„Noch bis Ende Mai Kreuze machen“
IG BAU Duisburg-Niederrhein startet Appell zu Betriebsratswahlen
NIEDERRHEIN. Stift, Zettel, Kreuz – wirklich kompliziert ist es nicht, im Betrieb ein Wörtchen mitzureden: Noch bis Ende Mai laufen die Betriebsratswahlen. Möglich sind die in allen Firmen im Kreis Kleve, in denen fünf oder mehr Beschäftigte arbeiten. Dabei zählen Vollzeit- und Teilzeitkräfte genauso wie Azubis und Mini-Jobber. Darauf hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen.
Von der Industrie über das Handwerk bis zur Dienstleistung: Im Kreis Kleve gibt es rund 12.100 Unternehmen mit 144.800 Beschäftigten. In rund 41 Prozent der Firmen kann im Kreis Kleve ein Betriebsrat gewählt werden, so die IG BAU Duisburg-Niederrhein. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. „Gerade Handwerker im Kreis Kleve sollten ihre Chance, einen Betriebsrat zu wählen, besser nutzen: in Bauunternehmen genauso wie bei Dachdecker- oder Malerbetrieben. Da ist nämlich noch viel Luft nach oben, wenn es um die Interessenvertretung der Beschäftigten gegenüber dem Chef geht“, sagt Karina Pfau von der IG BAU Duisburg-Niederrhein. Aber auch in der Gebäudereinigung sei ein Betriebsrat wichtig: „Immer wieder gibt es gerade in der Reinigungsbranche in der Region Ärger um Dienstpläne, um Urlaub und um fehlende Zulagen für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen. Vor allem aber auch, wenn der faire Tariflohn nicht gezahlt wird. In solchen Fällen ist der Betriebsrat ein wichtiges Sprachrohr gegenüber der Chef-Etage“, sagt Karina Pfau. Für die Bezirksvorsitzende der IG BAU Duisburg-Niederrhein ist der Betriebsrat ein „wichtiges Instrument, um Konflikte hinterm Werkstor zu lösen“. Vor allem auch dann, wenn es um Arbeitsplätze gehe: „Wenn Jobs wackeln, setzt der Betriebsrat alles daran, Kündigungen zu vermeiden. Auch Azubis können sich auf den Betriebsrat verlassen, wenn es bei der Ausbildung hakt“, so Pfau. Außerdem kümmere sich ein Betriebsrat um die Fortbildung am Arbeitsplatz. Mit einem Betriebsrat im Unternehmen laufe es deutlich besser, so die IG BAU Duisburg-Niederrhein. „Es ist wie mit der Superzahl beim Lotto: Mit einem Betriebsrat hat man einfach bessere Chancen, mehr für sich herauszuholen. Aber das hat nichts mit Lotterie zu tun. Die Vorteile, die man mit einem Betriebsrat hat, sind ein garantierter Gewinn für alle in der Firma“, macht Karina Pfau deutlich.
Wer im Kreis Kleve auf dem Bau, in der Gebäudereinigung, im Garten- und Landschaftsbau, in der Forst- oder Landwirtschaft arbeitet, kann sich bei Fragen rund um den Betriebsrat an die IG BAU Duisburg-Niederrhein wenden. Die Gewerkschaft unterstützt Beschäftigte, die in ihrer Firma einen Betriebsrat wählen oder neu gründen wollen: unter Telefon 0203/298 87 – 0 oder per E-Mail an duisburg@igbau.de.
„Wahlzeit“ hinterm Werkstor: Im Kreis Kleve sollen Belegschaften zu Stift und Zettel greifen und Kreuze machen. Die IG BAU Duisburg-Niederrhein ruft zu Betriebsratswahlen auf. Fotomontage: IG BAU/Florian Göricke