Herzlich willkommen: NRW-Minister Karl-Josef Laumann (l.) und Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze haben in der Begegnungsstätte „Ebkes“ das „Büro für faire Arbeit“ eröffnet, in dem Catalina Guia (Bildmitte) von der Organisation „Arbeit und Leben“ künftig eine Sprechstunde anbietet. Foto: Stadt Emmerich
19. Oktober 2023 · Emmerich

Minister Laumann eröffnet das „Büro für faire Arbeit“

Anlaufstelle für von Ausbeutung betroffene Arbeitsmigranten in Emmerich

EMMERICH. NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann hat am vergangenen Donnerstag das „Büro für faire Arbeit“, ein muttersprachliches Beratungsangebot für Arbeitsmigranten, in Emmerich eröffnet. Emmerich ist als Teil der Grenzregion zu den Niederlanden besonders von der Ausbeutung von Arbeitsmigranten betroffen.

Betroffene sind in vielen Fällen in den Niederlanden in Zeitarbeit in der fleischverarbeitenden Industrie angestellt, aber in Nordrhein-Westfalen in menschenunwürdigen Wohnunterkünften untergebracht. Im „Büro für faire Arbeit“, das in die Räume der städtischen Begegnungsstätte „Ebkes“ gezogen ist, bietet das Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ künftig immer mittwochs für Betroffene Sprechstunden an. Das Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“, das verschiedene Beratungsangebote für von Arbeitsausbeutung Betroffene anbietet, wird vom Land und der EU bis 31. Dezember 2025 mit rund 1,9 Millionen Euro gefördert.

„Oftmals müssen wir in der Grenzregion beobachten, wie unterschiedliche nationalstaatliche Vorgaben und Zuständigkeiten ausgenutzt werden, um auf dem Rücken vulnerabler Menschen Profit zu machen. Hier senden wir das klare Signal: Wir lassen die Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten, die darunter leiden, nicht allein. Mit dem Büro für faire Arbeit haben wir in Emmerich eine Anlaufstelle geschaffen, an die sie sich für rechtliche Beratung und Begleitung wenden können. Ich danke der Stadt Emmerich dafür, dass sie die Räumlichkeiten für das Beratungsbüro zur Verfügung stellt“, sagte Minister Laumann anlässlich der Eröffnung in Emmerich.

„Ich bin dankbar für das Signal, das vonseiten des Landes Nordrhein-Westfalen mit dieser Maßnahme ausgeht. Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es an niedrigschwelligen Anlaufstellen mit kompetentem Personal mangelt. Die neue Beratungsmöglichkeit hier im Stadtzentrum kann ein Baustein sein, um Arbeitsmigranten in ihren Rechten zu stärken und so die unzumutbaren Lebensumstände der Menschen zu bekämpfen“, sagte Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze.

Der Projektträger „Arbeit und Leben“ ist bereits seit längerer Zeit durch aufsuchende Arbeit in der Grenzregion im Kreis Kleve aktiv und arbeitet dabei auch mit zahlreichen Akteuren auf deutscher und niederländischer Seite zusammen. Das Besondere: Die Beratung und Begleitung der Betroffenen erfolgt in Muttersprache – so auch im neuen „Büro für faire Arbeit“.

Missstände bekämpfen

„Die muttersprachliche Beratung vor Ort ist der einzige Weg, um die Missstände effektiv zu bekämpfen, ohne dass es zulasten der Arbeiter und Arbeiterinnen geht. Die Förderung ermöglicht es uns, in der deutsch-niederländischen Grenzregion noch stärker als zuvor präsent zu sein. Unser heute eröffnetes Beratungsbüro in Emmerich ist ein deutliches Signal dafür. Die Beratungsarbeit ist und bleibt sehr herausfordernd, die enge Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, der Polizei und allen anderen kommunalen und zivilgesellschaftlichen Akteuren hat für uns deshalb oberste Priorität: Nur gemeinsam werden wir erfolgreich sein“, sagte Dr. David Mintert, Landesgeschäftsführer Arbeit und Leben NRW.

Herzlich willkommen: NRW-Minister Karl-Josef Laumann (l.) und Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze haben in der Begegnungsstätte „Ebkes“ das „Büro für faire Arbeit“ eröffnet, in dem Catalina Guia (Bildmitte) von der Organisation „Arbeit und Leben“ künftig eine Sprechstunde anbietet. Foto: Stadt Emmerich