Nachwuchskräfte finden und so die Region stärken
25. Auflage der Job- und Ausbildungsmesse „Job4U“ am 3. März in Rees
REES. Das Interesse ist auch im 25. Jahr der „Job4U“ riesig. „Sie ist eine Marke am Niederrhein geworden“, sagt Ole Engfeld, Pressesprecher der Stadt Rees, über die Job- und Ausbildungsmesse, die Dienstag, 3. März, von 13 bis 18 Uhr wieder im Bürgerhaus stattfindet. Der anhaltende Erfolg der „Job4U“, der nicht zuletzt durch die hohe Teilnehmerzahl von 78 Unternehmen unterstrichen wird, sei auch der Kooperation von Wirtschaftsfördrung und Wirtschaftsforum Rees zu verdanken, betont Engfeld.
Mit der Zahl der Aussteller ist auch die Vielfalt der Branchen auf der Reeser Messe gewachsen. Etwa 150 Ausbildungsberufe präsentieren die Unternehmen – darunter sieben neue Aussteller und zwei Rückkehrer – im Bürgerhaus, hinzu kommen zahlreiche Duale Studienangebote. Doch richtet sich die „Job4U längst nicht mehr an Schüler ab Klasse 9, sondern an alle Jobsuchenden. Auf einer Stellwand im Eigangsbereich können Unternehmen freie Stellen bewerben.
Sandra Kimm-Hamacher von der Reeser Wirtschaftsförderung betont: „Wir wollen künftige Auszubildende und Jobsuchende gezielt mit Ausbildungs- und Stellenangeboten versorgen. Wir möchten sie hier in den Region halten, die Betriebe unterstützen, den Standort stärken – kurz: Rees lebenswert halten.“
Gabriele Galler vom Vorstand des Wirtschaftsforums Rees bestätigt die Zielsetzung der Organisatoren: „Aus Sicht des Wirtschaftsforums finden wir die ‚Job4U‘ total gut. Wir möchten natürlich die Unternehmen hier halten, in Rees und in der Region. Dafür braucht es Fachkräfte.“ Gleichzeitig wolle man die jungen Menschen an Rees und den Niederrhein binden, „damit sie nicht in die großen Städte abwandern“. Indem man mit der „Job4U“ junge Menschen und Betriebe zusammenführe, könne man dies erreichen. Ganz nebenbei nutzen laut Galler auch die Unternehmen die Möglichkeit, auf der „Job4U“ sich miteinander zu vernetzen.
Deshalb rücken die Veranstalter mit und bei der Messe die große Vielfalt der Berufe an der Region in den Fokus. „Es kommen auch jedes Jahr neue Berufe hinzu“, weiß Sandra Kimm-Hamacher. In diesem Jahr seien dies beispielsweise der Baugeräteführer, der technischer Systemplaner und der Frischespezialist. Auch die praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieher sei ein Weg, den viele Schüler vielleicht nicht sofort auf dem Schirm hätten.
Bei aller Erfahrung arbeiten die Veranstalter auch stets daran, die „Job4U“ an die Bedürfnisse beider Zielgruppen – künftige Auszubildende und Unternehmen – anzupassen sowie den Zugang zu erleichtern. Dies betrifft zum einen die Öffnungszeiten: „Die haben verlängert, um allen mehr Zeit für das Kennenlernen und Gespräche zu geben“, erläutert Kimm-Hamacher. Ihre Kollegin Annette Kook von der WfG ergänzt: „Mit dem Beginn um 13 Uhr können die Schüler nun direkt vom Unterricht zur Messe kommen.“ Diese Änderung sei auch ein Wunsch der Betriebe gewesen. Zudem bietet die verlängerte Öffnungszeiten auch Eltern die Chance, noch am Nachmittag und frühen Abend im Bürgerhaus vorbeizuschauen und sich zu informieren.
Zum anderen hat sich die Anordnung der Stände verändert. „Wir clustern nach Themenbereichen, das haben wir im vergangenen Jahr erstmals gemacht“, sagt Kimm-Hamacher. Dieses Konzept habe man weiter ausgearbeitet und verbessert. Zudem helfen „Job-Lotsen“ wie Luca Hütten, Auszubildender der Stadt Rees, bei der Orientierung. „Sie sind der erste Kontaktpunkt, wenn man ins Bürgerhaus kommt“, erläutert Ole Engfeld. Mit den jungen Ansprechpartnern wolle man auch mögliche Hemmschwellen bei den jungen Besuchern abbauen.
