Jaqueline Lippe mit Toasty (über 30 Jahre alt, l.) und Poldy (43), dem ältesten Tier auf der Krümelranch. NN-Archivfoto: Theo Leie
16. Mai 2026 · Alpen

Neuer Rückschlag für die Krümelranch Alpen trotz großer Spendenbereitschaft

Die Dacharbeiten laufen bereits – jetzt machen allerdings marode Balken eine neue Statik nötig

ALPEN. Ende März startete der Verein Krümelranch Alpen eine Spendenkampagne. Grund dafür war das marode Scheunendach, das dringend renoviert werden musste (die NN berichtete). Die Resonanz, die der Verein, der unter anderem Pferde vor dem Tod rettet, daraufhin erhielt, war enorm (auch hierüber berichtete die NN). Bereits Mitte April waren knapp 70.000 Euro zusammengekommen – allein 17.433,50 Euro durch einen zweitägigen Trödelmarkt, den der Verein an einem Wochenende organisierte.

Inzwischen fehlen dem Verein mit Stand vom Mittwoch, 13. Mai, nur noch knapp 1.600 Euro vom ursprünglichen Ziel in Höhe von 96.400 Euro. „Das ist ein Wunder, für das wir kaum Worte finden“, berichtete der Verein am 13. Mai auf seinen Social-Media-Kanälen. Doch neue Tatsachen haben ihn bei all den guten, hoffnungsvollen Nachrichten ein Stück weit wieder eingeholt. „Die Realität der alten Bausubstanz hat uns eiskalt erwischt. 56 Balken sind durch Schädlingsfraß und alte Brandnester marode. Der Dachdecker musste deshalb sofort die Notbremse ziehen“, berichtet Nicole (ihren Nachnamen möchte sie öffentlich nicht nennen), die sich selbst als das „Sprachrohr der Krümelranch“ bezeichnet. Damit kämen auf den Verein nun noch weitere, neue Kosten in Höhe von 16.897,88 Euro, die auf die neu zu errichtende Statik zurückzuführen seien, hinzu.

„Wir wussten von Anfang an, dass uns noch weitere Überraschungen erwarten können, da niemand in das Dach hineinschauen konnte. Die jetzt aufgedeckten Schäden konnte also niemand vorhersehen“, sagte Nicole in dieser Woche im Gespräch mit den NN. Dennoch sei natürlich die Enttäuschung darüber, dass die Befürchtung, dass weitere Arbeiten als nur die ursprünglich geplanten Sanierungsarbeiten vonnöten sein würden, eingetreten sei, groß. „Wir reden hier ja immerhin auch von einem Dach, das 1.100 Quadratmeter groß ist. Normale Dächer sind etwa 100 Quadratmeter groß“, so Nicole.

Bereits Mitte April ist die Sanierung des Daches gestartet, die insgesamt auch schon gut vorangekommen sei. Bereits in den Wochen und Monaten zuvor war die Krümelranch Alpen damit beschäftigt, Gespräche zu führen und Kostenvoranschläge einzuholen. „Wir haben erst mit der Spendenaktion begonnen, als wir einen Dachdecker gefunden hatten und er uns eine offizielle Summe nennen konnte“, sagt Nicole. Der erste Kostenvoranschlag habe sich nämlich auf 179.000 Euro belaufen. „Mittlerweile sind wir bei 95.600 Euro, die wir benötigen – wobei wir natürlich nicht wissen, welche Überraschungen uns bei den Arbeiten noch erwarten“, sagte Nicole, die seit über 30 Jahren einen Tiergnadenhof betreibt und damit Tiere vor dem Tod rettet, bereits Ende März.

