Auf einem Geflügelhof erfuhren die Landfrauen viel Wissenswertes.Foto: privat
21. August 2024 · Goch

Pfalzdorfer Landfrauen: Auf Tour durch die Rheinlandschaft

Viele interessante Stationen wurden mit dem Fahrrad angesteuert – Abschluss in Wissel

PFALZDORF. Die Pfalzdorfer Landfrauen trafen sich kürzlich am Insektenhotel auf dem alten katholischen Friedhof in Pfalzdorf, um einen gemeinsamen Fahrradausflug zu unternehmen.

Zunächst ging es in Richtung Bedburg-Hau. Im Bereich der LVR-Klinik führt ein Radweg an den unter anderem aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts stammenden Gebäuden der Klinik vorbei, die größtenteils unter Denkmalschutz stehen. Anschließend überquerten die Radlerinnen die Sommerlandstraße in Richtung der Ortschaft Huisberden und durchquerten den Sommerlanddeich, einen alten Rheindeich.

In Huisberden wurde der erste Zwischenstopp eingelegt. Dort erfuhr man, dass Huisberden bereits 1265 erstmals urkundlich erwähnt wurde und die Pfarrkirche St. Petrus aus dem 11. Jahrhundert stammt. Bei der Rast fiel der Blick unter anderem auf ein stattliches altes Bauernhaus. Es war deutlich zu erkennen, dass sowohl das Wohn- als auch die Wirtschaftsgebäude auf einem mit Erde erhöhten Siedlungshügel, den man Warft nennt, gebaut worden war.

Diese Warften dienten den Menschen im Überflutungsgebiet des Rheins als Schutz für Leib und Leben sowie für Hab und Gut. Besonders in früheren Zeiten, als es die modernen Schutzeinrichtungen gegen Überflutungen noch nicht gab, hatten die Rheinbauern zumeist im Frühjahr und im Herbst mit Hochwasser zu kämpfen. Bei den Bauernhöfen am Niederrhein im Einzugsgebiet des Rheins handelte es sich um große Milchviehbetriebe, da das Schwemmland sich in erster Linie für die Weidewirtschaft und nicht so sehr für den Ackerbau eignete. Bei Hochwasser mussten die Bauern regelmäßig ihren Viehbestand in Sicherheit bringen.

Die Fahrt führte nun weiter durch die vom mächtigen Strom Rhein geprägte Landschaft, der im Laufe der Zeit sein Flussbett mehrfach verlagerte, vergrößerte und wieder verkleinerte. Dadurch entstanden Kolke sowie Alt- und Nebenarme des Rheins. Im niederrheinischen Einzugsgebiet des Rheins befinden sich auch viele kleinere Nebenflüsse, wie zum Beispiel die Kalflack, die das Gebiet entwässern. Auf dem Weg zum Emmericher Eyland überquerten die Landrauen die Kalflack. Nun erreichten die Frauen ihr erstes Ziel, einen Geflügelhof auf dem Emmericher Eyland, wo sie sehr gastfreundlich begrüßt wurden. Es folgte eine umfassende Information über die Geflügelhaltung und die Eierproduktion. Dabei wurden die Vor- und Nachteile zwischen Freiland- und Bodenhaltung dargelegt. Neben dem Hühnerbestand der Rasse „Lohmanns Braune“ konnten die Landfrauen auch die automatischen Sortier- und Verpackungsanlagen für die Eier bewundern, die die Eier – geordnet nach Größen und Anzahl – in Windeseile in die aus dem Handel bekannten Verpackungen befördern. Wie man mit dem wertvollen Lebensmittel Ei im Haushalt umgehen sollte, erfuhren die Landfrauen noch ganz nebenbei. So sollte man Eier nie wechselnd bei unterschiedlichen Temperaturen und nicht neben stark riechenden und ausdünstenden Materialien (zum Beispiel Orangen oder Waschpulver) aufbewahren. Nach der sehr interessanten Betriebsführung wurden den Landfrauen noch ein köstlicher selbst gemachter Eierlikör eingeschenkt und als Präsent sechs Hühnereier überreicht.

Jetzt war es Zeit, wieder die Drahtesel zu besteigen, denn die Fahrt sollte weiter nach Wissel zu einer ursprünglich circa 1550 als Wasserburg errichteten, im Jahr 1850 im spätklassizistischen Stil umgebauten Burg gehen. Dort angekommen, erwartete die Frauen ein weiß getünchter Bau, an dessen Vorderseite sich ein kleiner Turm befindet. Das Innere des Gebäudes ist mit alten Möbeln und Lampen ausgestattet, wobei auf den ersten Blick besonders die im Flur des Gebäudes befindliche Ritterrüstung auffällt. In der Burg befindet sich ein Café, das sehr schmackhaften Kuchen anbietet. Nach der Stärkung mit Kaffee und Kuchen traten die Landfrauen schließlich die Heimatfahrt an.

Auf einem Geflügelhof erfuhren die Landfrauen viel Wissenswertes.Foto: privat