NRW-Ministerin Mona Neubaur besucht „touristische Leuchttürme“ in Xanten
Auf ihrer diesjährigen Sommertour sah sich die Wirtschaftsministerin den APX und das FZX an
XANTEN. Um die Stadt Xanten gänzlich zu erkunden, reicht natürlich ein einziger Tag nicht aus – und etwa zweieinhalb Stunden schonmal gar nicht. Doch genau vor dieser Herausforderung stand am Mittwoch Mona Neubaur, Nordrhein-Westfalens Ministerin für Wirtschaft, Industrie und Klimaschutz sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes NRW. Im Rahmen ihrer „touristischen Sommerreise“ beschränkte sie sich daher auf zwei „touristische Leuchttürme“ in Xanten: dem LVR-Archäologischen Park Xanten (APX) und dem Freizeitzentrum Xanten (FZX) mit der Xantener Nord- und Südsee – und besonders Letzteres beeindruckte sie nachhaltig.
„Dass man aus einem See so viel naturverträglichen Wassersport und gleichzeitig so viel Erholungspotenzial herausholen kann, ist wohl einzigartig am Niederrhein. Aber es ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein touristischer Ort bei uns in NRW funktioniert“, sagte Neubaur nach einer kleinen Rundfahrt mit der Elektro-Barkasse „Style-e“ auf der Xantener Südsee. Die Wirtschaftsministerin nutzte ihre diesjährige Sommertour dazu, um zu zeigen, dass auch Urlaub in Nordrhein-Westfalen abwechslungsreich und schön sein kann. Es gebe nach oben keine Grenze, wie viel Vielfalt und Schönheit im Land NRW stecke. „Hier kann man den ganzen Urlaub verbringen“, betonte Neubaur schon kurz nachdem sie am Mittwoch in Xanten angekommen war. Das Land habe viele schöne Ausflugsziele, die NRW zu einem besonders schönen Reiseziel machen würden. „Wir wollen den Tourismus deshalb für uns nutzen und ihn wirklich als substanziellen Wirtschaftsfaktor betrachten“, sagte Neubaur.
Mit dem APXpress durch den Park
Der Tag startete für die Ministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin im APX. Dort stieg sie begleitet unter anderem von Ingo Brohl, Landrat des Kreises Wesel, Xantens Bürgermeister Thomas Görtz, Guido Kohlenbach, Fachbereichsleiter Regionale Kulturarbeit des LVR, Dr. Heike Döll-König, Geschäftsführerin Tourismus NRW und Nina Jörgens von der Niederrhein Tourismus GmbH, in den APXpress. Die elektrisch betriebene Wegebahn wurde vor ein paar Wochen in Dienst gestellt, damit das über 60 Hektar große Gelände des Archäologischen Parks Xanten auch von Personen mit eingeschränkter Mobilität barrierefrei erkundet werden kann. Im Hop-on-Hop-off-Prinzip können Passagiere an mehreren Haltestellen im Park ein- und aussteigen. Im Schritttempo fährt die Wegebahn dann von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Auf einem Bildschirm kann der gesamte Weg und der aktuelle Standort direkt im Elektrobus verfolgt werden.
Für Neubaur und ihre „Reisegruppe“ ging es im Archäologischen Park Xanten so zunächst zu den Handwerkshäusern, wo sich die Ministerin sichtlich interessiert bei Constantin Kappe, wissenschaftlicher Referent für Ausstellungsprojekte zum Niedergermanischen Limes, über die römische Bauweise informierte. Nach einer kurzen Begehung des Hafentempels besichtigte Neubaur schließlich auch noch die inklusive Schiffswerft, die seit ihrer Errichtung 2017 ein fest etablierter Ausbildungsbetrieb des APX darstellt. Die Werkstattmitarbeiter zeigten und erklärten der Besucherin aus Düsseldorf die originalgetreu nachgebauten römischen Rheinschiffe, die nach antikem Vorbild hergestellten Transportfässer sowie die derzeit nach historischem Vorbild rekonstruierten antiken Möbel.
Ausstellungshalle für Schiffe an der Xantener Südsee
Natürlich nutzten die LVR-Vertreter auch die Gelegenheit, um ihr wichtigstes Projekt des APX – die geplante Ausstellunghalle an der Xantener Südsee, in der die nachgebauten römischen Schiffe aus der inklusiven Werft des Parks dauerhaft ausgestellt werden sollen – anzusprechen. Der LVR möchte dort langfristig einen zentralen Dreh- und Angelpunkt für die Vermittlung des UNESCO-Welterbes Niedergermanischer Limes (NGL) einrichten. Als besucherstärkste Destination am NGL mit fast 600.000 Besuchen sei der APX als Schaubühne für das Welterbe bestens geeignet, meint der LVR. Leitexponate der geplanten Dauer-Ausstellung sollen die sechs originalgetreuen Nachbauten römischer Rheinschiffe, die zwischen 2014 und 2022 im APX entstanden, werden. Die Schiffe würden sich besonders anschaulich für die Vermittlung des UNESCO-Welterbes, vom Fischfang am ,nassen‘ Limes bis zur Grenzüberwachung mit schnellen Patrouillenbooten, eignen, wie die LVR-Vertreter vor Ort betonten. Damit gehe zudem die Absicht einher, Publikumsfahrten mit nachgebauten römischen Ruderbooten dauerhaft zu etablieren. Die enorme Nachfrage bei Probefahrten im Sommer 2024 habe das hohe kulturtouristische Potenzial solcher Limes-Erlebnisse bereits gezeigt, so der LVR weiter.
