Dirk Bieker, Fachbereichsleiter Ökologische Gemeinwohlleistungen, Landtagsabgeordneter René Schneider, RVR-Beigeordnete Nina Frense und Carsten Uhlrenbrock, Betriebsleiter Ruhr Grün (v.l.), im Austausch. NN-Foto: SP
21. August 2026 · Xanten

NaturForum Bislicher Insel: Mehr Platz für Natur und Umweltbildung auf der Bislicher Insel

NaturForum wird bis 2028 umfassend umgebaut – RVR will künftig bis zu 150 Schulklassen pro Jahr erreichen

XANTEN. Das NaturForum Bislicher Insel ist ein wahrlich idyllischer Ort. „Für uns aus Essen ist das hier wie Urlaub“, sagt RVR-Beigeordnete Nina Frense. Die Auenlandschaft, Gehölze, die Vogelwelt und die Streuobstwiesen seien die Themen, für die das Umweltzentrum in Xanten stehe – und das nicht nur zum Betrachten und Entspannen, sondern auch zum Lernen. Die Hitzeperiode in diesem Jahr habe wieder einmal verdeutlicht, wie wichtig Umweltbildung gerade jetzt sei. „Wir wollen die Umweltbildung zukunftsfähig machen. Dieser Hitzesommer hat uns gezeigt, dass man lernen muss, was da so passiert“, betont Frense anlässlich des Besuches des Landtagsabgeordneten René Schneider im Rahmen seiner Sommertour zum Motto „Guck mal: Da wächst was!“.

Schneider machte sich am Donnerstag selbst ein Bild davon, wie das NaturForum Bislicher Insel sich auf die Zukunft vorbereitet. Denn der Regionalverband Ruhr (RVR), der das NaturForum Bislicher Insel betreibt, investiert gerade kräftig in die Erweiterung des NaturForums, damit es künftig noch mehr Raum für Natur- und Umweltbildung bietet. Im Februar dieses Jahres sind dazu die umfangreichen Umbaumaßnahmen gestartet, die auch aufgrund von Rissen im Mauerwerk in Folge des Salzabbaus notwendig wurden.

In einem ersten Bauabschnitt ist zunächst geplant, das Ausstellungsgebäude grundlegend zu erneuern: Der nördliche Gebäudeteil (ehemaliger Kuhstall) wird saniert werden, während der südliche Gebäudeteil (ehemaliges Wohnhaus) aufgrund erheblicher baulicher Mängel abgerissen und neu errichtet werden muss. „Die vorhandenen Schäden in Verbindung mit Bergsenkungen und den statischen Anforderungen eines Besucherzentrums machen eine wirtschaftliche Sanierung des Altbaus unmöglich“, sagte der RVR bereits zu Beginn der Umbaumaßnahmen.

Im zweiten Bauabschnitt sei der Umbau der Aktionshalle zu einem modernen Umweltbildungszentrum geplant, das Platz für die parallele Betreuung von Schulklassen sowie für Vorträge, Tagungen und Sitzungen biete. Bauabschnitt drei umfasse schließlich den Umbau des Betriebsgebäudes mit dem Ziel, eine ganzjährig wirtschaftlich betreibbare Gastronomie („AuenCafé“) sowie zusätzliche Büroarbeitsplätze zu schaffen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro, davon werden 90 Prozent aus EU- und Landesmitteln gefördert, so der RVR. Im Dezember 2028 sollen die Umbaumaßnahmen abgeschlossen werden können.

Das NaturForum Bislicher Insel erhofft sich dadurch noch mehr Zulauf als ohnehin schon. Aktuell besuchen etwa 16.000 Besucher die Ausstellung jährlich. Hinzu kämen Besucher, die zum Beispiel nur fürs Fotografieren die weitläufige Fläche auf der Bislicher Insel aufsuchen oder etwa auf einer Fahrradtour einen Halt einlegen. Zudem bietet der RVR so gut wie jedes Wochenende Exkursionen oder Yoga- beziehungsweise andere Entspannungskurse auf der Bislicher Insel an.

Besonders am Herzen liegt dem RVR jedoch das Thema Umweltbildung. 60 Schulklassen besuchen aktuell pro Jahr das NaturForum. „Nach dem Umbau sind 150 Schulklassen pro Jahr unser Ziel“, sagt Carsten Uhlrenbrock, Betriebsleiter Ruhr Grün. Das sei dann auch dadurch möglich, dass das NaturForum nach den Umbauarbeiten über ausreichend Schulungsräume verfüge. „Bislang ist unser Problem, dass wir die ungedämmte Scheune oft nicht benutzen können: Im Sommer ist es dort zu warm, im Winter zu kalt“, sagt Dirk Bieker, Fachbereichsleiter Ökologische Gemeinwohlleistungen. Das solle sich im Zuge der Umbaumaßnahmen ändern.

Allerdings sei das Thema Umweltbildung auch ein politisches Thema. „Das Problem ist die Anbindung. Die Schulklassen müssen ja irgendwie hierherkommen. Es gibt hier keinen öffentlichen Personennahverkehr. Schulklassen – egal ob sie aus dem Ruhrgebiet, dem Kreis Wesel oder aus Xanten kommen – müssen also einen Bus mieten. Leider fehlen dazu aber oft die finanziellen Mittel und auch die Fördervereine können nicht immer helfen“, erläutert Frense. Sie wünsche sich, dass das Land Nordrhein-Westfalen den Schulen helfe, damit solche Ausflüge wie zum NaturForum Bislicher Insel auch in Zukunft möglich seien. Denn Umweltbildung sei schon ab dem Kindergarten ein wichtiges Thema. René Schneider versprach, den Gedanken mitzunehmen und an entscheidender Stelle anzusprechen.

Auch während der Umbaumaßnahmen bleibt das NaturForum Bislicher Insel durchgehend geöffnet.

Landtagsabgeordneter René Schneider, Dirk Bieker, Fachbereichsleiter Ökologische Gemeinwohlleistungen, und Carsten Uhlrenbrock, Betriebsleiter Ruhr Grün (v.l.), auf der Streuobstwiese des NaturForums. NN-Foto: SP

Landtagsabgeordneter René Schneider, Dirk Bieker, Fachbereichsleiter Ökologische Gemeinwohlleistungen, und Carsten Uhlrenbrock, Betriebsleiter Ruhr Grün (v.l.), auf der Streuobstwiese des NaturForums. NN-Foto: SP

Dirk Bieker, Fachbereichsleiter Ökologische Gemeinwohlleistungen, Landtagsabgeordneter René Schneider, RVR-Beigeordnete Nina Frense und Carsten Uhlrenbrock, Betriebsleiter Ruhr Grün (v.l.), im Austausch. NN-Foto: SP