Nationalpark oder Naturwald?
21. November 2024 · Nationalpark Reichswald

Nationalpark oder Naturwald?

Ein Leser rät, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen

Es ist schon interessant zu lesen oder zu hören, wie die verschiedensten Argumente pro und kontra vorgebracht werden. Jede Seite hat gute, aber auch nicht glaubhafte, verschleierte, manchmal auch überzogene Gründe für einen Nationalpark oder den Behalt des jetzigen Zustandes. Der Rückbau, sprich Abholzung, von zum Beispiel Küstentannen oder Hemlocktannen, die eigens für die Zukunft in Hinblick auf Klimaveränderung gepflanzt wurden, macht keinen Sinn. Die Abholzung von Kiefern, die einzige nach dem Krieg in Menge verfügbare Baumart, macht sicherlich Sinn, da wo sie schlagreif ist. Das in Abteilungen angelegte und damit verbundene Wegenetz macht für die Erholungssuchenden Sinn. Der Rückbau von gut angelegten Wegen macht mehr Schaden als Nutzen, denn das Wegematerial muss aufwendig entsorgt werden. Wer mit offenen Augen durch den Reichswald wandert, Rad fährt, joggt oder reitet, wird sehen, dass der Reichswald auf gutem Wege ist, ein durch Menschen geschaffener naturbelassener Wald wird. Dazu bedarf es keiner Nationalparkregelung.

In Zeiten knapper Kassen ist es unverantwortlich, Geld in ein Zukunftsprojekt zu stecken, wo andere, wichtigere Zukunftsanforderungen nötiger sind. Ich denke da zum Beispiel an marode Schulen, Schulbildung, an Renten, Kranken- und Altersversorgung, an Arbeitsplatzsicherung und Zivilschutz und anderes mehr.

Jeder Stimmberechtigte sollte sich vor Abgabe der Stimme ein eigenes Bild vor Ort machen und nicht einer Ideologie oder eine Interessenmeinung blind folgen.

Paul Michels,
Kleve

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