Miteinander statt nebeneinander
100 Menschen setzen ein Zeichen für seelische Gesundheit
KREIS KLEVE. Ein voller Hörsaal, bewegende Einblicke und zahlreiche Gespräche, die weit über den Abend hinauswirken dürften: Die Veranstaltung zur Woche der seelischen Gesundheit in der Hochschule Rhein-Waal war ein voller Erfolg. Rund 100 Menschen kamen zusammen, um sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, das alle betrifft und dennoch häufig zu wenig Raum bekommt: die seelische Gesundheit.
Bereits zum vierten Mal hatten die Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen Kreis Kleve und das Sozialpsychiatrische Zentrum von Papillon zu der Veranstaltung eingeladen. Mit dem Ziel, seelische Gesundheit stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, Begegnungen zu ermöglichen und den Austausch zwischen Menschen und Einrichtungen zu fördern, hat sich das Format inzwischen etabliert. Und die Tradition soll weitergehen: Auch im kommenden Jahr soll wieder eine Veranstaltung stattfinden. Unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander. Für eine Gesellschaft in der jede Psyche zählt.“ bot der Abend die Gelegenheit, Wissen zu vermitteln, persönliche Perspektiven kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die große Resonanz und der volle Hörsaal machten deutlich, wie wichtig es ist, psychische Gesundheit stärker in den gesellschaftlichen Mittelpunkt zu rücken.
Bewegende Einblicke und wichtige Impulse
Mit ihren Beiträgen gaben die Referenten Tobias Budde und Dr. Sonja Baumsteiger unterschiedliche Einblicke in das Thema seelische Gesundheit. Dabei ging es nicht nur um Informationen und fachliche Perspektiven, sondern auch um die Frage, wie Menschen einander begegnen, zuhören und in schwierigen Lebenssituationen unterstützen können. Die Beiträge regten zum Nachdenken an und schufen Raum für wichtige Gespräche. Der offene Austausch zeigte, wie wertvoll es ist, Erfahrungen zu teilen, Fragen zu stellen und auch Themen anzusprechen, über die im Alltag häufig geschwiegen wird.
Hilfsangebote und starkes Netzwerk
Ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung waren die Infostände zahlreicher Einrichtungen aus dem Kreis Kleve. Sie stellten ihre Arbeit, Beratungsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten vor und ermöglichten den Besuchern, direkt mit den Fachkräften vor Ort ins Gespräch zu kommen. So wurde deutlich, wie vielfältig die Unterstützungslandschaft in der Region ist und wie wichtig eine gute Vernetzung der verschiedenen Akteure bleibt. Denn Menschen in psychischen Belastungssituationen benötigen nicht nur Informationen, sondern vor allem niedrigschwellige Zugänge, verständnisvolle Ansprechpartner und das Wissen, mit ihren Sorgen nicht allein zu sein. Der persönliche Austausch zwischen Besuchern, Fachkräften und Einrichtungen machte die Veranstaltung zu mehr als einer reinen Informationsveranstaltung: Sie wurde zu einem Ort der Begegnung, des gegenseitigen Lernens und der Vernetzung. Seelische Gesundheit betrifft Menschen unabhängig von Alter, Lebenssituation oder persönlichem Hintergrund. Trotzdem sind psychische Belastungen noch immer mit Vorurteilen und Unsicherheiten verbunden. Veranstaltungen wie diese leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Berührungsängste abzubauen und einen offenen Umgang mit psychischer Gesundheit zu fördern. Die rund 100 Teilnehmer zeigten, dass das Interesse groß ist und der Wunsch nach Austausch besteht. Der Abend machte deutlich: Zuhören, Verständnis zeigen und miteinander statt nebeneinander handeln sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einer Gesellschaft, in der seelische Gesundheit selbstverständlich dazugehört. Die Veranstaltung hat gezeigt: Seelische Gesundheit braucht Aufmerksamkeit, Begegnung und ein starkes Miteinander. Der volle Hörsaal und die vielen Gespräche seien ein ermutigendes Zeichen dafür, dass Offenheit und gegenseitige Unterstützung Menschen zusammenbringen können. Denn am Ende gehe es nicht nur darum, über seelische Gesundheit zu sprechen, sondern auch darum, sie gemeinsam zu stärken, so die Veranstalter.
Nicole Ritter, Tobias Budde, Dr. med. Sonja Baumsteiger und Franziska Rütjes. Foto: Der Paritätische Kreis Kleve