"Containerbrücke im Hafen Emmerich bei Sonnenuntergang, Foto von Michael Bühs"
12. Mai 2026 · Emmerich

Neuer Containerkran am Hafen Emmerich eingeweiht

Rund 20 Millionen in umfassende Modernisierung der Infrastruktur investiert

EMMERICH. Es ist „das Ende einer jahrelangen Großbaustelle“, sagte Tobias Mies, Geschäftsführer der Emmerich Emmerich – Infrastruktur- und Immobiliengesellschaft, anlässlich der Einweihung der neuen Kranbrücke am Hafen Emmerich. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Modernisierung der Hafeninfrastruktur „mit dem ambitionierten Ziel, die Versorgung für unsere Kunden sicherzustellen“, betonte Mies im Rahmen der Feierstunde am Montagvormittag.

In den vergangenen Jahren wurde das Containerterminal zunächst um 12.000 Quadratmeter erweitert. Im Anschluss wurde die landseitige Kranbahn neu errichtet, die wasserseitige saniert und schließlich eine moderne Containerbrücke aufgebaut. „Die alte Kranbrücke war eine sehr gute Anlage, aber sie hatte das Ende ihres Lebenszyklus nach fast 30 Jahren erreicht“, berichtete Michael Mies, Geschäftsführer der Contargo Rhein-Waal-Lippe, die den Hafen betreibt. Reparaturaufwand und -kosten seien zuletzt zu hoch gewesen, außerdem ermögliche die neue Anlage einen leistungsfähigeren Umschlag.

Zwölf Millionen in neue Containerbrücke investiert

Auf rund zwölf Millionen Euro belaufen sich die Investitionen in Kranbahn und Containerbrücke, das Gesamtvolumen der Hafenerweiterung liegt bei etwa 20 Millionen Euro. „Es ist ein klares Bekenntnis zum Standort Emmerich und zur deutsch-niederländischen Grenzregion“, sagte Tobias Mies. Mit dieser Investition in eine „leistungsfähige Infrastruktur“ bleibe der Emmericher Hafen „ein wichtiger Knotenpunkt in der Region“, der Wirtschaftsräume verbinde und Arbeitsplätze schaffe.

Weiter hob Mies die „komplexe technische und bauliche Leistung des Projektes“ hervor, das mit ersten Beschlüssen vor zehn Jahren seinen Anfang nahm und durch „echte Teamarbeit“ ermöglicht wurde. Gleichzeitig mahnte er, auch mit Blick auf die anwesenden Vertreter der Politik: „Die Dauer von Infrastrukturprojekten in Deutschland sollte uns zu denken geben.“ Darüber werde man für die Zukunft sprechen müssen.

"Einweihung Emmericher Containerhafen: Gäste aus Wirtschaft und Politik versammelt"

Geladenen Gäste aus Wirtschaft und Politik bei der Einweihung im Emmericher Containerhafen. Foto: NN / Michael Bühs

Emmerichs Bürgermeisterin Claudia Lindlahr wertete die Einweihung der neuen Kranbrücke als „sichtbares Zeichen, dass hier investiert wird, Zukunft gelebt und geglaubt wird“. Entsprechend sei es „ein guter Tag für unseren Hafen und unsere Stadt“. Beides gehöre seit Jahrhunderten zusammen, doch werde der Hafen trotz der Nähe zur Wohnbebauung nicht als Belastung für die Bürger empfunden. Zudem sei der Hafen trotz seiner langen Historie keineswegs alt, sondern vielmehr „modern, trimodal und verlässlich“.

Hafen Emmerich auf linker Rheinseite „stärker denken“

Auch Lindlahr betonte die enge Zusammenarbeit mit den niederländischen Nachbarn und das große Potenzial des Hafens, das es auf der linken Rheinseite stärker zu nutzen gelte. An Landrat Christoph Gerwers, Bundestagsabgeordneter Stefan Rouenhoff und Landtagsabgeordneter Günther Bergmann gerichtet, rief sie dazu auf, den Emmericher Hafen „künftig noch stärker zu denken“, wenn es beispielsweise um die Ansiedlung von Gewerbe auf der linken Rheinseite gehe.

Laut NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer ist das Engagement für die Binnenschifffahrt „richtig und wichtig“, wie auch das Ziel, „den Standort Emmerich voranzubringen“. Denn NRW sei das Binnenschifffahrtsland Nummer eins. „Jeder Container, der über das Wasser transportiert wird, entlastet die Straßen, reduziert Emissionen und bringt uns in der Verkehrswende voran“, sagte Krischer.

Bis 2028 soll auch die zweite Containerbrücke am Hafen Emmerich ersetzt werden.

Die neue Containerbrücke im Hafen Emmerich. NN-Foto: Michael Bühs