"Magdalena schaltet eine Anzeige online, digitale Marketingstrategie"
31. Juli 2026 · Kleve

Neues Zuhause dringend gesucht

Wohnungsnot nach Eigenbedarfskündigung: Mutter mit fünf Kindern sucht eine Bleibe

KLEVERLAND. „Sehr geehrte Frau X. Hiermit kündige ich das bestehende Mietverhältnis über das von Ihnen gemietete Einfamilienhaus [...] ordentlich und fristgerecht wegen Eigenbedarfs gemäß Paragraph 573 Absatz 2 Nummer 2 BGB zum 30. 4. 2027. [...] Ich bitte Sie, die Mieträume bis spätestens zum Beendigungszeitpunkt vollständig geräumt und mit sämtlichen überlassenen Schlüsseln zu übergeben. [...] Ich weise Sie auf Ihr Widerspruchsrecht gemäß Paragraph 574 BGB hin. Sie können der Kündigung widersprechen und die Fortsetzung des Mietverhältnisses verlangen, wenn die Beendigung des Mietverhältnisses für Sie, Ihre Familie oder einen anderen Angehörigen Ihres Haushalts eine besondere Härte bedeuten würde. Mit freundlichen Grüßen ...“

Katastrophe

Da sitzt Magdalena V. (Name geändert) und auf ihrem Gesicht zeichnet sich nur ein Wort ab: Katastrophe. „Ich lebe in dieser Wohnung mit meinen fünf Kindern und jetzt wissen wir nicht wohin.“ Magdalena hat sich von ihrem Mann getrennt. (Eine andere Geschichte.) Magdalena schaltet Anzeigen – bei Ebay Kleinanzeigen. Unter anderem. „ Mein Vermieter – also der ursprüngliche Besitzer des Hauses hat mir mitgeteilt: ‚Das Haus verkauft‘. Einen Tag vor Silvester war das.“ Der Jahreswechsel: ein Albtraum.

Einfach neu anfangen

Und jetzt: Die Kündigung (s. o.) wegen Eigenbedarfs seitens der neuen Besitzerin. „Finden Sie mal eine Wohnung für sechs Menschen“, sagt Magdalena. Während sie ihre Geschichte erzählt, kommen ihr immer wieder die Tränen. „Ja“, sagt sie, „wir möchten einfach neu anfangen. Das sagen auch meine Kinder.“ Die Lage am Wohnungsmarkt: Katastrophal. Magdalena und ihre Kinder: ein Härtefall der besonderen Art. Magdalena hat gearbeitet. Dann kam Covid. „Seitdem habe ich Long Covid, obwohl ich geimpft war.“ Dazu kommt eine Neurasthenie. Neurasthenie (umgangssprachlich „Nervenschwäche“) ist eine psychische Störung, die durch chronische geistige Erschöpfung nach geringer Anstrengung sowie körperliche Schwäche gekennzeichnet ist. Neben dem Wort Katastrophe, das auf Magdalenas Gesicht zu lesen ist, zeichnet sich ein anderes Wort ab: Erschöpfung. Da ist eine Frau am Ende all ihrer Kräfte angekommen. „Aber ich kann ja nicht einfach gehen, eine Kur machen und die Kinder im Stich lassen.“ Magdalenas Ex kämpft zum zweiten Mal gegen den Krebs.

Vielleicht liest das jemand

Jo Verhoeven, seines Zeichens Opferschutzbeauftragter bei der Kreispolizeibehörde, hat den Kontakt zu Magdalena hergestellt. „Es wäre schön, wenn du was schreiben könntest. Vielleicht liest das jemand, der helfen möchte“, sagt er. Er sitzt neben Magdalena. „Danke, dass Sie zugehört haben“, sagt Magdalena. Zuhören, so viel ist sicher, wird nicht reichen. Es geht um einen Zufall. Es ist der Zufall, der manchmal aus einer drohenden Katastrophe ein glückliches Ende machen kann. „Wenn wir die Nachbarn sehen, heißt es immer wieder: ‚Na – schon was Neues gefunden?‘ Das fühlt sich nicht gut an“, sagt Magdalena.

„Hallo zusammen ...“

Magdalena schreibt in einem Inserat: „Hallo zusammen, ich bin eine Mama von fünf Kindern und befinde mich in einer sehr schwierigen Situation. (Haus wurde verkauft, wir müssen raus.) Deshalb suche ich ganz dringend eine neue Wohnung oder ein kleines Haus zur Miete, in dem wir zur Ruhe kommen und neuanfangen können. Gesucht wird eine bezahlbare Unterkunft (Jobcenter) mit Platz für mich und meine Kinder. Ich bin zuverlässig, ordentlich und wünsche mir einfach ein sicheres Zuhause im Kreis Kleve oder Wesel.“

Kontakt über Jo Verhoeven

Wer eine Idee hat oder passenden Wohnraum, der kann sich bei Jo Verhoeven melden unter Telefon 0152/54988219.

Magdalena hat eine Inserat geschaltet.