"Stefan, anonymes Patenkänguru und Klaus im Trio, Abstand haltend, NN-Foto von Rüdiger Dehnen"
2. September 2026 · Kleve

Patenschaft als Dauerauftrag

Zum Hochzeitstag gab es für Klaus und Stefan eine Patenschaft für die Kängurus

KLEVE. Manche Geschichten gestalten sich schwierig. Über das „Drummerum” ließe sich mehr schreiben als über das Eigentliche. Klaus und Stefan Osterkamp sind Kängurupaten – seit dem 4. Mai 2026. „Das war unser Hochzeitstag.” Die beiden haben auf der Schwanenburg geheiratet und wollten ihrem Glück irgendwie Ausdruck verleihen und gleichzeitig was Gutes tun. Das erzählen sie am Telefon, denn ihr Wohnort ist Münster. Da fragt man natürlich, wie man als Münsteraner Pate im Klever Tiergarten wird.

Die Sache ist schnell aufgeklärt. Klaus Osterkamp stammt aus Kleve. „Meine Eltern wohnen noch da”, sagt er und – siehe oben – die Schwanenstadt war schließlich Hochzeitsort. Vom Tiergartenchef Martin Polotzek „haben wir dann erfahren, dass es im Tiergarten jetzt auch Kängurus gibt, aber noch keine Paten.” Da stand der Entschluss schnell fest: Hochzeitsglocken und Kängurupatenschaft.

Klaus arbeitet in der IT-Branche, Stefan ist Innenrevisor bei der Sparkasse. Zu nennen wären jetzt noch Sonja Struckmeyer und Dietmar Cornelissen. Die beiden gehören zur Tiergarten-Crew und Sonja hat im Vorfeld dieser Serie nach Paten Ausschau gehalten, die dabei sein wollten. „Die Osterkamps wohnen in Münster”, hat sie gesagt und ich habe gefragt, wie wir die Sache hinbekommen. Lösungsvorschlag: WhatsApp-Video-Chat am Gehege der Kängurus und dann ein Foto machen, das Klaus und Stefan auf dem Smartphonebildschirm zeigt. Im Hintergrund: Patenkängurus. Dann setzt Wirklichkeit ein: „Unsere Kängurus sind sehr scheu. Da kommen wir nicht nah genug ran”, sagt Dietmar Cornelissen. Dazu noch grellstes Sonnenlicht. Ich finde mich damit ab, dass wir eines der Fake-Kängurus ins Bild nehmen. Die Attrappen stehen am Gehegerand – natürlich in der prallen Sonne. Da ist dann auch auf dem Smartphone wenig zu erkennen. Dietmar holt einen Sonnenschirm, Sonjas Handy ist kurz vor Batterieende. So geht Drama. „Ich schick' dir ein Känguru-Foto”, sagt Dietmar. „Ja – ist vielleicht besser”, sage ich.

Am Ende: Festnetzanruf in Münster. „Der Klaus war schon vorher Pate vom roten Panda”, sagt Stefan und ich frage: „Patenschaften werden ja immer für ein Jahr abgeschlossen. Ist denn eine Verlängerung denkbar?” „Klar doch”, sagen die beiden und liefern gleich noch die Überschrift: „Patenschaft als Dauerauftrag.” „Am 28. August ist Patenfest”, sagen sie, „und wir werden auf jeden Fall nach Kleve kommen.” Licht am Ende des Tunnels. „Dann machen wir also das Foto beim Patenfest.”

Am 28. August lud der Tiergarten alle Paten zum Patenfest. Stefan und Klaus sind na-tür-lich zum Foto-Termin erschienen. Die Kängurus hielten gebührenden Abstand und waren auch durch Futter nicht anzulocken. Das ändert nichts an der Dauerpatenschaft.

Trio mit Abstand (v.l.): Stefan, ein anonymes Patenkänguru und Klaus. NN-Foto: Rüdiger Dehnen