„Nur wer etwas riskiert, kann auch etwas erreichen“
Bürgermeister Sven Kaiser und Wirtschaftsförderer Stefan von Laguna zu Besuch bei Blumengroßhandel Intermarkt Thielen
LÜLLINGEN. Auf einer Fläche von knapp 30.000 Quadratmetern befindet sich in Lüllingen - De Klus eines der größten Blumen-Großhandelsunternehmen Deutschlands: Intermarkt Thielen. Im Rahmen der regelmäßigen Unternehmensbesuche der Stadt Geldern besuchten Bürgermeister Sven Kaiser und Wirtschaftsförderer Stefan von Laguna das Unternehmen, um sich mit der Geschäftsführung unter anderem über den aktuellen Markt, Herausforderungen der Branche und den Standort auszutauschen.
Empfangen wurden sie von Unternehmensgründer Werner Thielen, Geschäftsführer Tim Drabe sowie Joré Thielen, die seit Anfang des Jahres neu im Unternehmen tätig ist. „Was hier von Lüllingen aus nach Deutschland und in viele Teile Europas geliefert wird, ist sehr beeindruckend“, sagte Bürgermeister Sven Kaiser. „Es zeigt, dass Geldern die Infrastruktur besitzt, um auch große Mengen an Waren effizient und unkompliziert zu transportieren. Mit Intermarkt Thielen haben wir ein Unternehmen, das die Voraussetzungen ideal nutzt.“ Dass dies keine Übertreibung ist, verdeutlichen die Zahlen: Rund 25 Millionen Blumen verlassen jedes Jahr das Lager des Unternehmens in Lüllingen - De Klus.
Gegründet wurde das Unternehmen 1989 von Werner Thielen. Heute beschäftigt der Blumengroßhandel rund 150 Mitarbeitende, beliefert etwa 400 Märkte und ist mit rund 30 Lkw im Einsatz. Ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs sei die Unternehmenskultur, erklärt der Gründer. „Wir wollen vermeiden, dass Mitarbeitende Angst davor haben, Fehler zu machen“, sagt Werner Thielen. „Stattdessen möchten wir sie ermutigen, Neues auszuprobieren. Nur wer etwas riskiert, kann auch etwas erreichen – und nur so entstehen Innovationen.“ Ebenso entscheidend sei eine ausgeprägte Kundenorientierung: „Man muss sich jeden Tag im Wettbewerb beweisen. Das funktioniert nur, wenn man seine Kundinnen und Kunden genau im Blick hat.“
Doch nicht nur nach außen, auch innerhalb des Unternehmens spiele ein gutes Miteinander eine zentrale Rolle. „Uns sind flache Hierarchien wichtig“, erklärt Geschäftsführer Tim Drabe. „Bei Problemen sollte man offen miteinander sprechen können. Außerdem ist es für uns wichtig zu wissen, was im Unternehmen passiert – und das funktioniert nur auf Basis von Vertrauen.“
Beeindruckt zeigte sich Wirtschaftsförderer Stefan von Laguna auch von der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. „Mich hat besonders die Denkweise des Unternehmens beeindruckt“, resümierte er. „Man merkt, dass hier über den Tellerrand hinausgedacht wird. Die Kultur und die Herangehensweise sind sehr modern – und der Erfolg gibt ihnen Recht.“ Mit Blick auf die Zukunft erkundigte sich Stefan von Laguna auch nach dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Unternehmen. Tatsächlich setzt Intermarkt Thielen diese bereits seit Jahren ein. „Wir nutzen KI beispielsweise bei der Auswertung von Geschäftsprozessen“, erklärt Werner Thielen. „Auch Bestellungen werden immer häufiger von einer KI unterstützt, die anhand von Bestellhistorien oder Wetterdaten sehr präzise Prognosen erstellen kann.“ Gleichzeitig betont Thielen, dass der Einsatz von KI sorgfältig ausbalanciert werden müsse. „Es muss eine Balance gefunden werden“, sagt er. „Unsere Mitarbeitenden bleiben unverzichtbar und übernehmen viele Aufgaben, die eine KI in dieser Form nicht leisten kann.“
Im Anschluss an das Gespräch wurden Kaiser und von Laguna durch die Lagerhallen geführt. Diese sind jeweils exakt auf die klimatischen Bedingungen und Lichtverhältnisse abgestimmt, die die verschiedenen Pflanzen benötigen. Rund 80 Prozent der Blumen verlassen das Lager bereits am Tag ihrer Anlieferung. Zu Spitzenzeiten sind etwa 100 Lkw täglich vor Ort, um die Ware zu bringen oder weiter zu transportieren.
Mit Blick auf die Zukunft erwartet Werner Thielen weitere Herausforderungen – etwa durch den Klimawandel. „Aber auch dafür werden wir Lösungen finden“, zeigt er sich zuversichtlich. Auch der internationale Markt befindet sich im Wandel. „Vor allem die Konkurrenz aus dem asiatischen Markt ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen“, erklärt Joré Thielen, die mittlere Tochter von Werner Thielen. Dennoch habe das Label „Made in Germany“ weiterhin eine große Bedeutung und stehe für Qualität und Verlässlichkeit.
Wirtschaftsförderer Stefan von Laguna, Geschäftsführer Tim Drabe, die Assistentin der Geschäftsführung, Joré Thielen, Gründer und Geschäftsführer Werner Thielen und Bürgermeister Sven Kaiser (v.l.). Foto: Stadt Geldern/Gossens