Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Kleve fordern ein klares „Nein!“ zu Gewalt an Frauen.Foto: Wallfahrtsstadt Kevelaer
5. November 2025 · Niederrhein

Null Toleranz für Gewalt und Hass gegenüber Frauen

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen am Dienstag, 25. November

KREIS KLEVE. Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter – und sie geschieht täglich. Sie zeigt sich in Form von häuslicher Gewalt, sexuellen Übergriffen, digitaler Gewalt oder in ihrer grausamsten Ausprägung: dem Femizid.

Die aktuellen Zahlen sind alarmierend und machen das Ausmaß deutlich: In Deutschland wurden im Jahr 2024 über 265.000 Fälle häuslicher Gewalt registriert, 73 Prozent der Betroffenen waren Frauen. In den vergangenen fünf Jahren ist die häusliche Gewalt bundesweit um fast 14 Prozent gestiegen. Auch im Kreis Kleve erhöhte sich die Zahl der registrierten Fälle häuslicher Gewalt, und zwar um fast zwölf Prozent von 918 im Jahr 2023 auf 1.026 im Jahr 2024.

Die aktuellen Zahlen für Femizide beliefen sich bundesweit im Jahr 2023 auf 360 Frauen und Mädchen. 2023 wurden 52.330 Frauen und Mädchen Opfer von Sexualstraftaten. Zudem wurden im Bereich der digitalen Gewalt 17.193 betroffene Frauen gezählt.

„Diese Zahlen dürfen uns nicht gleichgültig lassen“, betonen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Kleve. „Jede Form von Gewalt gegen Frauen ist eine Verletzung der Menschenwürde – ob sie in den eigenen vier Wänden, auf der Straße oder im Internet geschieht.“

Aktionen

Ein wichtiges politisches Signal setzt das Gewalthilfegesetz, das am 31. Januar dieses Jahres im Bundestag verabschiedet und am 14. Februar vom Bundesrat bestätigt wurde. Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Kleve bezeichnen dieses Gesetz als „historischen Schritt“, um geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt wirksam zu bekämpfen. Mit dem Gesetz wird erstmals ein bundesweiter Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder geschaffen. Dieser Anspruch wird ab dem 1. Januar 2032 gelten und flächendeckend den Zugang zu Hilfsangeboten sichern.

Kleve: Am Samstag, 22. November, von 11 bis 16 Uhr, heißt es am Fischmarkt „Zonta says No! Wir alle gegen Gewalt an Frauen. Jetzt!“ Es gibt einen Markt mit Informationsständen, der zum Austausch einlädt und die Gelegenheit zu einem persönlichen Statement der Solidarität auf der orangefarbenen Bank.

Am Montag, 1. Dezember, findet von 8 bis 16.30 Uhr, der Fachtag „Kommunaler Gewaltschutz im Kreis Kleve – eine Sichtfelderweiterung“ in der Stadthalle Kleve statt. Veranstalter sind die „Runden Tische für ein gewaltfreies Zuhause“. Nähere Informationen online unter www.zuhause-gewalt.de.

Goch: Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goch informiert am Freitag, 21. November, von 10.30 bis 12.30 Uhr vor der Edeka-Filiale Kusenberg (Sandhof 20-22, Goch) über den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.

Besucher können sich dort beraten lassen und Informationsmaterialien mitnehmen. Außerdem werden im Dezember zwei kostenlose Selbstbehauptungskurse für Frauen angeboten, geleitet von Marie Hanf, Trainerin für Gewaltprävention. Je ein Kurs findet statt am Freitag, 12. Dezember, von 18.30 bis 21.30 Uhr sowie am Samstag, 13. Dezember, von 15 bis 18 Uhr in der Kung-Fu-Schule Goch, Klever Straße 41. Die Teilnehmerinnenzahl ist pro Kurs auf zwölf Frauen begrenzt. Anmeldungen sind bis zum Montag, 8. Dezember, möglich per E-Mail an info-kungfu-niederrhein@mail.de oder gleichstellungsbeauftragte@goch.de.

Weeze: Die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Weeze ist am Freitag, 21. November, von 7.30 bis 9 Uhr vor der Bäckerei Reffeling (Kevelaerer Straße 32, Weeze) mit einem Infostand präsent, steht für Gespräche zur Verfügung und verteilt Informationsmaterialien.

Wallfahrtsstadt Kevelaer: In der Wallfahrtsstadt Kevelaer informiert die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt am Dienstag, 25. November , von 9 bis 13 Uhr, auf dem Peter-Plümpe-Platz gemeinsam mit anderen Gleichstellungsbeauftragten aus dem Kreis Kleve und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) über Unterstützungs- und Hilfsangebote für von „Gewalt Betroffene“. Auch Fachkräfte weiterer Institutionen, unter anderem der Frauenberatungsstelle „Impuls“, der Kreispolizeibehörde Kleve (Opferschutz), der Caritas und der Diakonie werden vor Ort vertreten sein und für Auskünfte zur Verfügung stehen.

Im Vorfeld ruft die Gleichstellungsbeauftragte der Wallfahrtsstadt Kevelaer außerdem Vereine, Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen aus Kevelaer dazu auf, sich am „Orange Day“ zu beteiligen. Jede orange leuchtende Ecke, jedes geschmückte Fenster und jedes geteilte Foto setzt ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und verdeutlicht: „Wir stehen gemeinsam für eine gewaltfreie Zukunft.“ Interessierte könnten sich über das Anmeldeformular auf der Internetseite der Wallfahrtstadt Kevelaer registrieren (www.kevelaer.de/orangedays) und angeben, wie sie sich beteiligen möchten. Die Stadt wird die eingereichten Aktionen auf ihrer Webseite veröffentlichen.

Kalkar: Im Rathaus der Stadt Kalkar findet eine Ausstellung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen statt.

An vielen Rathäusern im Kreis Kleve und auch am Klever Kreishaus werden rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt sichtbare Zeichen für die Aktion „orange the city“ gesetzt. Dabei wird entweder eine orangefarbene Fahne gehisst und/oder die Gebäude orangefarben beleuchtet als Symbol für eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen. Ebenso sind in einzelnen Kommunen auch lokale Institutionen und Einzelhändler mit Beleuchtungen oder Bannern beteiligt.

Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Kleve fordern ein klares „Nein!“ zu Gewalt an Frauen. Foto: Wallfahrtsstadt Kevelaer