Mittendrin statt nur dabei
Prinz Tobi der Träumende erlebt eine Session voller Herz, Tempo und unvergesslicher Augenblicke
KLEVE. Manchmal sind es die Auftritte auf den großen Bühnen, aber viel häufiger die kleinen Dinge, die hängen bleiben. Wenn man Prinz Tobi den Träumenden nach seinen Sessions-Highlights fragt, kann er sich gar nicht festlegen. Vom bevorstehenden Rosenmontagszug vielleicht mal abgesehen. So viele schöne Momente, so viele besondere Begegnungen. „Meine Proklamation oder der Einzug bei der ersten Schwanenfunker-Sitzung – das werde ich definitiv nicht vergessen“, steht für ihn fest. Unvergessen bleibt aber auch der Besuch im Hospiz. Der habe ihn tief berührt: „Da wird man daran erinnert, was im Leben wirklich zählt und wie wichtig es ist, für jeden Tag dankbar zu sein.“
Seinen 33. Geburtstag wird er ebenfalls nicht vergessen. Da wurde gemeinsam reingefeiert – und später im Festzelt, dem „Wohnzimmer“ des Klever Prinzen, weitergefeiert. „Man stellt sich seine Truppe ja schon lange vor der Session zusammen, da sind natürlich auch meine besten Freunde dabei. Ich habe mir gewünscht, dass es passt, aber planen lässt sich das nicht. Wenn du dann fast rund um die Uhr zusammen unterwegs bist, entsteht eine ganz eigene Dynamik“, sagt Tobi. Und er betont, wie stolz er auf seine Garde ist. Schließlich braucht es nicht nur Disziplin und Durchhaltevermögen. Gefeiert wird mal laut, mal leise: „Die Jungs haben ein gutes Fingerspitzengefühl und wissen, wann Party angesagt ist und wann man einen Gang zurückschalten muss.“
Montagmorgen, 10 Uhr: Busfahrer Jürgen sitzt im Warmen, während die Garde schon den zweiten Kindergarten besucht. Adju Simon bringt noch eben das prinzliche Schuhwerk auf Hochglanz, Adju Tim kündigt derweil in der nächsten Kita das baldige Eintreffen an. Kurz durchzählen, ob ausreichend Brotdosen, Teddybären und mit Süßigkeiten gefüllte „Orden“ dabei sind. Die Musik ist noch leise, man läuft langsam warm. „Wir sind schon seit 8 Uhr unterwegs“, sagt Tobi, der heute noch vielen Elsas und Superhelden begegnen wird. Er braucht aber erstmal Zucker. Ein Choco fresh später sieht die Welt schon anders aus. „Ich finde toll, was ihr hier für die Kinder auf die Beine stellt“, bedankt er sich beim Kita-Team in Schneppenbaum für den herzlichen Empfang und lädt zur Polonäse ein. Worüber er sich besonders freut: „Meine kleine Schwester Charlotte ist heute mit dabei!“ Montagmorgen, Schule? Brauchtumspflege ist das Zauberwort – und Karneval schließlich nur einmal im Jahr. Bei Bedarf vom Unterricht befreit sind auch die Tanzmädchen, im Wechsel die Funkerschwänchen und die Schwanenfünkchen. Komplett wird die Meute mit den Prinzenliedsängern Jakob und Larissa, dem Media-Team David und Björn und den Gardefrauen, die natürlich nicht nur für die Wahl der Prinzen-Schlückchen verantwortlich zeichnen.
Warm eingepackt geht es zum nächsten Stopp, diesmal wird draußen getanzt. „Heute Nachmittag stehen noch Senioreneinrichtungen und Sponsorenbesuche an“, erklärt Adju Tim, der zwischendurch das Lager ansteuern lässt, um Material nachzuladen. Da packt auch der Prinzenbusfahrer mit an, der in diesen Tagen gefühlt überall Vorfahrt hat. Freundliches Winken, Lichthupen, Daumen hoch – Prinz und Garde sind gern gesehen. Rund 250 Termine gilt es zu absolvieren, und je näher der Höhepunkt der Session rückt, desto höher die Schlagzahl. „An Altweiber sind es um die 20 Auftritte“, sagt Tim und bestellt das Mittagessen direkt in die USK-Kantine. Kurze Pause, dann wird der Prinzenwagen vorgestellt. Ob es Kartoffelpüree mit Fischstäbchen und Spinat gibt? Nein, es bleibt bei belegten Brötchen und Teilchen. Dabei ist das eigentlich die Leibspeise des Prinzen, wie er beim Kinder-Interview im Festzelt verraten hat. „Was ist deine Lieblingsfarbe?“, wollte am Samstag ein anderes Kind wissen. „Rot und weiß“ natürlich – die Farben der Garde. „Für den Klever Karneval ist das Festzelt sehr wichtig“, sagt Tobi und freut sich auf weitere Aufenthalte in seinem „Wohnzimmer“. Die Premiere des neuen Formats „Ein Tag mit Prinz...“ kam jedenfalls gut an. Viele Menschen schnupperten Karnevalsluft, es gab Infostände, Hüpfburg, frische Waffeln. Sehr zufrieden ist Tobi auch mit der Resonanz auf den Kneipenkarneval. „Da erreicht man auch die, die es nicht in die großen Säle zieht“, sagt er. Und auch in den sozialen Medien zeigt der Klever Karneval Präsenz. Gut 1,2 Millionen Impressions waren es in den vergangenen vier Wochen (@prinzengarde2526). Tendenz steigend. Eben ganz nah dran und mittendrin statt nur dabei. „Wir bekommen viel gutes Feedback“, freut sich Tobi. Und er freut sich auch, dass das Leben als Prinz noch viel schöner ist als erträumt...
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Rosenmontag kann kommen: Prinz Tobi und seine Garde freuen sich auf den Höhepunkt der fünften Jahreszeit. NN-Foto: Rüdiger Dehnen