Museumsfest in Goch lädt zu Entdeckungen ein
Spannende Einblicke hinter die Kulissen und kreative Mitmachaktionen
GOCH. Wenn am Wochenende vom 16. und 17. Mai wieder die Kreis Klever Kultourtage stattfinden, ist natürlich auch das Museum Goch dabei. Im Rahmen der Museumsnacht am Samstag, 16. Mai, wird einmal mehr das beliebte Museumsfest gefeiert: „Komplett indoor, damit niemand nass wird oder frieren muss“, sagt Jasmin Schöne, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Museumspädagogin. Mit dem Beginn um 16 Uhr werde das Fest zudem offener und familientauglicher. Der Eintritt zum Museumsfest ist frei.
Ein breit gefächertes Programm wartet auf die Besucher, egal ob groß oder klein. Zum einen kann man sich die aktuellen Ausstellungen ansehen - Bernhard Luginbühl „Genauer Plan einer ungenauen Figur“ und und im zweiten Obergeschoss die Werkgruppe politischer Arbeiten von „Bananensprayer“ Thomas Baumgärtel (die NN berichteten) - zum anderen locken verschiedene Angebote. Es werden zum Beispiel Türen geöffnet, die sonst für Besucher verschlossen bleiben, etwa das Graphik-Depot oder die Werkstatt. „Viele Menschen wissen gar nicht, dass das Museum auch eine Werkstatt hat“; erzählt Jasmin Schöne, „hier werden unter anderem Rahmen oder Passepartouts angefertigt.“ Im Graphik-Depot wird erläutert, wie Werke klassifiziert werden. In kleinen, geführten Gruppen kann man diese verborgenen Orte entdecken. Die Rundgänge werden etwa 30 Minuten dauern.
Seit Januar dieses Jahres ist zudem Pavol Mudry als Volontär im Museum Goch tätig. Mit ihm können die Besucher das Kunstspiel „Bin ich hier richtig?“ spielen. Hier geht es um die Sammlung Hiltrud Neumann, zu der Mudry fingierte Objekte hinzugefügt hat. Die Besucher sollen nun herausfinden, welche das sind. Beim Planspiel „Werde Teil des Teams“, ebenfalls mit Pavol Mudry, entwickeln die Teilnehmer gemeinsam mit ihm eine Ausstellung: „Wie werden Kunstwerke im Raum platziert und wann muss man beim Berühren der Werke Handschuhe tragen?“ lauten nur einige der Fragen, die sich bei der Aufgabe stellen. In der Bastelecke, am Übergang zum Kastell, taucht Jasmin Schöne mit Kids in die Schablonentechnik ein; so wie bei Thomas Baumgärtel, der sein Markenzeichen mittels Schablone auf das fertige Bild sprüht.
Begleitet wird das Museumsfest von Livemusik, das Saxophon-Quartett Eternum wird als „Walking Music Act“ zweimal rund 45 Minuten im Museum unterwegs sein. Außerdem gibt es zwischen 19 und 21 Uhr Führungen durch die Haussammlung und die Baumgärtel-Ausstellung. Das offizielle Programm endet um 20.30 Uhr, danach ist aber noch jede Menge Zeit für Gespräche und Kunstgenuss. Hungrig und durstig muss niemand bleiben, es gibt „Handfestes aus der Küche“ und als Mitternachts-Snack eine Suppe.
Besichtigung
Am Samstag, 16., und am Sonntag, 17. Mai, ist ebenfalls das Arnold-Janssen-Haus auf der Frauenstraße 8 für Besichtigungen geöffnet. Hier wurde der Gründer der Steyler Mission, der von Papst Johannes Paul II. am 5. Oktober 2003 heilig gesprochen wurde, am 5. November 1837 geboren. Heute finden hier Veranstaltungen und Workshops statt; zudem ist das Haus für ehrenamtliches Engagement offen.
„Bahn-off“
Seit vielen Jahren gehört das Projekt „Bahn off“ fest zu den Veranstaltungen rund um die Kreis Klever Kulturtage in Goch dazu. Martin und Gesine Lersch, die dort ihre Ateliers haben, versuchen, den Raum, den ihnen der Bahnhof vorgibt, immer wieder anders zu bespielen; Am Sonntag, 17. Mai, um 16 Uhr, findet im Foyer zum 17. Mal „Bahn off“ statt. In diesem Jahr trägt es den Titel „Klangfarben aus Ost und West“. Mit Gesine Lersch (Stimme), Johannes Hombergen (Klavier), Martin Lersch (instrumentarium variable), Ilka Lange (Kamanche - Stachelgeige), sowie Achim Theußen (Darbuka - Handtrommel und Framedrums-Rahmentrommel) wird den Besuchern bei freiem Eintritt ein besonderes Hör- und Kunsterlebnis geboten. Mit diesem Format bedanken sich Martin und Gesine Lersch bei der Stadt dafür, dass sie Räume im Bahnhofsgebäude als Atelier nutzen können.