Moderne Ausstellung zum Hafentempel eröffnet
Pünktlich zum Saisonstart ist die Umgestaltung der Ausstellung im Untergeschoss des Hafentempels im Archäologischen Park Xanten (APX) fertig geworden
XANTEN. Der Hafentempel auf dem heutigen Gelände des Archäologischen Parks Xanten (APX) war schon vor etwa 2000 Jahren ein Blickfang. Wer sich der Colonia Ulpia Traiana auf dem Rhein näherte, erblickte ihn über die Stadtmauern hinaus sofort. Der heutige Hafentempel auf dem Gelände des APX ist zwar nur eine Teilrekonstruktion des Baus, der vor fast 2000 Jahren an jener Stelle stand, doch ist er ein wichtiger Teil des noch heutigen Xantener Stadtbildes, der nicht nur APX-Besucher staunen lässt. Um Interessierten das Bauwerk noch näherzubringen, hat der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Betreiber des Archäologischen Parks nun die dazugehörige Marmorausstattung der Cella (Kultraum) und die Ausstellungstafeln an der Fundamentplatte des Tempels baulich umgestaltet. Beides kann ab sofort wieder besucht werden.
Die Bedeutung des Hafentempels ist immens: Er war nach dem Kapitol der zweitgrößte Tempel der Stadt. 27 Meter hoch ist das imposante Bauwerk, das naturgetreu an seinem früheren Platz originalgetreu rekonstruiert wurde. „Auch wenn es nicht so aussieht: Kein Stein ist wirklich alt“, sagt Professor Dr. Christoph Eger, Leiter des LVR-RömerMuseums in Xanten. Seine Größe habe auch einen Grund. „In der römischen Provinz wurden früher Kaiser als Gottheiten verehrt. Wie jeder römische Tempel war auch dieser einst einer bestimmten Gottheit geweiht“, erklärt Eger. Welche das gewesen sei, sei unbekannt. Seinen Namen verdankt der Hafentempel aber seiner Nähe zum Hafen.
Der Tempel wurde in ausgewählten Teilen auf einem drei Meter hohen Podium rekonstruiert. Unter dem Podium befindet sich die Fundamentplatte, die von außen zwar unsichtbar ist, aber im Inneren entdeckt werden kann. Der Rekonstruktionsbau ist nämlich wie eine Halle über ihr errichtet worden. Auf diese Weise ist die Rekonstruktion zugleich ein Schutzbau für die originalen Überreste.
Die Fundamentplatte ist über zwei Meter hoch und besteht aus einem Gemisch aus Zement und Bruchsteinen „Bis heute sind Abdruckspuren der einzelnen großen Steinquader im römischen Mörtel zu sehen“; sagt Eger. Diese Quader würden das Fundament an den besonders belasteten Teilen unter den Cellamauern und Säulenreihen verstärken und somit wichtige Hinweise auf die Bauweise des Tempels geben. Den Grundriss der Fundamentplatte hat der LVR im neuen Ausstellungsbereich abbilden lassen.
Auf Besucher wirke die Fundamentplatte oft unspektakulär, sagt Eger. „Deshalb wollten wir sie mit unserer neuen Dauerausstellung interessanter gestalten und die Historie dahinter den Besuchern auch näherbringen“, sagt Eger. Dafür hat sich der LVR Hilfe beim Düsseldorfer Mediengestalter Sebastian Zimmer geholt. Er hat eine multimediale Ausstellungsform in der Halle der Fundamentplatte unter dem eigentlichen Hafentempel entworfen. Die Dauerausstellung beginnt mit den Worten „Aus der Tiefe ans Licht…“. „Damit wollten wir darstellen, wie Erkenntnisse aus der Tiefe ans Licht gebracht werden. Das passt ja auch zur Archäologie“, erklärt Zimmer. Deshalb seien die einzelnen Stelen in einem dunklen Grauton gehalten, die durch Licht im dunklen Raum die Erkenntnisse den Besucher näherbringen sollen. In der Ausstellung integriert sind unter anderem Bruchstücke, die – anders als sonst üblich – nicht hinter Glas verschlossen sind. Ein Berührungssensor schützt sie dennoch vor unerlaubtem Anfassen.
Xantener Berichte
Zur neu gestalteten Dauerausstellung zum Hafentempel hat das APX zudem den 37. Band der „Xantener Berichte“ zum Thema „Der Hafentempel auf Insula 37 der Colonia Ulpia Traiana“ veröffentlicht. Werner Oenbrink hat darin die archäologische Forschung im Xantener Raum zum Hafentempel der Colonia Ulpia Traiana zusammengefasst. „Mit dem Buch wollen wir unsere Erkenntnisse aus der Forschungsarbeit interessierten Bürgern, aber auch anderen Forschungsstätten zur Verfügung stellen. Auch wir sind in unserer Forschungsarbeit oft auf Erkenntnisse der anderen Stätten angewiesen, die sie in ihren Bänden zusammengetragen haben“, erläutert Sebastian Held vom APX.
Sabrina PetersUnter dem Hafentempel befindet sich die Fundamentplatte, die von einer Dauerausstellung (links) begleitet wird. Sie wurde nun zeitgemäß umgestaltet. NN-Foto: SP