Die Künstler (v.l.): Thomas Autering, Anna Hauke, Jette Flügge, Barbara Koch, Stephanie Brysch, Julius Reinders, Birgit Feike, Elmar Mauch, Silvia Liebig. Foto: ArToll
25. Juli 2025 · Bedburg-Hau

Positionsschau im Kunstlabor

Artoll Kunstlabor zeigt neun Möäglichkeiten, die Welt zu sehen

BEDBURG-HAU. Neun Namen wären zu nennen: Thomas Autering, Stephanie Brysch, Birgit Feike, Jette Flügge, Anna Hauke, Barbara Koch, Silvie Liebig, Elmar Mauch und Julius Reinders. Ihre Werke werden am Sonntag, 27. Juli, zwischen 14 und 18 Uhr im ArToll Kunstlabor in Bedburg-Hau, Zur Mulde 10 zu sehen sein.

Was sie zeigen, sind Ergebnisse aus dem Kunstlabor: Experimente über Unentdecktes, Unerklärbares, Verlorengegangenes. So steht es auf der Einladungskarte: Die Namen der Kunstschaffenden sind alphabetisch von hinten nach vorn aufgelistet. Merke: Ein A muss nicht immer präludieren. Was in den Räumen des Kunstlabors zu sehen ist, ordnet sich nicht ein – entzieht sich gleichmachenden Erwartungen; ist sperrig hier, scheinbar ausufernd dort; kämpft gegen das Schubladisiertwerden. Falsch: Es findet kein Kampf gegen irgendetwas oder irgendjemanden statt.

Die Ausstellung präsentiert einen anderen Blick auf die Welt, ohne dass man diesen Blick als Programm begreifen muss. Da füllt die Räume, was heutzutage hinter Begriffen wie „Position“ zum Verschwinden gebracht wird. Positionen, denkt man, sind mehr oder weniger durch Koordinaten erfassbare Standpunkt – Stehpunkte. Position: „Stelle innerhalb einer Institution, eines Betriebes, eines Systems, einer vorgegebenen Ordnung.“

Das Kunstlabor bietet – so gesehen – neun Positionen an: Stellen innerhalb eines Systems, das Kunst genannt wird. Die „Positionen“ nähern sich der Welt mittels unterschiedlicher Materialien, Denkweisen, Illustrationen an und eben so entsteht für den Besucher eine Wahrnehmungsspannung – ein Welt-anschauungsangebot im wörtlichsten Sinn. Das Ergebnis: die Aufforderung zum Mitdenken, ausgelöst durch kunstgesteuerte Blicke auf und in Vergangenheiten, Gegenwarten und Zukünfte. Das Kunstlabor, denkt man, wird seinem Namen mit Ausstellungen wie diesen gerecht. Natürlich, denkt man als nächstes, sind Kunst und Gerechtigkeit ein ungleiches Paar. Die Ausstellung am Sonntag ist nicht weniger als eine Positionsschaustelle – eine Landmarke. Neun Menschen haben einen Raum in Besitz genommen und mit Vorschlägen gefüllt. Eroberungen des Weißraums.

Die Künstler (v.l.): Thomas Autering, Anna Hauke, Jette Flügge, Barbara Koch, Stephanie Brysch, Julius Reinders, Birgit Feike, Elmar Mauch, Silvia Liebig. Foto: ArToll