Das wunderbare Ergebnis eines gemeinschaftlichen Einsatzes. Foto: Ulrike Peters
7. November 2024 · Bedburg-Hau

Paulinenhöhe erstrahlt im neuen Glanz

Zwei neue Bänke und ein neuer Tisch bieten sich an für eine gesellige Pause

LOUISENDORF. Fleißige, ehrenamtliche Hände haben Ende Oktober den Aussichtspunkt an der Moyländer Straße im Bedburg-Hauer Ortsteil Louisendorf einer Verschönerungsaktion unterzogen. Zwei neue Bänke und ein neuer Tisch wurden dort aufgestellt. Die Gemeinde Bedburg-Hau gab einen Zuschuss in Höhe von 500 Euro.

Vor 24 Jahren wurde dieser idyllische Aussichtspunkt, der sich seit dem großer Beliebtheit bei Radfahrern und Wanderern erfreut, von der umliegenden Nachbarschaft gemeinsam mit einem Freundeskreis auf rund 49 Metern Höhe an der Moyländer Straße in Eigenleistung errichtet. Es ist die höchste Erhebung der kleinen Ortschaft Louisendorf. Die Fläche ist etwa 50 Quadratmeter groß, und es wurden auf der gepflasterten Fläche damals ein Tisch und zwei Bänke aufgestellt. Ein Mülleimer befindet sich ebenso am Platz, der von der Nachbarschaft sowie vom Bauhof der Gemeinde Bedburg-Hau regelmäßig geleert wird. Rechts und links stehen jeweils ein Buchenbaum, die sich in den Jahren von einem kleinen Stämmchen schon zu einem größeren Baum entwickelt haben. Rund um den Rastplatz ist eine kleine Rasenfläche, die im Sommer mit Blumen eingefasst wird. Dieser Rasen wird regelmäßig vom 86-jährigen Johann Scharff gemäht und kurz gehalten, der nicht weit von seinem Arbeitsplatz entfernt wohnt. Zu Ehren der inzwischen verstorbenen Paula Westerhoff, die in unmittelbarer Nähe lebte und Eigentümerin der Fläche war, erhielt dieses Kleinod den Namen „Paulinenhöhe“. Sie wird und wurde in der Vergangenheit oft zu geselligen Zusammenkünften genutzt. So veranstaltet die Nachbarschaft jährlich das Maibaumsetzen, und Radfahrer sowie Fußgänger halten dort an, um ein kleines Picknick durchzuführen. An Silvester sind da oben auch einige Leute anzutreffen, die das Feuerwerk um Mitternacht in alle Himmelsrichtungen betrachten und bestaunen wollen. Bei guter, klarer Fernsicht kann man die Emmericher Rheinbrücke oder die Eltener Kirche erkennen. „Im Sommer wird der Platz gut frequentiert, sogar Wohnmobile stehen dann tagelang hier“, sagte die Nachbarin Maren Westerhoff. Verliebte Paare treffen sich ebenfalls dort und manchmal werden auch Heiratsanträge gestellt. Ob sie angenommen wurden, ist bislang nicht überliefert.

Nun nagte der Zahn der Zeit aber an die damals aufgestellten Holzbänke und dem Tisch. Deshalb kamen die rührigen Erbauer auf die Idee, neue Bänke und einen neuen Tisch aufzustellen. Bei der Gemeinde Bedburg-Hau wurde um Hilfe gebeten. Und es sollten seitens der Gemeinde Kunststoffbänke- und Tisch installiert werden. „Aber wir wollten nichts aus Kunststoff dort stehen haben. Am Ende einigten wir uns, dass wir einen Zuschuss in Höhe von 500 Euro bekamen“, sagte Werner Johann, einer der Mitinitiatoren der „Paulinenhöhe“. Der Schreiner und Nachbar Jürgen Westerhoff hatte noch eine „Pälzer“ Eiche zu Hause liegen, die er dann in Scheiben geschnitten und zu einem wunderbaren Ensemble aus Tisch und Bänke verarbeitet hat. Ungefähr 40 Arbeitsstunden hat er für die Herstellung verwendet. Der Name „Paulinenhöhe“ und ihr Erbauungsjahr wurden in die Bänke jeweils eingearbeitet. Der nächste Nachbar Kurt Kinnett fertigte eine Metallplatte an, die unter dem Tisch eingebaut wurde, um den Tisch den nötigen Halt zu geben. Übrigens: Der neue Tisch wurde acht Zentimeter kleiner als der vorherige gebaut. Und am 26. Oktober konnte die neue Sitzgruppe von vier Pärchen endlich auf der „Paulinenhöhe“ installiert und gebührend eingeweiht werden. Vielleicht soll noch in diesem Herbst eine Hecke (1,50 Meter hoch) von Baum zu Baum als Windschutz in Richtung Louisendorf angepflanzt werden.

Im vergangenen Jahr wurde ein Hinweisschild auf ein Paypal Konto angebracht, um Spenden von Besuchern des Rastplatzes zur Erhaltung und Pflege zu generieren, um ihn weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu halten. Es wurden 150 Euro gespendet, die bei der Verschönerungsaktion zum Einsatz kamen.

Das wunderbare Ergebnis eines gemeinschaftlichen Einsatzes. Foto: Ulrike Peters