2021 war die „Krümelranch Alpen“ an die Drüpter Straße 31 in Alpen gezogen, wo nun das Scheunendach eine dringende Reparatur benötigte. Das Geld könnten Mutter und Tochter, die gemeinsam den Tiergnadenhof betreiben, jedoch nicht einfach bei einer Bank aufnehmen, da ihnen der Hof nicht gehöre: „Das Grundstück haben wir nur auf Lebenszeit gepachtet“, erklärte Nicole schon Ende März. Dies bestätigt auch der Eigentümer des Hofes (der Name liegt der Redaktion vor). Wie es bei einem Pachtvertrag auf Lebenszeit üblich sei, müsse jedoch der Pächter für Instandhaltungskosten – wie nun etwa für das Scheunendach – selbstständig aufkommen.

Deshalb startete der Verein „Tiergnadenhof Krümelranch Alpen e. V.“, dessen Vorsitzender Nicoles Schwiegersohn Florian Lippe und zweite Vorsitzende ihre Tochter Jacqueline Lippe ist, die Spendenaktion auf den Social-Media-Kanälen des Tiergnadenhofes. Seit zwei Jahren ist der Tiergnadenhof „Krümelranch“ nämlich in den sozialen Netzwerken aktiv, wo ihm auf Instagram inzwischen mehr als 19.600 Follower und auf Facebook über 39.000 Menschen folgen. „Ich nehme die Leute mit in unseren Alltag. Sie hören in unseren Videos zum Beispiel, was der Tierarzt sagt. Ich stelle alles wirklich sehr transparent dar. Nur sterbende Tiere zeige ich nicht“, berichtete Nicole bereits im März und ergänzte: „Wenn ich mal einen Tag nichts poste, bekomme ich direkt 1.500 Nachrichten, ob etwas los ist. Wir haben uns in den zwei Jahren eine gute Community aufgebaut, die uns gerne folgt.“

Auch über die Probleme mit dem Scheunendach und die inzwischen begonnenen Arbeiten berichtet die „Krümelranch“ bis heute in den sozialen Medien, wo der Verein nun auch erneut zu Spenden aufruft. „Wir sind keine Bettler. Wir haben immer alles alleine bewerkstelligt. Alles, was anfällt – vom Futter bis zu den Tierarztkosten – bezahlen wir mit unseren Gehältern, unserem eigenen Geld“, betonte Nicole bereits im März. Aber die inzwischen sechsstellige Summe für die Reparatur des 1.100 Quadratmeter großen Scheunendachs sei anders nicht zu bewerkstelligen. Dies hätte fatale Folgen: „Wenn wir kein neues Scheunendach bekommen, wäre das das Aus für den Tiergnadenhof“, betonte Nicole schon im ersten NN-Interview. Denn ohne neues Scheunendach hätten die Pferde, die neben mehreren Hunden und Katzen auf der „Krümelranch“ leben und aufgepäppelt sowie je nach Möglichkeit weitervermittelt werden, kein Zuhause mehr.

Bis zur erneuten Hiobsbotschaft habe es auch gut ausgesehen. Für die neuen zusätzlichen Kosten in Höhe von 16.897,88 Euro seien sie aber jetzt nochmal auf ihre Community oder viele Tierfreunde angewiesen. Ein erneuter Trödelmarkt sei – trotz des zurückliegenden großen Erfolges und zahlreicher gespendeter Pferde-Artikel – aus Sicherheitsgründen aufgrund der aktuellen Bauarbeiten vorerst nicht möglich.

Weitere Infos – auch zur Spendenaktion – gibt es online unter www.kruemelranch-alpen.de sowie in den sozialen Netzwerken unter „Tiergnadenhof Krümelranch e. V.“ (Facebook) sowie „kruemelranch_alpen.e.v.“ (Instagram).

Die Arbeiten am Scheunendach laufen auf Hochtouren. Foto: Krümelranch Alpen

Die Arbeiten am Scheunendach laufen auf Hochtouren. Foto: Krümelranch Alpen

Die Scheune ist derzeit vollständig eingerüstet. Foto: Krümelranch

Die Scheune ist derzeit vollständig eingerüstet. Foto: Krümelranch

Jaqueline Lippe mit Toasty (über 30 Jahre alt, l.) und Poldy (43), dem ältesten Tier auf der Krümelranch. NN-Archivfoto: Theo Leie