Bereits im Jahr 2020 haben LVR und FZX in einem „Letter of Intent“ ihre Absicht zur Umsetzung des Projektes „Schiffshalle“ festgehalten. Am 8. Juli dieses Jahres hat der Landschaftsausschuss des LVR die Fortführung des Projektes beschlossen. Insbesondere solle die Förderfähigkeit weiter ermittelt werden. Ein detailliertes inhaltliches Ausstellungskonzept sei bereits erarbeitet worden. Mona Neubaur versprach bei ihrem Besuch in Xanten, dass das Land NRW versuchen werde, dieses Projekt – soweit es die Möglichkeiten zulassen würden – zu unterstützen. „Hier gibt es tolles Potenzial. Alle, die damit zu tun haben, erklären, dass sie noch lange nicht fertig sind“, freute sich Neubaur über das Engagement. Solche Investitionen seien zudem sinnvoll, damit das UNESCO-Welterbe auch in Zukunft strahlen könne.
Mit der Elektro-Barkasse „Style-e“ über die Xantener Südsee
Nachdem sich die Ministerin noch ins Goldene Buch der Stadt Xanten eingetragen hatte, ging es für sie auch schon weiter Richtung Naturbad Xantener Südsee in Wardt, wo sie das aus dem Kiesabbau hervorgegangene Gewässer mit der Elektro-Barkasse „Style-e“ erkundete. „Hier macht man gerne Halt“, resümierte die Ministerin, die sich vor allem von der gebotenen Vielfalt beeindruckt zeigte: „Hier kann man ganz in Ruhe die Landschaft betrachten und runterkommen oder sich im Wasser erholen. Wer will, kann sich hier aber auch etwa beim Wasser-Ski sportlich verausgaben oder das gute Essen genießen.“ Alle, die an der Xantener Nord- und Südsee arbeiten würden, hätten zudem den naturverträglichen Umgang mit der Umwelt in ihrer DNA.
Gute Zuhörerin – Blick in die Zukunft
Den kurzen, aber sehr informativen Besuch von Mona Neubaur wird nicht nur die stellvertretende Ministerpräsidentin (hoffentlich) noch lange in Erinnerung behalten. Kreis Wesels Landrat Ingo Brohl bezeichnete die 48-Jährige als „gute Zuhörerin“. „Sie hat den besonderen Mikrokosmus, den es hier in Xanten gibt, verstanden. Zudem konnten wir unsere Themen adressieren“, sagte Brohl überdies. Es sei schließlich wichtig, dass der Standort noch weitergedacht werde, um ihn als Wirtschafts- und Tourismusstandort noch weiter zu etablieren und um neue Wertschöpfung in die Region zu tragen. Xantens Bürgermeister Thomas Görtz gab Neubaur deshalb noch einen ganz besonderen Wunsch mit auf den Rückweg nach Düsseldorf: „Wir würden gerne weitere Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen und das Angebot der schwimmenden Ferienhäuser weiter ausweiten. Das lässt das aktuelle Planungsrecht aber nicht zu.“ Dies müsse das Land NRW angehen.
Sabrina Peters
Die Ministerin trug sich ins Goldene Buch der Stadt Xanten ein. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Neubaur in der Schreinerei. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Auf der Xantener Südsee unternahm die Ministerin mit ihrer Delegation eine Bootsfahrt mit der „Elektro-Barkasse „Style-e“. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
FZX-Leiter Ludwig Ingenlath (r.) führte Neubaur durch das Gelände. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Zu Beginn des Besuches gab es für Mona Neubaur erstmal Geschenke: Landrat Ingo Brohl überreichte ihr eine Kopfweide. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Von Xantens Bürgermeister Thomas Görtz gab es unter anderem ein Xanten-Handtuch und Fairtrade-Produkte. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Einen niederrheinischen Obst-Korb gab es obendrauf auch noch. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Im APX schaute sich die Ministerin unter anderem die Handwerkshäuser an. NN-Foto: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Die Delegation vor dem Hafentempel im APX. NN-Foto: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
...und im Hafentempel. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Mona Neubaur im Gespräch mit einem Mitarbeiter der inklusiven Schiffswerft im APX. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Hier schaute sich die Ministerin auch die Rekonstruktion eines antiken Möbelstücks an. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Auch den Nachbau eines römischen Schiffes gab es zu betrachten. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Mona Neubaur stieg auch direkt einmal probeweise ein. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Am FZX Info-Center in Wardt startete dann die zweite Etappe. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Hier konnte sich die Ministerin auch ein Bild vom Naturbad machen. NN-Fotos: Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (ganz in schwarz) besuchte in Xanten den APX – empfangen wurde sie unter anderem von Bürgermeister Thomas Görtz (l.) und Landrat Ingo Brohl. NN-Fotos: Theo Leie