Moderner CT-Scanner für das St.-Clemens-Hospital
KI-Funktionen sorgen für bessere Qualität und Zeitersparnis
Sei es der Verdacht auf Knochenbrüche, Organ-, Gefäß-, und Schädelverletzungen oder auch bei unklaren Befunden: Ein Computertomograph (CT) kommt in zahlreichen Fällen für die Diagnostik zum Einsatz, „immer dann, wenn wir einen vernünftigen Einblick in den Körper brauchen“, erläutert André Kremer, Leiter des Radiologischen Instituts. „Unser alter CT war ein wenig in die Jahre gekommen“, ergänzt Klinikdirektor Dr. Andreas Schroeder. „Aber wir wollten uns in der Qualität noch weiter verbessern.“ Weil man also die Arbeit der Ärzte durch entsprechende Technik verstärkt unterstützen und die Patienten optimal behandeln möchte, sollte nach elf Jahren ein neuer CT her. „Auch wenn die Gelder heute nicht mehr so locker sitzen.“
Dabei spricht Andreas Schroeder von einer höheren sechsstelligen Investition, die nicht nur praktische Vorteile schaffe. „Es soll auch symbolisieren, dass der Standort Geldern für die Zukunft gesichert ist“, sagt er und hebt damit noch einmal die Zusagen des Ministerium hervor.
Viele Vorteile
Während des Wechsels auf das neue Gerät musste das St.-Clemens-Hospital zwischenzeitlich auf eine Container-Lösung mit einem Leih-CT setzen, seit drei Wochen arbeitet jedoch schon der neue Scanner in den gewohnten Räumlichkeiten – und bringt einige Neuheiten mit sich.
Besonders hervorzuheben sind die KI-Funktionen, die für einige Vorteile sorgen: „Der neue CT arbeitet deutlich schneller als der vorherige und das bei einer deutlich geringeren Strahlungsdosis“, sagt André Kremer. Die Qualität der Bilder sei dabei zudem besser als früher: Zuvor habe man eine bessere Qualität bzw. weniger Bildrauschen nur durch eine höhere Strahlung erkaufen können. Heute gleicht das die KI in der Nachbearbeitung aus. Die KI sorgt außerdem für eine schnellere Rekonstruktion der Bilder: Habe man zuvor 20 bis 30 Minuten warten müssen, dauere es heute nur noch maximal wenige Minuten.
Mit dem neuen CT verringern sich somit ganz allgemein die Wartezeiten für die Patienten: nicht nur durch die schnellere Arbeitsweise bei der Verwendung des Gerätes, sondern eben auch durch die schnellere Bildnachbearbeitung für die anschließende Diagnose. Mit der Befundung an sich hat die KI allerdings nichts zu tun: sie ist nach wie vor die Aufgabe der Fachärzte.
Ein weiteres Feature des neuen CT: die Interventionssteuerung: „Entzündungsherde können CT-gesteuert millimetergenau lokalisiert und minimalinvasiv, das heißt ohne große Operation, von außen entlastet und behandelt werden“, erklärt Kremer. Möglichkeiten tun sich auch für die Schmerztherapie auf. „Man kann auch gezielt Nervenwurzeln behandeln, zum Beispiel bei chronisch rückenkranken Patienten.“ Das verschaffe ihnen zusätzliche Sicherheit und Erleichterung.
Wie Jörg Seehafer, Account Manager beim Hersteller Philips, erklärt, handle es sich beim neuen CT um ein Gerät der „oberen Mittelklasse“. Und dabei zeigt sich, dass das St.- Clemens-Hospital mit seinem Exemplar so etwas wie ein Vorreiter ist: „Es ist europaweit das vierte seiner Art, in Deutschland das dritte und es ist das erste Serienmodell.“
Das CT soll übrigens nicht die einzige Investition in diesem Jahr bleiben: „Wir werden uns auch im Bereich MRT erneuern“, sagt Andreas Schroeder. Durch diese Anpassungen erhoffen sich er und Kremer, den Standort noch attraktiver für Fachkräfte zu machen.
Stellten den neuen CT vor: (v.l.) Nils Reinkelürs (Philips), Sabine Enge (kommissarische Leitung MTR), Jörg Seehafer (Philips), André M. Kremer und Dr. Andreas Schroeder. NN-Foto: Thomas Langer