PingPongParkinson-WM: Kreis Kleve zeigt Engagement
Selbsthilfegruppe beweist sportlichen Ehrgeiz und Gemeinschaftsgefühl in Hannover
KREIS KLEVE. An fünf Tagen hat im Sportpark Hannover die PingPongParkinson Weltmeisterschaft stattgefunden. Einige Mitglieder der Selbsthilfegruppe Parkinson des Kreises Kleve waren hier auch vertreten und spielten mit viel Herzblut und Engagement im Einzel, Doppel und Mixed.
800 Spieler aus 35 Nationen waren am Start und spielten an 90 Tischen in drei Hallen das schnelle Koordinationsspiel. Der prominenteste Teilnehmer an der Platte war Markus-Maria Profitlich.
Das Turnier war geprägt von viel Ehrgeiz, Spaß und vor allem Gemeinschaftsgefühl. Die Mitglieder der Selbsthilfegruppe Parkinson für die Kreise Kleve, Wesel und Borken waren Andrea Köster vom TTV Rees-Groin, Ulli Köhler und Michael Schwittek vom TTV Kleve und Christopher Braun, Stützpunktleiter PingPongParkinson Elten im TTV Jahn.
Die Parkinson-Selbsthilfegruppe besteht aus etwa 30 Mitgliedern, die sich regelmäßig treffen. Aus einem anfänglichen lockeren Beisammensein hat sich eine gefestigte Gruppe entwickelt. Es ist schon etwas Besonderes, wenn eine Selbsthilfegruppe sich trifft. Jeder hat seine eigene Geschichte, andere Ärzte, andere Therapien, andere Ansätze. Regelmäßiger Austausch und wertvolle Erfahrungsberichte stehen hier immer auf der Tagesordnung. Auch wenn die Krankheit im Vordergrund steht, sind es in der Regel gesellige Treffen. Gesprächskreise, Infoabende, Fahrradtouren, Kaffeetrinken oder Weckmannessen stehen auf dem Programm.
Nachdem die therapeutische Wirkung von Tischtennis bekannt wurde haben sich einige Mitglieder der Gruppe dem Tischtennis verschrieben. Nach der Teilnahme an einigen Turnieren bestand nun die Chance an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen, die das Quartett gerne wahrnahm. Die Teilnahme war für alle vier Spieler ein ganz besonderes Erlebnis. Mit ihrer Teilnahme möchten sie allen Parkinsonbetroffenen Mut machen, sich aktiv zu beteiligen.
Dieses Turnier zeigt, dass man auch mit dieser Krankheit sportlich aktiv sein kann und Tischtennis die Motorik, Beweglichkeit und Reaktionsvermögen fördert. Es verbessert zudem die Gedächtnisleistung, den Gleichgewichtssinn und das Konzentrationsvermögen. Eine Studie hat bestätigt, dass Tischtennis eine vielversprechende Form der Physiotherapie für Parkinson-Betroffene darstellt. Regelmäßiges Spielen verbessert die Symptome und führt zu Verbesserungen der Sprache, der Handschrift und der Mobilität.
Die Philosophie der PingPongParkinson Deutschland ist es, offen und solidarisch mit der Krankheit umzugehen, gemeinsam mit Spaß den Sport zu betreiben und somit in der Gesellschaft einen positiven Einfluss zu haben. Alle Ping-Pong-Parkinson-Stützpunkte würden sich über weitere Mitspieler freuen. Gemeinsame sportliche Betätigung, Bewegung und Geselligkeit tragen zur Ausgeglichenheit und zum Wohlbefinden auch im Alter bei und die fortschreitende Verschlechterung der Symptome wird nachweislich durch das Spielen von Tischtennis verlangsamt. Die Spielstärke spielt bei allen Stützpunkten keine Rolle. Hauptsache ran an die Tischtennisplatte.
Informationen rund um die Selbsthilfegruppe Parkinson per E-Mail an andrea.koester-haldern@t-online.de.
Das Quartett vom Niederrhein bei der Weltmeisterschaft in Hannover. Foto: privat