Nebeneinander, miteinander
Eine Ausstellung im Wasserturm, die wohl für Gesprächsstoff sorgen wird
KREIS KLEVE. 1999 gingen die Kreis Klever Kultourtage an den Start – damals üppig ausgestattet. In diesem Jahr also die 26. Auflage. Alles ist ein bisschen bescheidener geworden. Die Zeiten ändern sich ...
Von Anfang an mit dabei: der KUHnstturm Geldern. Alljährlich laden die Veranstalter zu einer Ausstellung ein, an der sich jeder (man müsste das jetzt fett und unterstrichen drucken) beteiligen kann. Keine Jury. Keine Kuration. Wer mitmachen möchte, macht mit. Alljährlich wird lediglich ein Thema vorgegeben. In diesem Jahr dürfte es zur Eröffnung möglicherweise mehr Gesprächsbedarf bei den Teilnehmern und Besuchern geben als sonst, denn das Thema lautet: „Krieg + Frieden“. Peter Busch, Künstler und Mitveranstalter: „Natürlich darf Kunst auch einfach schön sein, aber das diesjährige Thema, das sich im Lauf vieler Gespräche herauskristallisiert hat, soll genauso gut zeigen: Kunst kann, darf und sollte auch eine Möglichkeit sein, Stellung zu beziehen und – Vorsicht: Wortspiel – Farbe zu bekennen.
Wer was einreicht, ist auch diesmal völlig freigestellt. Busch: „Wir reden da nicht nur von Bildern oder Skulpturen. Natürlich sind auch Texte, Fotos oder Videos gern gesehen.“ Auf der Einladungskarte heißt es: „KünstlerInnen äußern sich zum Thema in Wort, Bild, Installation, Fotografie und Ton.“ Eine Besonderheit der Ausstellung sieht Busch nach wie vor in der Tatsache, „dass da niemand irgendwie eingreift“. Er sei, so Busch, sicher, „dass es das Nebeneinander von möglichen Gegensätzen ist, was in diesem Jahr vielleicht für noch mehr Diskussionen sorgen wird als sonst.“ Aus dem räumlichen Nebeneinander wird bestenfalls ein gehandeltes Miteinander in Form von Gesprächen. Busch: „Ich bin wirklich sehr gespannt darauf, was sich abspielen wird.“
Auch wichtig: Es wird kein Unterschied zwischen „Profi-Künstlern“ und „Hobby-Künstlern“ gemacht wird. Busch: „Wer immer etwas zu sagen hat zu diesem Thema – das war seit Beginn des Projektes so – kann sich äußern. Eine Art Speakers‘ Corner in Sachen Kunst.
Bis jetzt haben sich, so Busch, bereits mehr als 50 Teilnehmer gemeldet. „Und die kommen nicht nur aus dem Kreis Kleve. Wir haben – nur um mal einige zu nennen – Teilnehmer aus Berlin, Münster, Wuppertal, Gladbach und natürlich aus dem Kreis Kleve.“
Zu sehen ist „Krieg + Frieden“ am Samstag und Sonntag, 16. und 17 Mai, sowie am Pfingstsonntag und -montag jeweils zwischen 11 und 17 Uhr. Am Sonntag, 17. Mai, findet um 12 Uhr eine Musik-Matinee statt. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 16. Mai, um 11 Uhr.
Der Aufbau der Ausstellung findet am Freitag, 15. Mai, zwischen 11 und 17 Uhr, sowie am Eröffnungstag zwischen 9 und 11 Uhr statt. Peter Busch: „Wenn jemand von weiter her anreist und die Eröffnung miterleben möchte, ist der Samstagstermin natürlich bequemer.
Damit für alle Teilnehmer am Eröffnungstag auch Namensschildchen für die Kunstwerke vorhanden sind, sollten sich Teilnehmer möglichst bald entweder per Mail (buschp@t-online.de) oder telefonisch 02831/1563 anmelden. Busch: „Aber wenn jetzt jemand kurz entschlossen erst am Aufbautag hier aufkreuzt, ist auch das kein Problem.“
Ist da Chaos vorprogrammiert? Busch: „Bisher haben wir es noch immer hinbekommen. Genau so wird es auch diesmal sein.“ Nimmt Busch denn auch selber teil? „Auf jeden Fall. Ich weiß noch nicht genau, was ich machen werde, aber ich werde mich garantiert nicht der Stimme enthalten.“ Peter Strege, Busch-Freund und Turm-Urgestein, hat bereits einen Satz „gestiftet“, der garantiert für Diskussionen sorgen wird: „Krieg begeistert – Frieden macht Arbeit.“
Peter Busch hat das Plakat zur Ausstellung entworfen. NN-Foto: HF