Die Musiken der Issumer Kantorei konnten sich sehen und hören lassen. Foto: Windeln
12. Dezember 2024 · Issum

Mit 60 noch erstaunlich fit

Advents- und Weihnachtsmusik der Issumer Kantorei

ISSUM. Da wird vielfach geunkt: Es wird nicht mehr gesungen. Die lokale Presse sieht das anders. Zumindest in der Vorweihnachtszeit häufen sich allenthalben Ankündigungen über verschiedenste Veranstaltungen mit Gesang: Kinderchöre, offene Singen, musikalische Andachten in großer Zahl. Einen festen Platz im vorweihnachtlichen musikalischen Angebot der Region haben die Musiken der Issumer Kantorei am 2. Advent.

Diese sind als musikalische Gottesdienste konzipiert und finden auch bei hochrangigen Angeboten bei freiem Eintritt statt. Eine Veranstaltung mit Tradition: Im derzeit 60. Jahr nach der Neugründung 1965 fand nunmehr die 129. musikalische Veranstaltung unter Leitung von Kantor Rolf Pester statt.

Den Eingang bildete die Advents-Kantate „Machet die Tore weit“ von Georg Philipp Telemann. Chor, Orchester und Solisten wussten das bildreiche Werk lebendig umzusetzen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltungstand der 1. Teil des Oratoriums „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel, eines der berühmtesten Werke der Musikliteratur.

Die Issumer Kantorei zeigte sich trotz erheblicher krankheitsbedingter Ausfälle in erfreulicher Form. Der Sopran frisch, überzeugend und hörbar ohne Höhenangst. Auch die anderen Stimmen bewiesen sich immer sicher und präsent als stabile Partner des Orchesters.

Der Chor wurde begleitet vom 17-köpfigen Kantorei-Orchester unter der umsichtigen Führung von Ludmilla Chramkova. Schon seit Jahrzehnten sammeln sich aus diesem Anlass Orchestermusiker aus verschiedenen Klangkörpern zum gemeinsamen Musizieren in Issum.

Die in Issum wohlbekannten Solisten waren wieder einmal Anke Haun (Sopran), Elke Lingemann (Alt), Thomas Weiß (Tenor) und Hans Scholing (Bass). Sie gestalteten mit zumeist kleiner Orchesterbesetzung die anspruchsvollen Arien zu den biblischen Texten. Der Chor gliederte das Werk mit hörbarer Freude durch die lebendigen, oft jubelnden Chöre („O du, die Wonne“. „Halleluja“).

Die Veranstaltung erhält jeweils durch Mitwirkung der Liturgin gottesdienstlichen Charakter. Pfarrerin Brück brachte durch eine Lesung, durch Gebet und Segen die Musik in den zugrunde liegenden religiösen Zusammenhang.

Gegen Ende der Veranstaltung warteten Chor und Orchester noch mit einem weihnachtlichen Feuerwerk an Tönen auf, dem Eingangschor von Mendelssohns Kantate „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Hier waren Orchester und Chor wahrlich bis an die Grenzen gefordert. Als Besonderheit war auch hier die Gemeinde aufgefordert, sich in den Schlusschoral einzugliedern: Ein Jubelgesang von fast 300 Stimmen! Welch ein Erlebnis!

Nach dem gemeinsamen „O du fröhliche“: Dankbarkeit und Freude bei Ausführenden und Gästen für einen eindrucksvollen und emotionalen Einstieg in die Weihnachtszeit. Langanhaltender, reicher Applaus, reiche Kollekte. Wieder einmal gut gegangen. Glückwunsch!

Die Musiken der Issumer Kantorei konnten sich sehen und hören lassen. Foto: Windeln