Die neue Schutzkleidung der Emmericher Feuerwehr ist in den Farben Rot und Gelb gehalten; die schwarze Jacke ist das alte Modell. Foto: Stadt Emmerich
18. Oktober 2023 · Emmerich

Neue Schutzkleidung für die Emmericher Feuerwehr

Firma Alwit aus Elten entwickelt Modelle mit mehr Komfort und Funktionalität

EMMERICH. Seit etwa zwei Jahren arbeitet die Freiwillige Feuerwehr in Emmerich gemeinsam mit der Firma Alwit aus Elten an der Entwicklung einer neuen Schutzkleidung. Ziel ist es, die alten Jacken in schwarzer Farbe gegen ein modernes Modell auszutauschen. Dieses soll den Wehrleuten bestmöglichen Schutz bei gleichzeitig größtmöglicher Flexibilität je nach Art des Einsatzes bieten. Die Tests laufen seit etwa vier Monaten, das Fazit fällt durchweg positiv aus.

Als erste Feuerwehr in Deutschland „arbeiten wir quasi im Zwiebellook“, sagt Christian Knorr, stellvertretender Leiter der Emmericher Feuerwehr, über die Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Die schwarzen Schutzjacken, die seit Jahren als Standard in ganz Deutschland genutzt werden, sollen dabei durch zwei Modelle ersetzt werden: „Wir haben zum einen die technische Unterjacke in gelber Farbe, die bei der Außenbrandbekämpfung und technischen Hilfeleistungen zum Einsatz kommt“, erläutert Knorr. „Dann gibt es die rote Jacke. Sie wird über die gelbe Jacke gezogen und bietet dann den Maximalschutz auch bei der Innenbrandbekämpfung.“

Um den Schutz zu testen, wurden beide Jacken beflammt. Das Ergebnis: Die Kombination kann dabei acht Sekunden lang Temperaturen bis 1.200 Grad standhalten, ohne dass der Träger Verletzungen erleidet.

Das alte Modell habe diese Anforderungen, speziell an den Maximalschutz, zwar ebenfalls erfüllt. „Es erfüllt aber nicht mehr die Ansprüche an eine zeitgemäße Uniform“, sagt Knorr. Denn in Emmerich kommt es bei nur noch etwa 20 Prozent der Einsätze zu einer Innenbrandbekämpfung, die einen Maximalschutz voraussetzt. „80 Prozent sind Außenbrandbekämpfung, wie Vegetations- und Pkw-Brände“, sagt Knorr. In diesen Fällen sei die schwarze Jacke schlicht zu dick und zu schwer. „Gerade im Sommer ist es angenehm, wenn man nicht die dickste Jacke tragen muss, wenn man sie nicht auch benötigt.“

Künftig sollen die Emmericher Feuerwehrleute dann auf die gelbe Jacke – Grisu-Basic – zurückgreifen können. Sie ist nicht nur leichter, sondern auch atmungsaktiver. 32 Garnituren sind aktuell für die Testphase bereits im Umlauf, 16 weitere Kameraden nutzen zudem die Kombination mit der roten Schutzkleidung – Grisu-Advance. „Das Feedback ist sehr gut“, berichtet Knorr. „Kleinigkeiten müssen wir gemeinsam mit Alwit noch anpassen, quasi Kinderkrankheiten.“ Das betrifft beispielsweise den Sitz von Taschen oder zusätzliche Haken für das Befestigen von Ausrüstung.

Erster Ansprechpartner bei Alwit war und ist Axel Hüting. Er ist selbst aktiver Feuerwehrmann in Emmerich, außerdem Produktmanager und im Vertriebsinnendienst bei Alwit. Im Februar 2024 soll es ein weiteres Feedback-Gespräch zwischen Feuerwehr und Alwit geben. „Dann werden wir die gelbe Jacke auch in der kalten Jahreszeit getestet haben“, sagt Knorr, „und können sagen, ob wir unter Umständen einen besseren Kälteschutz durch ein dickeres Innenfutter brauchen.“

Frühestens im zweiten Quartal 2024 könnte die flächendeckende Umrüstung auf die neue Schutzkleidung bei der Feuerwehr in Emmerich und in den Ortsteilen beginnen, mutmaßt Knorr. Neue Kräfte erhalten dann zunächst nur die gelbe Jacke; die rote Jacke geht an die Atemschutzgeräteträger, die auch bei der Innenbrandbekämpfung die Einsätze übernehmen.

Im Zusammenhang mit der neuen Ausrüstung, die auch in Sachen Hygiene eine Verbesserung darstellt, lobt Knorr auch die „gute Zusammenarbeit mit Rat, Politik und Verwaltung“ in Emmerich. Hier sei man bereit, für den Schutz der Feuerwehrleute neue Wege zu gehen, zumal mit einer ortsansässigen Firma. „Insgesamt sind wir hier gut aufgestellt“, sagt Knorr. Für die Entwicklung der neuen PSA investieren sowohl Stadt als auch Alwit jeweils 16.000 Euro.

Die Entwicklung in der Hansestadt hat sich bereits herumgesprochen, wie der stellvertretende Wehrleiter verrät: „Es gibt zu der neuen Schutzkleidung bereits Anfragen von anderen Wehrführern aus dem Kreis Kleve.“

Michael Bühs

Die neue Schutzkleidung der Emmericher Feuerwehr ist in den Farben Rot und Gelb gehalten; die schwarze Jacke ist das alte Modell. Foto: Stadt Emmerich