Die ausleihbare Korbspindelpresse beweist, dass der Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt auch lecker sein kann.Foto: Stefan Wallney/Nabu
20. August 2025 · Geldern

Nabu in Geldern verleiht wieder Saftpressen

Jetzt den Ertrag des eigenen Gartens verarbeiten

GELDERN. Die Obstsaison kommt wieder ins Rollen. Die ersten Klaräpfel sind schon längst gegessen oder verarbeitet. Doch die große Schwemme an Äpfeln und Birnen kommt erst noch. Viel zu schade, wenn das Obst unter den Bäumen verdirbt. Da hilft nur: Verarbeiten! Diverse Möglichkeiten bestehen: Kompott, Marmeladen, Verbacken, aber auch Saft und Trockenobst.

Seit 2020 verleiht das Nabu Naturschutzzentrum Gelderland dafür Saftpressen und Dörrgeräte. Neben einer 40 Liter- und einer 90 Liter-Hydropresse kann auch das komplette Zubehör zum Waschen, Zerkleinern, Erhitzen und Abfüllen ausgeliehen werden. Die Geräte konnten im Rahmen eines vom Landschaftsverband Rheinland geförderten Projektes zu „Ausbau und Sicherung des Streuobstwiesen-Netzwerks im Südkreis Kleve“ angeschafft werden.

Hydropressen pressen nur mit Wasserdruck (vom Gartenschlauch) aus Apfelschnitzeln den Saft ganz mühelos. Die 40-Liter-Hydropresse eignet sich für mittlere Obstmenge (200 Kilo). Bei größeren Mengen lohnt sich die 90-Liter-Hydropresse auch für eine gemeinschaftliche Saftpressaktion, etwa mit Familie und Freunden. Bis zu 500 Kilo kann man so in einem halben Tag gut verarbeiten – je nach Sorte ergibt das 250 bis 300 Liter Apfelsaft. Damit der Saft lange haltbar bleibt, sollte er pasteurisiert (kurzzeitiges Erhitzen auf circa 80 Grad) und in verschließbare Gefäße abgefüllt werden.

Beim Naturschutzzentrum können Interessenten auch Bag-In-Box-Beutel und Kartons beziehen. Durch einen Zapfhahn, der beim Abzapfen keine Luft und damit auch keine Keime in den Beutel strömen lässt, bleibt der Saft auch angebrochen bis zu drei Monate haltbar, nicht angebrochen bis zu einem Jahr. Bei Mischsäften aus Äpfeln, Birnen und Quitten wird ein hoher Apfelanteil empfohlen, da die Apfelsäure die Haltbarkeit erhöht. Werden die Kerngehäuse vor dem Zerkleinern entfernt, können aus dem Trester (Pressreste) noch Früchtebrot oder Fruchtriegel gemacht werden. Fruchtriegel, aber natürlich auch traditionelles Trockenobst können mit den ausleihbaren Dörrautomaten hergestellt werden.

Ziel der Aktion ist es, das Obst der eigenen Streuobstwiese (oder des Gartens) zu nutzen. Für den Naturschutz steht dabei der Erhalt der Streuobstwiesen als ökologisch wertvolle Kulturlandschaft im Vordergrund, in der bei richtiger Pflege bis zu 3.000 Tier- und Pflanzenarten vorkommen können. Als Langzeit-CO2-Speicher trägt die Streuobstwiese auch zum Klimaschutz bei.

Die Ausleihe der Saftpressen und der Dörrgeräte kostet beim Nabu Naturschutzzentrum Gelderland 30 Euro (plus 100 Euro Kaution), bedarf aber einer vorherigen Reservierung per E-Mail: Streuobst@nz-gelderland.de oder per Telefonn 02838/96544. Zum vereinbarten Termin können die Presse und die Utensilien in Kapellen an der Fleuth, Kapellener Markt 2, abgeholt werden.

Die ausleihbare Korbspindelpresse beweist, dass der Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt auch lecker sein kann.Foto: Stefan Wallney/Nabu