Niers-Kendel-Schule: „Erst den Bedarf ermitteln – dann zukunftssfähig bauen“
CDU Fraktion Goch: „Aktuelle demografische Entwicklung bestätigt den richtigen Weg bei der Planung“
GOCH. Die CDU-Fraktion Goch reagiert auf die aktuelle Stellungnahme des Bürgerforums Goch (BFG) zur Planung des Neubaus der Niers-Kendel-Schule in Asperden. Dabei sei eines zunächst wichtig: Auch für die CDU stehe außer Frage, dass die Kinder aus Asperden, Kessel und den umliegenden Ortschaften eine moderne und zukunftsfähige Schule mit guten Lernbedingungen benötigen. Genau deshalb habe eine Mehrheit des Rates entschieden, zunächst den neuen Schulentwicklungsplan abzuwarten, der im ersten Quartal 2027 vorgelegt werden soll. CDU, FDP, SPD und Grüne hätten damit bewusst nicht gegen den Schulneubau gestimmt, sondern für eine solide und verantwortungsvolle Entscheidungsgrundlage.
Sorgfältige Planung
Die jüngst veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zur Entwicklung der Geburtenzahlen zeige, dass demografische Entwicklungen bei langfristigen Planungen nicht ausgeblendet werden dürften. Danach wurden in Deutschland im Jahr 2025 nur noch rund 654.000 Kinder geboren – rund elf Prozent weniger als zehn Jahre zuvor. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Zahl der Frauen im Alter zwischen 25 und 39 Jahren bis 2035 bundesweit um rund zehn Prozent sinken wird. Auch die aktuellen Zahlen der Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen zur Bevölkerungsvorausberechnung bis 2050 lieferten interessante Erkenntnisse für Goch. Während die Gesamtbevölkerung der Stadt demnach von 35.260 Einwohnern im Jahr 2025 auf voraussichtlich 37.120 Einwohner im Jahr 2050 steigen werde, entwickele sich die Zahl der Kinder im grundschulrelevanten Alter in die entgegengesetzte Richtung. So weise die Landesdatenbank für die Altersgruppe der Fünf- bis unter Zehnjährigen im Jahr 2025 noch 1.749 Kinder aus. Bis 2030 sinke diese Zahl voraussichtlich auf 1.616, bis 2040 auf 1.560 und bis 2050 schließlich auf nur noch 1.502 Kinder. Das entspreche einem prognostizierten Rückgang von rund 14 Prozent gegenüber 2025.
Damit werde deutlich: Eine steigende Einwohnerzahl bedeute keineswegs automatisch einen steigenden Bedarf an Grundschulplätzen. Gerade bei langfristigen Investitionen müssten solche Entwicklungen berücksichtigt werden. „Diese Zahlen lassen sich nicht eins zu eins auf den Einzugsbereich der Niers-Kendel-Schule übertragen. Sie zeigen aber deutlich, dass wir bei langfristigen Investitionen die demografische Entwicklung nicht ausblenden dürfen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Marc Groesdonk. Gerade deshalb sei es aus Sicht der CDU nicht nachvollziehbar, warum das BFG einerseits vor einer Planung auf Grundlage aktueller Schülerprognosen warne, andererseits aber bereits heute eine konkrete dreizügige Dimensionierung für die kommenden Jahrzehnte festlegen möchte. Das BFG begründe seine Position damit, dass eine Schule für Generationen gebaut werde und zukünftige Entwicklungen nur schwer vorhersehbar seien. Genau deshalbsei es richtig, zunächst die bestmögliche Datengrundlage abzuwarten, so die CDU-Fraktion.
Eine moderne und zukunftsfähige Schule zeichne sich nicht allein durch eine möglichst hohe Zahl an Klassen- und Nebenräumen aus. Gute pädagogische Konzepte, Räume für Ganztag, Inklusion und individuelle Förderung seien selbstverständlich wichtige Bestandteile einer modernen Schule. Aber auch eine zukunftsfähige Schule müsse sich am tatsächlichen Bedarf orientieren. Die Verwaltung habe ein mögliches Einsparpotenzial von rund 3,4 Millionen Euro aufgezeigt. Angesichts der angespannten Haushaltslage wäre es aus Sicht der CDU nicht verantwortungsvoll, diese Größenordnung einfach außer Acht zu lassen. Entscheidend sei, wie viele Klassen und welche räumlichen Kapazitäten langfristig tatsächlich benötigt würden. Die CDU-Fraktion bleibt daher bei ihrer Haltung: „Es geht nicht darum, an der Bildung unserer Kinder zu sparen. Es geht darum, sinnvoll und bedarfsgerecht zu investieren.“
Das BFG weise darauf hin, dass spätere Erweiterungen ebenfalls Kosten verursachen können. Das sei rundsätzlich richtig. Aber auch dauerhaft ungenutzte Flächen verursachten hohe Investitions- und Folgekosten. Die richtige Antwort könne deshalb weder lauten, grundsätzlich möglichst klein noch grundsätzlich möglichst groß zu bauen. Die richtige Antwort laute: „Wir müssen zunächst so genau wie möglich wissen, was tatsächlich gebraucht wird.“
Katharina Pleines habe die Position der CDU in der Ratsdebatte treffend zusammengefasst: „Man baut doch auch kein Haus mit sieben Schlafzimmern, wenn man nur drei benötigt.“ Gerade bei einem millionenschweren Projekt sei es jedoch verantwortungsvoll, einige Monate zu warten, den Schulentwicklungsplan auszuwerten und anschließend auf einer belastbaren Grundlage zu entscheiden. Wer zukunftsfähig bauen wolle, müsse zuerst den tatsächlichen Bedarf kennen. Deshalb gelet für die CDU: „Erst den Bedarf feststellen – dann bauen.“
Marc Groesdonk, CDU Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Goch vor der Niers-Kendel-Schule. Foto: privat