Die Veranstalter werben für die vielen Vorteil der „Job4U“: Die Schüler können die ausstellenden Firmen direkt ansprechen, vielfach geschieht diese erste Kommunikation „auf Augenhöhe“, da die Unternehmen ihre eigenen Azubis mitbringen. Oft führten diese „kurze Wege zum ersten Kennenlernen“ auch später zu einem Vorstellungsgespräch“, weiß Kimm-Hamacher.
Matthias Flür von Flexxpoint in Rees bestätigt dies. Die Teilnahme an der „Job4U“ sei für das Unternehmen interessant, „weil wir über die ‚Standard-Verfahren‘ bei der Suche nach Auszubildenden nicht die gewünschten Resulate erzielt haben. Bei unserem Beruf ist der persönliche Kontakt wichtig, den haben wir hier zu den Kandidaten.“ Das Gespräch biete die Gelegenheit, die jungen Menschen im persönlichen Austausch zu erleben, ihre Kommunikationsfähigkeit und ihr Auftreten. „Diese Qualität zählt für viele Aussteller mehr als etwa Schulnoten“, sagt Annette Kook.
Ole Engfeld ergänzt: „In diesem Jahr haben wir keinen Abitur-Jahrgang, daher ist der Bedarf der Unternehmen besonders hoch beziehungsweise gibt es weniger potenzielle Fachkräfte, die von der Schule kommen.“
Um das Interesse der Besucher zu wecken, lassen sich viele Aussteller auf der „Job4U“ immer wieder Besonderes einfallen. Vor dem Bürgerhaus stehen unter anderem Firmenwagen, zum Beispiel Trucks und Transporter von großen Logistikern aus der Region. Und am Stand des Parkhotels Wasserburg Anholt wird es gastronomisch: „Wir bringen einen gedeckten Tisch mit und zeigen, worauf es in unserem Beruf des Kochs ankommt“, verrät Max Brune. Zudem gibt es kleine Herausforderungen, denen sich die Schüler stellen können, etwa das Zuordnen exotischer Gläser zu bestimmten Getränken. Auch besondere Lebensmittel werde man präsentieren, „so dass man den Job mit allen Sinnen erleben kann“, sagt Brune.
Kulinarisch wird es auch vor dem Bürgerhaus: Das St. Marien Haldern bietet Pommes Frittes am Imbisswagen an, innen backt die Abschlussklasse 10d der Realschule Rees Waffeln für die Abschlusskasse. Das Wirtschaftsforum stiftet Wertmarken und spendiert den Schülern je ein Getränk.
Abschließend merkt Annette Kook an, dass man auf der Messe „auch Praktikumsplätze findet“. Und Ole Engfeld weist mit Blick auf die Zielgruppe, die bereits bei den Schülern der Klasse 9 beginnt, darauf hin: „Man kann sich auch inspirieren lassen, wenn man erst nächstes Jahr oder in zwei Jahren eine Ausbildung beginnen möchte.“
Weitere Informationen zur Messe am 3. März in Rees gibt es unter www.stadt-rees.de/job4u.
Die „Job4U“ 2025 im Bürgerhaus Rees
Branchen: Bildung, Handwerk, Gesundheit/Soziales, Industrie, öffentlicher Sektor, Handel, Dienstleistung
Standorte: Bedburg-Hau, Bocholt, Duisburg, Emmerich, Goch, Hamminkeln, Isselburg, Kalkar, Kleve, Moers, Rees, Uedem, Wesel, Xanten
Ausblick: Termin der 26. Job4U ist Dienstag, 23. Februar 2027. „Interessenten können sich schon jetzt für 2027 auf die Aspirantenliste setzen lassen“, sagt Ole Engfeld.
Werben für die „Job4U“ im Reeser Bürgerhaus: (v. l.) Sandra Kimm-Hamacher, Matthias Flür, Annette Kook, Max Brune und Gabriele Galler. NN-Foto: MB