Omas gegen Rechts: Offener Brief an die Ratsfraktionen
24. Februar 2026 · Kevelaer

Omas gegen Rechts: Offener Brief an die Ratsfraktionen

Kritik an geplanter Streichung von Betreuungs- und Integrationsleistungen

KEVELAER. In einem offenen Brief an den Bürgermeister und die Stadtratsfraktionen der Stadt Kevelaer kritisiert die Initiative „Omas gegen Rechts“ die offenbar auf einen CDU-Antrag hin in der zweiten Haupt- und Finanzausschusssitzung beschlossene Streichung von Betreuungs- und Integrationsleistungen für Flüchtlinge.

„Für uns ist diese Entscheidung ganz und gar unverständlich. Zwar wissen wir, dass unsere Stadt große finanzielle Probleme hat. Wir wissen aber auch, dass es bislang in unserer Stadt ein friedliches Zusammenleben von geflüchteten Menschen mit Kevelaerer Bürgerinnen und Bürgern gab“, heißt es im Brief.

Den Grund für diesen Erfolg sehen die „Omas gegen Rechts„ darin, dass man auf die prekäre Lage und Hintergründe der geflüchteten Menschen geschaut und entsprechende Hilfen installiert habe.

„Diese Hilfen sind dringend erforderlich, um auf die Problemlagen der Geflüchteten wie Traumatisierung, Fremdheitsgefühle, Verständigungsschwierigkeiten, Angst und Hilflosigkeit fachgerecht reagieren zu können“, heißt es weiter. Die „Omas“ sind überzeugt, dass die entzogenen Hilfen weitreichende Auswirkungen haben werden. Menschen mit mangelnden Sprachkenntnissen und anderem kulturellem Hintergrund seien auf Unterstützung und Beratung in fast allen Bereichen des alltäglichen Lebens, vor allem auch im bürokratischen Bereich, dringend angewiesen. „Dies wird sich in Schule, Ausbildung und in Arbeitsverhältnissen zeigen. Fehlende Informationen und fehlender eigener Wohnraum werden massiv die Integration in unsere Gesellschaft, die ja immer von den Geflüchteten erwartet wird, erschweren.“

Kürzungen der Betreuung in der Geflüchtetenhilfe würden zu verschlechterter Gesundheitsversorgung, sozialer Ausgrenzung und langfristigen Benachteiligungen führen, da Betroffene von Arbeitsförderung und regulären Sozialleistungen ausgeschlossen blieben.

„Ein solcher Plan zeugt von großer Unkenntnis der Lebensrealität von geflüchteten Menschen und auch von mangelnder Weitsicht. Denn letztlich werden sich die aufzubringenden Kosten erhöhen. Mangelnde Integration wird negative Auswirkungen auf das Zusammenleben in unserer Stadt haben. Das kann nicht Ihr Ziel sein“, heißt es im Brief. Zudem sei es Wasser auf die Mühlen populistischer und antidemokratischer Strömungen. Daher fordern die „Omas gegen Rechts“ die Entscheidungsträger dazu auf, in der Ratssitzung am heutigen Dienstag, 24. Februar, gegen diese Entscheidung zu stimmen und die Angelegenheit im Sozialausschuss neu zu beraten.