.
Damit hat die Vereinbarung nicht nur Symbolcharakter, sondern genauso handfeste Vorteile. Einer davon: eine offiziell schulbezogene und nicht mehr auf bestimmten Personen beruhende Zusammenarbeit, erklärt Tuve von Bremen. „Außerdem wird die Organisation der Veranstaltungen viel einfacher.“ Hinzu komme der erleichterte Zugang zu Projekt- oder Fördermitteln.
Die nächsten Umwelt-Projekte sind zwar noch nicht in Stein gemeißelt, ein paar Ideen gibt es von Seiten der Lindenschule allerdings schon. Für das nächste „Schule der Zukunft“-Projekt denkt Stephanie Becher-Just beispielsweise an eine Upcycling-Aktion mit Gummistiefeln und Tetrapacks im Rahmen eines vertikalen Gartens mit begrünten Zäunen und Wänden. Wenn es um das Umweltbewusstsein geht, würde Becher-Just sich außerdem eine Fortsetzung der letzten Müllsammelaktion am Rhein wünschen. „Als ich kurz danach privat vor Ort war, war wieder alles voller Müll. Eigentlich müssten wir regelmäßig sauber machen.“
Früchte tragen die bisherigen Aktionen jedenfalls, da sind sich die Beteiligten sicher. „Was die Kinder lernen, tragen sie auch nach Hause“, sagt Cornelia Alì. Sylke Döringhoff ergänzt: „Und sie nehmen es hoffentlich auch mit in die weiterführenden Schulen.“
Die Lindenschule in Mehr und der Wahrsmannshof verstetigen ihre Zusammenarbeit bei der Umweltbildung der Schüler. NN-Foto: Gerhard Seybert